Fords "Model T Moment": Radikaler Neustart mit der Universal EV Plattform
Nachdem der F-150 Lightning eingestellt wurde, setzt Ford-CEO Jim Farley alles auf eine Karte. Ein geheimes "Skunkworks"-Team, bestehend aus Top-Talenten von Tesla, Rivian und Lucid, hat die Aufgabe, Ford zurück in die Gewinnzone der E-Mobilität zu führen. Die neue "Universal EV Plattform" soll laut Farley ein "Model T Moment" für die Marke sein – ein Wendepunkt, der Elektromobilität durch radikale Kosteneffizienz für die breite Masse erschwinglich macht.
Im Fokus stehen dabei nicht mehr riesige Batterien und maximale PS-Zahlen, sondern Erschwinglichkeit und Nutzwert. Ford plant, die Fahrzeuge aus nur drei großen Druckguss-Teilen (Gigacasting) zusammenzusetzen, was die Produktionskosten massiv senkt und die Komplexität reduziert.
Der erste Streich: Ein elektrischer Pick-up in Maverick-Größe
Das erste Modell auf der neuen Plattform wird ein mittelgroßer Pick-up sein, der voraussichtlich 2027 auf den Markt kommt. Trotz kompakterer Außenmaße – vergleichbar mit dem Ford Maverick – soll der Innenraum mehr Platz bieten als ein Toyota RAV4. Ford verspricht eine völlig neue Silhouette, die sich deutlich vom klassischen Kasten-Design des F-150 abhebt.
Technisch setzt Ford auf einen hocheffizienten Ansatz: Die Batterien sollen mit ca. 51 kWh nutzbarer Kapazität bewusst klein gehalten werden, um den Preis unter der magischen 30.000-Dollar-Grenze zu halten. Zum Einsatz kommen kostengünstige Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP), die Ford ab 2026 im neuen BlueOval Battery Park in Michigan selbst produzieren wird.
| Merkmal | Details / Spezifikation |
|---|---|
| Plattform | Universal EV Plattform (Skunkworks) |
| Modelle | Kompakter Pick-up & kleiner Crossover |
| Preisziel | Unter 30.000 USD (Einstiegsmodell) |
| Batterietechnik | LFP-Zellen (ca. 51 kWh) |
| Antrieb | RWD (Standard) / AWD (Optional) |
| Marktstart | Voraussichtlich 2027 |
Fokus auf "Work & Adventure" statt Luxus-Schnickschnack
Doug Field, Fords Elektro-Chef, bestätigte, dass die Motoren komplett im Eigenbau entstehen. Während die Heckantrieb-Variante auf einen Permanentmagnet-Motor setzt, erhalten Allrad-Modelle einen zusätzlichen Induktionsmotor an der Vorderachse. Ein wichtiges Feature für den US-Markt: Der NACS-Ladeanschluss (Tesla-Standard) wird nativ integriert sein.
"Dieses Projekt ist wie die Apollo- oder Gemini-Mission für Ford. Wir haben die Fertigung in Louisville bereits entkernt und bauen die ersten Prototypen mit unserer eigenen Software-Architektur." – Jim Farley, CEO.
Konkurrenz aus China und Tesla im Visier
Ford sieht chinesische Hersteller wie BYD und Xiaomi sowie Teslas kommendes Kompaktmodell als die ultimativen Gegner. Da Projekte wie "Project T3" (der große Elektro-Truck-Nachfolger) gestoppt wurden, liegt die gesamte Hoffnung auf diesem erschwinglichen Segment. Ob Ford das Preisziel von unter 30.000 Dollar trotz aktueller Zoll-Hürden halten kann, wird die entscheidende Frage für den Erfolg in den USA und Europa sein.



