Batterie-Power aus Tschechien: Škoda wird zum Komponenten-Riesen
Škoda Auto hat am 2. März 2026 einen Meilenstein seiner Unternehmensgeschichte gefeiert. Mit der Eröffnung einer neuen, 55.000 Quadratmeter großen Montagehalle in Mladá Boleslav übernimmt die tschechische VW-Tochter die Führung bei der Fertigung von Antriebsbatterien innerhalb des Volkswagen-Konzerns. Das Werk ist das erste in Europa, das die innovative „Cell-to-Pack“-Technologie im industriellen Maßstab für die Volumenmarken des Konzerns umsetzt.
Industrieller Maßstab: Alle 60 Sekunden ein Akku
Die Dimensionen der neuen Fertigung sind beeindruckend. Auf einer Fläche, die etwa acht Fußballfeldern entspricht, sorgen 131 Industrieroboter für einen Automatisierungsgrad von rund 84 Prozent. Das Werk ist darauf ausgelegt, pro Jahr bis zu 335.000 Batteriesysteme zu produzieren – das sind mehr als 1.100 Einheiten pro Tag. Diese Kapazität sichert die Versorgung der gesamten „Brand Group Core“ (VW, Škoda, SEAT/CUPRA und VW Nutzfahrzeuge).
| Eckdaten | Details zur neuen Montagehalle (2026) |
|---|---|
| Investitionsvolumen | 205 Millionen Euro |
| Jährliche Kapazität | Bis zu 335.000 Batteriesysteme |
| Taktzeit | 60 Sekunden pro System |
| Technologie | Cell-to-Pack (CtP) mit LFP-Chemie |
Cell-to-Pack: 30 % Kostenersparnis für die E-Mobilität
Technologisch markiert die Halle den Umstieg auf das „Cell-to-Pack“-Verfahren. Dabei werden die Batteriezellen ohne den bisher üblichen Umweg über einzelne Module direkt in das Batteriegehäuse integriert. In Kombination mit der Einführung der günstigeren Lithium-Eisenphosphat-Chemie (LFP) und standardisierten Konzernzellen senkt Škoda die Batteriekosten um beachtliche 30 Prozent gegenüber den bisherigen MEB-Akkus.
- Höhere Energiedichte: Weniger Bauteile bedeuten mehr Platz für aktive Zellen auf gleichem Raum.
- Gewichtsreduktion: Der Wegfall von Modulgehäusen und Verkabelungen macht das Akkupack leichter.
- Skaleneffekte: Die Standardisierung ermöglicht den Einsatz in Modellen vom kompakten Škoda Epiq bis zum großen SUV.
„Škoda ist ein wichtiger Motor für die Transformation unserer Markengruppe. Das Know-how und die Effizienz in Mladá Boleslav stärken die gesamte europäische Batterie-Wertschöpfungskette.“ — Thomas Schäfer, CEO der Marke Volkswagen und Škoda-Aufsichtsratschef
Nachhaltigkeit: „Green Forward“ am Stammsitz
Die neue Produktion ist Teil der „Green Future“-Strategie. Škoda nutzt für die Montage ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen. Durch die Lokalisierung der Fertigung am Stammsitz entfallen zudem lange Transportwege für die schweren Batteriesysteme, was den CO2-Fußabdruck der Fahrzeuge weiter verbessert. Bis 2027 plant Škoda zudem, das zentrale Kraftwerk in Mladá Boleslav vollständig von Kohle auf Biomasse umzustellen.
Ausblick: Herzstück für neue Elektromodelle
Die in der neuen Halle gefertigten Systeme kommen pünktlich zum Start einer großen Modellwelle. Unter anderem werden der neue City-SUV Škoda Epiq und das elektrische Flaggschiff Škoda Peaq (mit bis zu sieben Sitzen) mit der Technik aus tschechischer Eigenproduktion ausgestattet. Damit wandelt sich Škoda endgültig vom reinen Fahrzeughersteller zum technologischen Kompetenzzentrum für Elektromobilität im Herzen Europas.



