ÖPNV-Förderung Niedersachsen 2026: 45 neue E-Busse & Lade-Infrastruktur

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

ÖPNV-Förderung Niedersachsen 2026: 45 neue E-Busse & Lade-Infrastruktur

Niedersachsen investiert massiv in die Verkehrswende: Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne hat das 110 Millionen Euro schwere ÖPNV-Jahresförderprogramm 2026 vorgestellt. Während der Großteil in Infrastruktur fließt, ermöglicht das Land die Beschaffung von 45 neuen Batteriebussen und zwei Wasserstoff-Bussen. Besonders Lüneburg setzt seinen Kurs fort und baut die Flotte um weitere zehn E-Busse aus, während auch ländliche Regionen wie das Emsland und Wittmund erste Schritte in die E-Mobilität wagen.

Niedersachsen stellt die Weichen für einen klimaneutralen Nahverkehr: Im Rahmen des ÖPNV-Jahresförderprogramms 2026 fließen rund 110 Millionen Euro in die Modernisierung von Bus und Bahn. Ein Fokus liegt dabei auf dem Ausbau der Elektromobilität: Das Land fördert aktuell die Beschaffung von 45 batterieelektrischen Bussen (BEV) und zwei Brennstoffzellenbussen, um den Diesel-Anteil in den Flotten weiter zu reduzieren.

Lüneburg baut Führungsposition aus

Der Landkreis Lüneburg bleibt der Vorreiter im Land. Das junge kommunale Verkehrsunternehmen Moin Lüneburg, das erst Anfang 2026 den Betrieb übernommen hat, erhält Fördermittel für zehn weitere Elektrobusse in Höhe von 2,92 Millionen Euro. Zusammen mit den bereits gelieferten Einheiten (darunter Mercedes-Benz eCitaro Solo- und Gelenkbusse) wächst die Lüneburger Flotte damit zügig in Richtung Klimaneutralität.

Auch in der Region Hannover tut sich viel: Die Regiobus Hannover erhält Zuschüsse für neun neue E-Busse. Parallel dazu werden in Wolfsburg und Gifhorn jeweils sieben weitere Elektro-Fahrzeuge in den Dienst gestellt.

Infrastruktur: Depots werden zu Ladehubs

Da neue Busse auch Strom benötigen, fördert das Ministerium gezielt den Umbau der Betriebshöfe. Zwei Projekte stechen dabei hervor:

  • Delmenhorst (Delbus): Erhält rund 183.000 Euro für die Ladeinfrastruktur am Standort Bremer Straße, um die 2025 bestellten E-Busse zu versorgen.
  • Celle (CeBus): Hier fließen über 302.000 Euro in den Ausbau des Depots in Winsen (Aller). Das Ziel von CeBus ist ambitioniert: Insgesamt sollen mittelfristig 50 E-Busse im Landkreis surren.

Übersicht: Die wichtigsten E-Bus-Projekte 2026

Region / Betreiber Anzahl E-Busse (BEV) Besonderheiten
Lüneburg (Moin) 10 Zuschuss: 2,92 Mio. €
Hannover (Regiobus) 9 Ergänzung zur eCitaro-Flotte
Wolfsburg (WVG) 7 Ausbau des städtischen ÖPNV
Gifhorn (VLG) 7 Fokus auf regionale Linien
Ammerland (Hilgen/Wilmering) 2 (H2) Wasserstoff-Antrieb (Brennstoffzelle)

E-Mobilität erreicht die Fläche

Bemerkenswert ist, dass die Förderung 2026 verstärkt auch kleinere Betriebe in ländlichen Regionen erreicht. Von Voltlage (Osnabrück) über Lingen (Emsland) bis hin nach Esens (Wittmund) werden einzelne E-Busse gefördert. Dies zeigt, dass die Technik mittlerweile auch für längere Überlandstrecken als zuverlässig eingestuft wird – auch wenn die konkreten Fahrzeugmodelle oft erst nach den nun folgenden Ausschreibungen feststehen.

"Wir fördern nicht nur die Fahrzeuge, sondern das gesamte System. Ohne moderne Depots und Echtzeit-Infos für die Fahrgäste gewinnt man niemanden für den Umstieg." - Grant Hendrik Tonne, Verkehrsminister Niedersachsen.

Fazit: Schritt für Schritt zum emissionsfreien ÖPNV

Das Förderprogramm 2026 ist ein wichtiger Baustein für das Ziel eines klimaneutralen Niedersachsens bis 2040. Während Großstädte wie Hannover bereits Routine beim E-Bus-Rollout zeigen, fangen viele Landkreise gerade erst an. Die Mischung aus Landesmitteln und Bundesförderung (GVFG) sorgt dafür, dass die Verkehrsbetriebe das finanzielle Risiko der Transformation schultern können.

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