Lexus UX 300e: Erstes Elektroauto der Marke wird eingestellt

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Lexus UX 300e: Erstes Elektroauto der Marke wird eingestellt

Lexus nimmt die rein elektrische Variante des Kompakt-SUV UX 300e in Deutschland und weiteren europäischen Märkten klammheimlich aus dem Programm. Als Hauptgründe gelten veraltete Ladetechnik (CHAdeMO) und schwache Absatzzahlen, während der Hybrid-Bruder UX 300h weiterhin verfügbar bleibt.

Lexus UX 300e: Das Ende für den japanischen Elektro-Pionier in Europa

Toyotas Edelmarke Lexus zieht die Reißleine: Der UX 300e, das erste rein batterieelektrische Modell der Marke, verschwindet aus den Konfiguratoren in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Während die Baureihe als Vollhybrid (UX 300h) mit modernerem Antrieb weitergeführt wird, ist für die Stecker-Variante nach sechs Jahren Schluss. Einzig in Märkten mit extrem hoher Elektro-Quote, wie etwa Norwegen, bleibt das Modell vorerst noch gelistet.

Der UX 300e startete 2020 mit großen Ambitionen, kämpfte jedoch von Beginn an mit einem technologischen Handicap: dem in Europa exotischen CHAdeMO-Schnellladeanschluss. Während sich der CCS-Standard flächendeckend durchsetzte, blieb Lexus beim japanischen System, was die Ladeoptionen für Kunden massiv einschränkte und die Wiederverkaufswerte drückte.

Technische Daten: Ein Upgrade, das zu spät kam

Lexus versuchte 2022 zwar gegenzusteuern und spendierte dem UX 300e ein deutlich größeres Akkupaket, um die Reichweite auf ein konkurrenzfähiges Niveau zu heben. Doch an der langsamen Ladegeschwindigkeit und dem veralteten Steckersystem änderte sich nichts, was den Wagen im Vergleich zu modernen Plattformen der Konkurrenz ins Abseits stellte.

Spezifikation Details (letzter Stand)
Batteriekapazität 72,8 kWh (Netto)
Reichweite (WLTP) bis zu 449 km
Ladeanschluss CHAdeMO (DC) / Typ 2 (AC)
Leistung 150 kW (204 PS)
0-100 km/h 7,5 Sekunden

Die Gründe für das Aus

Neben der problematischen Lade-Infrastruktur dürften vor allem die enttäuschenden Verkaufszahlen den Ausschlag gegeben haben. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland nur noch verschwindend geringe Stückzahlen abgesetzt, während der Hybrid-UX weiterhin solide performt. Zudem hat Lexus mit dem größeren RZ mittlerweile ein dediziertes Elektro-SUV im Programm, das auf einer reinen E-Plattform steht und den CCS-Standard nutzt.

"Der UX 300e war ein mutiger erster Schritt, krankte aber an der starren Festhaltung an japanischen Ladestandards. Im Jahr 2026 ist ein Premium-Stromer mit CHAdeMO in Europa kaum noch vermittelbar."

Wie geht es bei Lexus elektrisch weiter?

Wer aktuell einen rein elektrischen Lexus sucht, muss zum deutlich teureren RZ greifen, der erst kürzlich ein Update mit bis zu 408 PS und verbesserter Reichweite erhielt. Für 2026 hat die Marke jedoch bereits eine neue Elektro-Offensive angekündigt: Die achte Generation der Limousine Lexus ES soll erstmals als Vollelektro-Variante (ES 350e und ES 500e) nach Europa kommen und die Lücke im Portfolio schließen.

Bestandskunden des UX 300e müssen sich trotz der Einstellung keine Sorgen um den Service machen; die Ersatzteilversorgung und die markentypischen Garantien (bis zu 15 Jahre mit dem Relax-Programm) bleiben über die Lexus-Foren und Partnerbetriebe wie gewohnt bestehen.

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