HeyCharge: 2,5 Mio.€ EU-Förderung für Offline-Laden

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

HeyCharge: 2,5 Mio.€ EU-Förderung für Offline-Laden

Das Münchner Startup HeyCharge erhält 2,5 Millionen Euro vom Europäischen Innovationsrat (EIC), um seine revolutionäre Offline-Ladeplattform für Tiefgaragen zu skalieren. Dank patentierter Token-Technologie macht HeyCharge Schluss mit Funklöchern und senkt die Installationskosten in Mehrfamilienhäusern um über 40%.

Kein Netz? Kein Problem! HeyCharge sichert sich Millionen-Zuschuss für Offline-Technologie

Das Laden in Tiefgaragen ist oft ein Albtraum für E-Auto-Fahrer: Fehlendes WLAN und Funklöcher machen die Autorisierung herkömmlicher Wallboxen unmöglich. Das Münchner Startup HeyCharge löst dieses Problem mit einer patentierten Offline-Technologie und erhält dafür nun einen kräftigen Schub: 2,5 Millionen Euro fließen vom Europäischen Innovationsrat (EIC) in die Weiterentwicklung der Plattform.

Während die meisten Ladeanbieter auf eine permanente Internetverbindung angewiesen sind, um Nutzer zu identifizieren und Abrechnungen zu erstellen, geht HeyCharge einen anderen Weg. Die Münchner nutzen ihre patentierte "SecureCharge"-Technologie. Hierbei kommuniziert das Smartphone des Nutzers direkt via Bluetooth und kryptografischen Token mit der Ladestation. Eine teure IT-Infrastruktur im Keller – etwa Netzwerkkabel, Router oder Signalverstärker – wird damit überflüssig.

Enormes Sparpotenzial für Wohnungsbaugesellschaften

Die Vorteile dieser Lösung liegen nicht nur in der Zuverlässigkeit, sondern vor allem im Geldbeutel der Betreiber. Laut HeyCharge-Gründer Chris Cardé senkt der Verzicht auf aufwendige Kommunikations-Hardware die Installationskosten um mehr als 40 %. Das weckt Interesse bei den Großen der Branche: HeyCharge kooperiert bereits mit Schwergewichten wie der Vonovia und der MEAG (Munich Re).

"Fast die Hälfte der Europäer lebt in Mehrfamilienhäusern. Genau dort, wo internetabhängige Ladegeräte oft versagen, setzen wir an und demokratisieren das Laden von Elektrofahrzeugen." – Chris Cardé, CEO HeyCharge

Was passiert mit den 2,5 Millionen Euro?

Die zweckgebundenen Mittel des EIC Accelerators sollen HeyCharge dabei helfen, die Plattform SecureCharge FLEX innerhalb der nächsten 24 Monate auf die nächste Stufe (vom Prototypstatus TRL 7 zur Marktreife TRL 8) zu heben. Die Roadmap ist ambitioniert:

  • Smart Energy Management: Entwicklung von dynamischem Lastmanagement und variablen Tarifen.
  • V2G-Ready: Integration von bidirektionalem Laden, damit E-Autos künftig Strom ans Gebäude zurückgeben können.
  • Europa-Expansion: Durchführung von Pilotprojekten in verschiedenen EU-Ländern zur Vorbereitung des Marktrollouts.
  • Franchise-Modell: Aufbau eines Netzwerks aus zertifizierten Installateuren in ganz Europa.

Hintergrund: Wer ist HeyCharge?

Das 2020 gegründete Unternehmen hat bereits an über 130 Standorten in Deutschland rund 2.500 Parkplätze elektrifiziert. Mit dem neuen Kapital steigt die Gesamtfinanzierung deutlich an, nachdem bereits namhafte Investoren wie BMW i Ventures und Statkraft Ventures eingestiegen waren. Der EIC-Zuschuss gilt in der Szene als Ritterschlag, da der Innovationsrat nur Projekte mit extrem hohem disruptivem Potenzial fördert.

Feature Herkömmliche Wallboxen HeyCharge (SecureCharge)
Internet im Keller Zwingend erforderlich Nicht nötig (Offline)
Installation Teuer (LAN/WLAN-Ausbau) Günstig (Plug & Play)
Autorisierung Cloud-Abgleich (langsam) Bluetooth-Token (sofort)

Für die E-Mobilität in Städten könnte diese Technologie der entscheidende Durchbruch sein. Wenn das Laden zu Hause in der Tiefgarage so einfach und günstig wird wie an der Steckdose in der Küche, schwindet eines der größten Kaufhindernisse für Mieter in Ballungsräumen.

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