Pay-to-Play unter der Haube: Ford macht den Mach-E Frunk zur Option
Was bisher als eines der praktischen Standard-Features vieler Elektroautos galt, wird bei Ford nun zum Luxusgut: Der „Frunk“ (Front Trunk) des Mustang Mach-E ist ab dem Modelljahr 2026 nicht mehr serienmäßig an Bord. Wer den zusätzlichen Stauraum unter der Fronthaube nutzen möchte, muss bei der Bestellung ein Häkchen setzen und stolze 495 USD extra bezahlen.
Diese Entscheidung markiert eine drastische Kehrtwende in Fords Marketingstrategie. Bei der Markteinführung im Jahr 2021 wurde der 141 Liter fassende, auswaschbare Frunk noch als ultimatives Lifestyle-Feature für Tailgate-Partys und Einkäufe beworben. Doch die Datenauswertung vernetzter Fahrzeuge zeichnet offenbar ein anderes Bild: Laut Ford nutzen viele Kunden den vorderen Kofferraum im Alltag kaum oder gar nicht.
Kosteneffizienz vs. Kundenkomfort
Bereits mit dem Modelljahr 2025 schrumpfte der Frunk um etwa 40 Prozent auf nur noch rund 74 Liter (2,6 cubic feet), da Ford serienmäßig eine effiziente Wärmepumpe integrierte, die zusätzlichen Platz beansprucht. Mit dem Schritt für 2026 geht Ford nun noch weiter: Ohne die 495-Dollar-Option bleibt der Bereich unter der Haube eine ungenutzte „Leere“, da die entsprechende Kunststoffwanne (das Tray) schlicht weggelassen wird.
| Modelljahr | Frunk-Status | Volumen (ca.) | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| 2021 - 2024 | Serienmäßig | 141 Liter | Ablauföffnung für Eis/Wasser |
| 2025 | Serienmäßig | 74 Liter | Platzverlust durch Wärmepumpe |
| 2026 | Optional (495 USD) | 74 Liter | Nur als "Exterior Option" erhältlich |
Strategie hinter dem Streichkonzert
Ford versucht mit diesem Schritt, den Einstiegspreis des Mach-E trotz Inflation und technischer Upgrades stabil zu halten oder gar leicht zu senken. Das Basismodell „Select“ startet 2026 bei ca. 39.840 USD. Um diesen Preis zu realisieren, wurden auch andere Features wie die 360-Grad-Kamera oder Parksensoren in optionale Technologie-Pakete ausgelagert. Wer also den gewohnten Ausstattungsumfang der Vorjahre möchte, landet am Ende bei einem höheren Gesamtpreis.
„Wir haben gelernt, dass Kunden ihren Frunk zwar nutzen, aber vielleicht nicht so intensiv, wie wir ursprünglich dachten. Um die Wahlfreiheit zu erhalten, haben wir ihn für 2026 optional gemacht.“ – Teddy Ankeny, Mach-E Brand Manager.
Ein neuer Trend in der Branche?
Ford ist nicht allein: Auch bei Modellen wie dem Dodge Charger EV oder einigen Konfigurationen des VW ID.4 wird auf einen Frunk verzichtet oder dieser nur gegen Aufpreis angeboten. Kritiker sehen darin jedoch ein „Nickel-and-Diming“, da der physische Platz im Fahrzeug ohnehin vorhanden ist und lediglich ein Kunststoffbauteil eingespart wird, um die Gewinnmarge pro Einheit zu optimieren. Für Nutzer, die dort Ladekabel oder Schmutzwäsche verstauen möchten, bleibt der Frunk dennoch ein unverzichtbares EV-Feature.



