Zwischen Rekord und Transformation: Seat und Cupra investieren in die Zukunft
Das spanische Markenduo Seat und Cupra blickt auf ein Jahr der Extreme zurück. Wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab, kletterte der Umsatz im Jahr 2025 auf den historischen Bestwert von 15,3 Milliarden Euro (+5,1 %). Auch bei den Auslieferungen gab es mit 586.300 Fahrzeugen einen neuen Rekord. Besonders treibend war die Elektro-Sparte: Die Verkäufe von vollelektrischen Fahrzeugen (BEV) stiegen um fast 66 Prozent, Plug-in-Hybride legten um knapp 63 Prozent zu.
Doch die nackten Absatzzahlen erzählen nur die halbe Wahrheit. Das operative Ergebnis schrumpfte aufgrund massiver Vorleistungen für die Elektromobilität auf lediglich eine Million Euro zusammen. Neben den Hochlaufkosten für neue Modelle belasteten vor allem die EU-Ausgleichszölle auf den in China gefertigten Cupra Tavascan sowie negative Sondereffekte die Bilanz.
Martorell wird zum Elektro-Hub Europas
Hinter den Kulissen baut Seat-Cupra den Standort Martorell radikal um. Allein im Jahr 2025 flossen 1,3 Milliarden Euro in Forschung, Entwicklung und Sachanlagen. Seit 2020 summierten sich die Investitionen auf 6,2 Milliarden Euro. Das Ziel ist klar: Spanien soll zum Zentrum für kompakte Elektroautos im Volkswagen-Konzern werden. Seat und Cupra übernehmen dabei die Führung für die sogenannte MEB21-Plattform, auf der die „Small EV“-Familie des gesamten Konzerns basieren wird.
| Kennzahl | Ergebnis 2025 | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Umsatz | 15,3 Mrd. € | + 5,1 % |
| Auslieferungen (Gesamt) | 586.300 Fahrzeuge | + 5,1 % |
| Absatz Elektroautos (BEV) | ca. 25 % Anteil (Cupra) | + 65,9 % |
| Operatives Ergebnis | 1,0 Mio. € | Deutlicher Rückgang |
| Investitionen (F&E/CAPEX) | 1,3 Mrd. € | Höchstwert im Zyklus |
Cupra als Wachstumstreiber: Der Raval steht in den Startlöchern
Während Seat weiterhin eine solide Basis bietet, bleibt Cupra die Speerspitze für Wachstum und Marge. Die junge Marke hat mittlerweile die Marke von einer Million verkauften Fahrzeugen geknackt und strebt bis 2030 eine Umsatzrendite von 6 Prozent an. In Deutschland hat Cupra bereits einen Marktanteil von über 3 Prozent erreicht.
Der nächste große Meilenstein ist der Cupra Raval. Das kompakte Elektroauto soll am 9. April 2026 zeitgleich in 16 Städten weltweit Premiere feiern. Es ist das erste Modell, das komplett in Martorell vom Band läuft und Elektromobilität „zugänglich und emotional“ machen soll. Die Markteinführung in Europa ist für den Sommer 2026 geplant.
„Transformation hat ihren Preis. Wir investieren jetzt massiv, um Spanien zum Hub der Elektromobilität zu machen und die industrielle Zukunft Europas zu sichern.“ – Markus Haupt, CEO von Seat und Cupra.
Kostendisziplin und neue Strategie
Um die Profitabilität trotz der hohen Investitionen zu sichern, hat Finanzvorstand Patrik Andreas Mayer ein strenges Performance-Programm aufgelegt. Die Gemeinkosten konnten bereits um fast 20 Prozent gesenkt werden. Durch das neue Steuerungsmodell innerhalb der „Brand Group Core“ (VW, Skoda, Seat/Cupra) sollen Synergien bei der Produktion und Entwicklung noch besser genutzt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber neuen Playern aus China zu stärken.



