ZDK-Warnung: Klimaschutz darf Mobilität nicht zum Luxusgut machen

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

ZDK-Warnung: Klimaschutz darf Mobilität nicht zum Luxusgut machen

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) begrüßt den neuen Gesetzentwurf zur THG-Quote bis 2040, warnt jedoch vor explodierenden Kosten für Verbraucher. Präsident Thomas Peckruhn fordert eine technologieoffene Strategie, die neben der E-Mobilität auch synthetische Kraftstoffe für den riesigen Fahrzeugbestand bezahlbar hält.

THG-Quote bis 2040: ZDK mahnt zur sozialen Ausgewogenheit

Die Weichen für die Treibhausgasminderungs-Quote (THG-Quote) im nächsten Jahrzehnt werden gestellt. Der Bundestag berät derzeit über den Entwurf eines "Zweiten Gesetzes zur Weiterentwicklung der THG-Quote", das die Reduktionsziele bis zum Jahr 2040 festschreiben soll. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) sieht darin zwar einen wichtigen Anker für Planungssicherheit, warnt aber eindringlich davor, Autofahren durch überzogene Quoten zum Luxusgut zu machen.

Planungssicherheit für das Kfz-Gewerbe

Für die deutschen Autohäuser und Werkstätten ist die THG-Quote weit mehr als ein bürokratisches Instrument. Sie ist die Basis für Investitionen in Ladeinfrastruktur und die Qualifizierung von Personal. Laut ZDK-Präsident Thomas Peckruhn ist die geplante schrittweise Anhebung der Quote auf bis zu 59 Prozent ein klares Signal für den Umbau des Kraftstoffmarktes. Dennoch dürfe der Fokus nicht allein auf Neufahrzeugen liegen.

Eckpunkt Geplante Neuerung (Entwurf 2026)
Zeithorizont Fortschreibung der Ziele bis 2040
THG-Minderungsziel Anhebung auf bis zu 59 %
Fokus Direktstrom-Einsatz & alternative Kraftstoffe
Forderung ZDK Bürokratieabbau & soziale Verträglichkeit

Bestandsflotte nicht vergessen: E-Fuels als Pflichtprogramm

Ein zentraler Punkt der ZDK-Kritik ist der Umgang mit den Millionen Bestandsfahrzeugen, die noch jahrelang auf deutschen Straßen unterwegs sein werden. Ohne eine Beimischung von nachhaltigen Biokraftstoffen und E-Fuels seien die Klimaziele im Verkehrssektor nicht erreichbar. Peckruhn betont, dass Technologieoffenheit das "Gebot der Stunde" bleibe. Der Verband fordert daher, dass alternative Kraftstoffe nicht durch regulatorische Hürden künstlich ausgebremst werden.

"Klimapolitik muss alltagstauglich, sozial ausgewogen und bezahlbar bleiben. Klimaschutz im Verkehr darf Mobilität nicht zum Luxusgut machen." — Thomas Peckruhn, ZDK-Präsident

Gefahr steigender Kraftstoffpreise

Hinter der THG-Quote verbirgt sich für den Endverbraucher auch ein finanzielles Risiko. Wenn Mineralölkonzerne die CO2-Ziele verfehlen oder teure Zertifikate zukaufen müssen, landen diese Kosten am Ende an der Zapfsäule. Der ZDK fordert das Parlament daher auf, das Verfahren so mittelstandsfreundlich und bürokratiearm wie möglich zu gestalten, um eine zusätzliche Preisspirale zu verhindern. Mobilität müsse für breite Bevölkerungsschichten finanzierbar bleiben.

Was bedeutet das für E-Auto-Halter?

Für Besitzer von Elektrofahrzeugen bleibt die THG-Quote eine attraktive Einnahmequelle. Durch den Verkauf ihrer CO2-Einsparungen können sie jährlich dreistellige Beträge erwirtschaften. Ein stabiles und verlässliches System, wie es der ZDK fordert, sichert diese Prämien langfristig ab und schafft so einen weiteren Anreiz für den Wechsel auf den E-Antrieb. Der ZDK kündigte an, das parlamentarische Verfahren konstruktiv zu begleiten, um eine marktwirtschaftliche Ausgewogenheit sicherzustellen.

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