Meilenstein in Spanien: Martorell liefert Batterien im 45-Sekunden-Takt
Die Transformation von Seat und Cupra erreicht die Zielgerade. Im Stammwerk Martorell ist heute die Serienproduktion von Batteriesystemen angelaufen. Damit vollzieht der Standort den entscheidenden Schritt vor dem Start der neuen "Small BEV"-Familie des Volkswagen-Konzerns. Die hochautomatisierte Anlage ist darauf ausgelegt, pro Tag bis zu 1.200 Batterien zu montieren – das entspricht einer fertigen Einheit alle 45 Sekunden.
Das Projekt ist Teil einer massiven Investition in die spanische Elektromobilität. Das 64.000 Quadratmeter große Werk wurde in Rekordzeit von weniger als zwei Jahren errichtet und beschäftigt 500 hochqualifizierte Mitarbeiter. Eine 600 Meter lange Verbindungsbrücke liefert die fertigen Akkus "Just-in-Time" direkt an die Fahrzeug-Montagelinien.
Die "Unified Cell": Ein Gehirn aus El Prat
Technologisch setzt das Werk auf die neue Einheitszelle (Unified Cell) von Volkswagen. Diese globale Plattform ermöglicht es, Batterien markenübergreifend zu skalieren und dabei Kosten drastisch zu senken. Das eigentliche "Gehirn" der Batterie, die sogenannte E-Box, wird im nahegelegenen Werk in El Prat gefertigt. Dies ist ein starkes Symbol für den industriellen Wandel: Wo 45 Jahre lang Schaltgetriebe gebaut wurden, entstehen nun die digitalen Steuereinheiten für die Stromer von morgen.
Zum Einsatz kommt dabei die moderne Cell-to-Pack-Technologie. Anstatt Zellen erst mühsam in Modulen zu bündeln, werden sie direkt im Batteriegehäuse gestapelt. Das spart Platz, reduziert das Gewicht und erhöht die Energiedichte – ein entscheidender Faktor für kompakte Elektroautos wie den kommenden Cupra Raval.
| Kategorie | Spezifikation / Kapazität |
|---|---|
| Produktionskapazität | 300.000 Batterien pro Jahr |
| Taktzeit | 1 Batterie alle 45 Sekunden |
| Zielmodelle | Cupra Raval, VW ID. Polo |
| Technologie | VW Unified Cell / Cell-to-Pack |
| Nachhaltigkeit | 70 % Solarstrom-Anteil (11.000 Module) |
Grüne Fertigung für den Cupra Raval und VW ID. Polo
Der Start der Batterieproduktion ist das Startsignal für zwei der wichtigsten Elektro-Neuheiten des Jahres: den Cupra Raval und den VW ID. Polo. Beide Modelle sollen ab Sommer 2026 die Städte erobern. Seat-CEO Markus Haupt betont, dass Martorell durch die neue Flexibilität bereit ist, den Übergang zur Elektromobilität anzuführen, ohne die hocheffizienten Verbrenner- und Hybridmodelle zu vernachlässigen.
"Mit dem Produktionsstart der Batteriesysteme festigen wir Martorells Position als vollflexibles Automobilzentrum und sind bereit für die neue Ära der Mobilität."
Auch ökologisch setzt die Anlage Maßstäbe. Auf dem Dach installierte Solarmodule decken rund 70 Prozent des Strombedarfs der Montage ab. Bevor die Batterien das Werk verlassen, durchlaufen sie auf automatisierten Prüfständen hunderte Qualitäts- und Sicherheitschecks, um die volle Leistungsfähigkeit der "Small BEV"-Plattform zu garantieren.



