Xiaomi SU7 Ultra: Verkaufsteam nach Absatz-Crash aufgelöst

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Xiaomi SU7 Ultra: Verkaufsteam nach Absatz-Crash aufgelöst

Nach einem spektakulären Verkaufsstart mit Rekordzahlen stürzt das Performance-Aushängeschild Xiaomi SU7 Ultra auf den Boden der Realität: Die monatlichen Absatzzahlen brachen von über 3.000 Einheiten im März 2025 auf nur noch 45 im Dezember ein. Als Reaktion löst Xiaomi das exklusive „UltraMaster“-Verkaufsteam auf und setzt beim neuen SUV-Modell YU7 sowie dem SU7-Facelift 2026 auf massentauglichere GT-Ausführungen statt auf extreme Leistungswerte.

Vom Hype-Modell zum Sorgenkind: Xiaomi zieht die Reißleine beim SU7 Ultra. Nach einem dramatischen Einbruch der Verkaufszahlen wurde das spezialisierte Elite-Verkaufsteam „UltraMaster“ aufgelöst. Während die 1.548 PS starke Limousine im Frühjahr 2025 noch als Porsche-Killer gefeiert wurde, erreichte der Absatz im Dezember 2025 mit nur 45 verkauften Einheiten einen historischen Tiefpunkt.

Das Ende von „UltraMaster“: Xiaomi strukturiert Vertrieb um

Es war ein ambitioniertes Projekt: Um das 529.900 Yuan (ca. 68.000 €) teure High-Performance-Modell SU7 Ultra adäquat zu vermarkten, gründete Xiaomi die Spezialeinheit „UltraMaster“. Die Berater, oft von Luxusmarken wie Porsche oder BMW M abgeworben, sollten Kunden ein exklusives Erlebnis bieten. Doch die hohen Fixkosten des Teams standen zuletzt in keinem Verhältnis mehr zum Ertrag.

Nach Berichten aus Peking wurde das Team bereits Ende Januar 2026 offiziell aufgelöst. Der Verkauf des SU7 Ultra wird nun in die Hände des regulären Personals gelegt. Branchenkenner sehen darin das Eingeständnis, dass die Nische für einen derart extremen „Flügel-Stromer“ im Alltag deutlich kleiner ist als ursprünglich durch Vorbestellungen suggeriert.

Der Absturz in Zahlen: Xiaomi SU7 Ultra Absatz 2025

Zeitraum / Monat Absatzzahlen (Einheiten) Status
März 2025 3.101 Marktstart & Hype-Peak
2. Halbjahr 2025 (Gesamt) < 3.000 Starker Rückgang
Dezember 2025 45 Tiefpunkt
Jahresgesamtziel ~ 10.000 Ziel knapp erreicht

Technik-Debakel und Sicherheitsbedenken

Der Absturz hat Gründe, die über die normale Marktsättigung hinausgehen. Kurz nach dem Start geriet Xiaomi durch eine Reihe von Vorfällen in die Schlagzeilen. Schwere Unfälle in China und Berichte über instabile Aerodynamik-Komponenten bei hohen Geschwindigkeiten verunsicherten die Käufer. Xiaomi reagierte im Mai 2025 mit einem umstrittenen Software-Update, das die volle Leistung von 1.548 PS auf öffentlichen Straßen massiv drosselte – die volle Power gab es fortan nur noch nach einem verifizierten „Rennstrecken-Nachweis“.

Zudem sorgte das „Carbon-Motorhaube-Debakel“ für Unmut, bei dem versprochene Gewichtsvorteile durch produktionsbedingte Änderungen am Material teilweise zunichtegemacht wurden. Das Vertrauen in Xiaomi als ernstzunehmenden Sportwagen-Konkurrenten für Marken wie Porsche (Taycan Turbo GT) erlitt dadurch empfindliche Kratzer.

Strategiewechsel: GT statt Ultra beim SU7 Facelift 2026

Xiaomi scheint aus den Fehlern gelernt zu haben. Für das Modelljahr 2026 steht das SU7 Facelift bereit, das nun durchgängig auf 800-Volt-Technik und die neue Motorengeneration „V6s Plus“ setzt. Statt auf extreme „Ultra“-Werte fokussiert sich der Hersteller nun auf alltagstaugliche Performance:

  • SU7 Max (2026): Klettert auf 690 PS und bietet bis zu 840 km Reichweite (CLTC).
  • Neues SUV YU7: Hier verzichtet Xiaomi direkt auf eine „Ultra“-Variante und positioniert das Topmodell als „Max“ mit 691 PS und Fokus auf Komfort und Familienfreundlichkeit.
  • Software-Fokus: LiDAR und 4D-Radar werden Standard, um Sicherheitsbedenken durch fortschrittliche Assistenzsysteme zu entgegnen.
„Der Hype um ‚Geschwindigkeit als Glaube‘ weicht bei Xiaomi nun einer realistischeren Marktbetrachtung. Das Segment der Supersportwagen bleibt eine Domäne der Traditionshersteller mit hohem Kundenvertrauen.“

Fazit: Xiaomi wird erwachsen

Die Auflösung des UltraMaster-Teams markiert das Ende der „Sturm-und-Drang-Phase“ von Xiaomi Auto. Während der normale SU7 und das neue SUV YU7 weiterhin Rekordumsätze für den Konzern einfahren, bleibt der SU7 Ultra ein teures Prestigeobjekt, das zeigt: 1.500 PS allein reichen nicht aus, um sich dauerhaft im Luxussegment zu etablieren. Für 2026 steht die Konsolidierung und technologische Reife im Vordergrund.

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