Grüner Akku: Polestar knackt 50-Prozent-Marke bei Recycling-Kobalt
Nachhaltigkeit ist für Polestar mehr als ein Marketing-Versprechen. Der schwedische Elektroauto-Hersteller gab bekannt, dass die Hochvoltbatterien der Modelle Polestar 2 und Polestar 3 ab sofort zu mindestens 50 Prozent aus recyceltem Kobalt bestehen. Damit untermauert die Marke ihren Anspruch, die Umweltauswirkungen der Batterieproduktion – dem ökologisch kritischsten Teil eines E-Autos – drastisch zu reduzieren.
Besonders Kobalt steht aufgrund der Abbubedingungen und sozialer Aspekte in der Kritik. Polestar reagiert darauf mit einer konsequenten Kreislaufwirtschaft: Statt neue Minen zu erschließen, werden wertvolle Rohstoffe aus Altbatterien zurückgewonnen und in den Produktionskreislauf zurückgeführt. Ob auch die neueren Modelle Polestar 4 und 5 oder der kommende Polestar 6 von dieser Quote profitieren, ließ das Unternehmen noch offen.
Transparenz per Blockchain und Lebenszyklus-Analyse
Um Greenwashing vorzubeugen, setzt Polestar auf technologische Überwachung. Die Herkunft des Kobalts im Polestar 2 lässt sich bereits seit längerem lückenlos per Blockchain-Technologie nachverfolgen. Zudem veröffentlicht der Hersteller detaillierte Lebenszyklusanalysen (LCA) für jedes Modell, um die CO2-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette für Kunden sichtbar zu machen.
Dank intelligenter Ladeintegration und optimierter Materialbeschaffung konnte Polestar die relativen Emissionen pro Fahrzeug seit 2020 bereits um ein Viertel senken. Das Ziel ist ambitioniert: Bis 2030 sollen die Treibhausgase pro verkauftem Auto halbiert werden, bis 2040 strebt die Marke die vollständige Klimaneutralität an.
| Kategorie | Status / Zielwert |
|---|---|
| Recycling-Anteil Kobalt | Mindestens 50 % (Polestar 2 & 3) |
| Lieferketten-Tracking | Blockchain-basiert |
| Emissionssenkung seit 2020 | - 25 % pro Fahrzeug |
| Ziel 2030 | Halbierung der Emissionen |
| Ziel 2040 | Vollständige Klimaneutralität |
Zweites Leben für den Akku: Kooperation mit Volvo
Ein zentraler Baustein der Strategie ist die Verlängerung der Batterielebensdauer. Hierbei arbeitet Polestar eng mit den Batteriezentren von Volvo Cars zusammen. Muss ein Akku getauscht werden, erhalten Kunden eine professionell aufgearbeitete Ersatzbatterie mit gleichwertigem Gesundheitszustand (State of Health). So bleiben Ressourcen im System, statt zu Abfall zu werden.
"Ressourcen müssen im Kreislauf bleiben und stets verfügbar sein, statt knapper zu werden. Das ist die Basis für ein neues, nachhaltiges Mobilitätssystem." – Fredrika Klarén, Nachhaltigkeitschefin bei Polestar.
Neben Batteriematerialien weitet Polestar den Fokus auf zirkuläre Lösungen für Aluminium, Stahl und sogar Textilien wie Teppiche und Garne aus. Das Ziel ist ein Auto, das am Ende seiner Laufzeit fast vollständig in seine Bestandteile zerlegt und als Rohstoffquelle für die nächste Generation dienen kann.



