Dacia Hipster: Elektro-Revolution für unter 15.000 Euro geplant

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Dacia Hipster: Elektro-Revolution für unter 15.000 Euro geplant

Mit dem "Hipster" plant Dacia für Ende 2027 den ultimativen Preisbrecher im Elektro-Segment. Das ultrakompakte, nur drei Meter lange Stadtauto soll weniger als 15.000 Euro kosten und dank radikaler Gewichtsreduktion und Produktion in China die Lücke füllen, die der teurer werdende Dacia Spring hinterlässt.

Dacia Hipster: Der 15.000-Euro-Stromer für die City kommt 2027

Dacia besinnt sich auf seine Wurzeln: Während viele Hersteller ihre Elektroautos immer größer und teurer machen, plant die Renault-Tochter mit dem „Hipster“ den radikalen Gegenentwurf. Ende 2027 soll das elektrische Mikro-Auto auf den Markt kommen und die magische Preisgrenze von 15.000 Euro unterbieten. Damit wäre der Hipster das günstigste vollwertige Elektroauto in Europa und ein direkter Angriff auf die urbane Mobilitätswende.

Das Konzept sieht ein viersitziges Fahrzeug vor, das mit nur drei Metern Länge extrem kompakt ausfällt. Um den Kampfpreis zu realisieren, setzt Dacia auf konsequenten Leichtbau und eine Produktion in China beim Gemeinschaftsunternehmen eGT New Energy Automotive. Mit einem Zielgewicht von nur 800 Kilogramm – rund 20 Prozent leichter als der aktuelle Dacia Spring – verspricht der Hipster maximale Effizienz bei minimalem Ressourcenverbrauch.

Strategischer Wechsel: Hipster ersetzt den Spring

Die Einführung des Hipster ist Teil einer größeren Rochade im Dacia-Portfolio. Der aktuelle Dacia Spring wird Ende 2026 von einem moderneren Nachfolger abgelöst, der technisch eng mit dem neuen Renault Twingo verwandt ist. Dieser „neue Spring“ wird jedoch hochwertiger und mit einem Zielpreis von knapp unter 18.000 Euro auch teurer. Der Hipster soll genau hier einspringen und das Segment der preisbewussten Einsteiger besetzen, das Dacia einst groß gemacht hat.

Feature Dacia Hipster (2027) Dacia Spring (Neu ab 2026)
Preis Unter 15.000 € Knapp unter 18.000 €
Länge 3,00 Meter ca. 3,60 Meter
Gewicht ca. 800 kg ca. 1.000 kg
Produktionsort Shiyan, China Novo Mesto, Slowenien
Vmax ca. 90 km/h (geplant) 125 km/h

Design und Nutzwert: Mut zur Lücke

Optisch wird der Hipster kein geschrumpfter SUV, sondern ein eigenständiges „Mobilitätsobjekt“. Designchef Romain Gauvin beschreibt das Fahrzeug als kastenförmig, schlicht und funktional – vergleichbar mit der gesellschaftlichen Bedeutung, die der Logan vor 20 Jahren für Verbrenner hatte. Die Höchstgeschwindigkeit könnte auf 90 km/h begrenzt werden, was für den reinen Stadtbetrieb und kurze Pendlerstrecken völlig ausreicht, aber die Kosten für Antrieb und Versicherung drastisch senkt.

„Es ist das Dacia-typischste Projekt, an dem ich je gearbeitet habe. Wir wollen beweisen, dass wir das Geschäft mit wirklich erschwinglichen Autos nicht vernachlässigen.“ – Katrin Adt, Dacia-Chefin.

Die China-Frage: Zollhürden und EU-Regeln

Trotz der aktuellen Diskussionen um Strafzölle auf chinesische E-Autos hält Renault an der Produktion in Hubei fest. Der Konzern setzt darauf, dass Kleinstwagen wie der Hipster von Sonderregelungen profitieren könnten. Zudem schlägt Renault der EU vor, den lokalen Wertschöpfungsanteil über die gesamte Flotte zu berechnen. Da Modelle wie der R5 oder der neue Twingo in Europa gebaut werden, könnte dies den Import des günstigen Hipster aus China kompensieren.

Besonders spannend: Die EU plant eine neue Fahrzeugklasse „M1e“ für kleine Stromer, die den Herstellern Bonus-Credits bei der CO2-Bilanz einbringt. Der Hipster wäre somit nicht nur ein günstiges Angebot für Kunden, sondern auch ein strategisches Instrument für Dacia, um die strengen Flottenziele bis 2034 mühelos zu erreichen.

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