Logistik-Revolution auf dem Radweg: Also und DoorDash planen den Liefer-Bot
Das junge Micromobility-Unternehmen "Also", das erst im vergangenen Jahr aus dem US-Elektroauto-Pionier Rivian hervorging, macht den nächsten großen Schritt. Am Dienstag gab das Startup eine weitreichende Kooperation mit dem Lieferdienst-Riesen DoorDash bekannt. Ziel der Partnerschaft ist die Entwicklung und der Einsatz von autonomen Lieferfahrzeugen, die speziell für den Einsatz auf Radwegen, Seitenstreifen und Bordsteinkanten konzipiert sind – jenen Bereichen, die laut Also das "schwierigste Puzzleteil der Last-Mile-Logistik" darstellen.
Im Zuge dieser Zusammenarbeit investiert DoorDash massiv in Also als Teil einer Series-C-Finanzierungsrunde über 200 Millionen US-Dollar. Damit steigt die Bewertung des Unternehmens auf rund eine Milliarde US-Dollar. Also nutzt für seine Fahrzeuge eine technologische Basis, die eng mit Rivian verwandt ist: Die Batteriezellen und das "Pedal-by-Wire"-System stammen direkt aus der Entwicklungsschmiede des Mutterkonzerns.
Vom E-Bike zum autonomen Transporter
Bisher war Also vor allem für seine High-End-E-Bikes (Modell TM-B) und das vierrädrige Lasten-Quad TM-Q bekannt, das bereits in diesem Frühjahr an erste Kunden und Partner wie Amazon ausgeliefert wird. Die neue Kooperation mit DoorDash markiert jedoch den Einstieg in die fahrerlose Mobilität. Während die bisherigen Modelle noch auf menschliche Fahrer setzen, werden die neuen Liefer-Bots voraussichtlich auf Lenker, Pedale und Windschutzscheiben verzichten.
Die technologische Nähe zu Rivian ist dabei kein Zufall: Der Mutterkonzern hat autonomes Fahren zuletzt ins Zentrum seiner Strategie gerückt. Mit LiDAR-Integration für den R2 und einer geplanten Robotaxi-Flotte für Uber (bis zu 50.000 Fahrzeuge) liefert Rivian die Blaupause für die Software-Intelligenz, die nun auch in die kompakteren Liefer-Bots von Also einfließen könnte.
"Die Schnittstelle zwischen Straße und angrenzenden Räumen ist der Schlüssel für effiziente urbane Logistik. Unsere Partnerschaft mit DoorDash wird diese Räume für die autonome Zustellung erschließen."
Wettlauf der Liefer-Roboter
Für DoorDash ist Also nicht der erste Versuch im Bereich der Robotik. Mit dem intern entwickelten Bot "Dot" experimentiert das Unternehmen bereits in Phoenix. Doch die Kooperation mit Also verspricht eine neue Skalierungsebene. Durch die Nutzung der robusten Rivian-Hardwareplattform könnten die neuen Bots deutlich belastbarer und vielseitiger einsetzbar sein als bisherige Prototypen, die oft nur auf Gehwegen operieren.
| Modell / Projekt | Typ | Status / Ziel (2026) |
|---|---|---|
| Also TM-B | Premium E-Bike | Auslieferungsstart Frühjahr 2026 |
| Also TM-Q | Pedal-Assist Quad | Einsatz bei Amazon in Urban-Logistik |
| DoorDash Autonomous Bot | Selbstfahrender Liefer-Bot | Entwicklungsphase (Series C Funding) |
| Technik-Basis | Rivian-Plattform | LFP-Zellen & Pedal-by-Wire |
Fazit: Micromobility wird erwachsen
Die Transformation von Also zeigt deutlich, wohin die Reise in modernen Metropolen geht: Weg vom großen Lieferwagen, hin zu kleinen, autonomen Einheiten, die den Verkehrsfluss nicht behindern. Durch das finanzielle Schwergewicht von DoorDash und die technologische Rückendeckung von Rivian hat Also die besten Chancen, den Radweg zum wichtigsten Logistikkanal der Zukunft zu machen. Für klassische Paketdienste bedeutet dies einen massiven Innovationsdruck in der letzten Meile.



