Tesla Model Y Performance: Autobahn-Test, Ladekurve und Detail-Check
Das Tesla Model Y Performance ist da. Während mein Model S Plaid aufgrund eines Werkstattaufenthalts (Lager/Querlenker) beim Service ist, hatte ich die Gelegenheit, das aktuelle Performance-Modell des beliebten SUVs ausgiebig zu testen. In diesem Bericht werfen wir einen genauen Blick auf die optischen Upgrades, die Software-Details und natürlich die Performance auf der deutschen Autobahn.
Exterieur: Sportliche Optik mit kleinen Inkonsequenzen
Das Testfahrzeug kam in einem wunderschönen Blau. Sofort ins Auge fallen die Unterschiede zum Long-Range-Modell. Besonders die 21-Zoll-Überturbine-Felgen machen einen gewaltigen Unterschied. In diesem Fall waren sie ohne die "Inlays" (Radkappen-Teile) montiert, was einen sehr offenen, fast ungewohnten Blick auf die Technik freigibt. Persönlich finde ich die Variante mit den Abdeckungen fast ästhetischer, aber der offene Look hat definitiv einen aggressiven Charme.
Ein Detail, das bei genauerer Betrachtung jedoch Fragen aufwirft, ist der Materialmix an der Karosserie:
- Frontlippe & Spiegel: Hier wechselt sich Hochglanz-Schwarz mit mattem Schwarz ab.
- Heckbereich: Auch hier findet sich dieser Mix direkt nebeneinander.
Diese Inkonsistenz wirkt etwas unruhig; eine Entscheidung für entweder komplett Hochglanz oder komplett Matt wäre hier stimmiger gewesen. Dafür überzeugt der Carbon-Spoiler auf der Heckklappe, der besonders von unten betrachtet deutlich massiver und sportlicher wirkt, als es die Draufsicht vermuten lässt.
Innenraum: Liebe zum Detail und Live-Rendering
Im Innenraum setzt sich der sportliche Anspruch fort. Die Türen sind mit Carbon verkleidet und die Sitze bieten den gewohnten Komfort bei gutem Seitenhalt. Ein echtes Highlight für Tech-Enthusiasten ist die Detailverliebtheit der Software.
Das Live-Rendering der Ambient-Beleuchtung: Beim Annähern an das Fahrzeug zeigt das Display eine Animation. Das Spannende dabei: Die Farbe der Animation auf dem Bildschirm entspricht exakt der eingestellten Farbe der Ambient-Beleuchtung im Innenraum. Stellt man das Licht auf Rot, ist die Animation rot; bei Blau wird sie blau. Das beweist, dass die Grafiken live vom Chip gerendert werden und keine vorab gespeicherten Videodateien sind.
Bezüglich des Displays fällt auf, dass trotz höherer Auflösung manche grafischen Elemente noch leicht unscharf wirken, vermutlich weil sie lediglich hochskaliert und noch nicht nativ an die neue Hardware angepasst wurden.
Fahrdynamik auf der Autobahn
Der wichtigste Teil des Tests fand auf der Autobahn statt. Die Einstellungen waren maximal sportlich gewählt:
- Beschleunigung: Wahnsinn (Insane)
- Lenkung: Sport
Obwohl ich durch das Model S Plaid extrem verwöhnt bin, muss man neidlos anerkennen: Das Model Y Performance ist sehr schnell. Der Sound der Motoren wirkt im Innenraum präsenter und scheint verstärkt von hinten zu kommen – fast so, als würde er über die Lautsprecher eingespielt.
Fahrwerk und Stabilität: Hier liegt der größte Unterschied zum alten Model Y Performance. Bei Geschwindigkeiten über 200 km/h liegt der Wagen unfassbar ruhig auf der Straße. Das adaptive Fahrwerk leistet ganze Arbeit. Es ist in sportlichen Manövern spürbar straffer ("stiffer"), filtert aber Unebenheiten souverän weg. Das "Poltern", das man von älteren Modellen kannte, ist fast gänzlich verschwunden.
Die Launch Control benötigt etwa ein bis zwei Sekunden zur Vorbereitung (Bremsen greifen, Motoren spannen vor), bietet dann aber einen brachialen Anzug, auch wenn eine spezielle Animation im Display – wie beim Plaid – leider fehlt.
Ladeleistung und Verbrauch
Der aggressive Fahrstil auf der Autobahn forderte natürlich seinen Tribut beim Verbrauch. Mit dem neuen Akku zeigte das Model Y Performance am Supercharger jedoch eine solide Leistung, auch wenn wir nicht mit optimalem Ladestand (SoC) gestartet sind.
| Akkustand (SoC) | Ladeleistung |
|---|---|
| Start (~20%) | ca. 201 kW |
| 23% | 197 kW |
| 30% | 170 kW |
Die Ladekurve fällt typisch für Tesla ab, aber ein Hub von 32% auf 60% (ideal für die Weiterfahrt auf Langstrecke) wurde in nur etwa 10 Minuten prognostiziert, was absolut langstreckentauglich ist.
Fazit
Das aktuelle Tesla Model Y Performance ist ein deutliches Upgrade zum Vorgänger. Während man über kleine Design-Entscheidungen beim "Gloss vs. Matt"-Finish streiten kann, sind das Fahrwerk und die Straßenlage über jeden Zweifel erhaben. Es liegt viel besser auf der Straße als das Modell, das ich noch vor zwei Jahren gefahren bin, und verbindet sportliche Härte mit angenehmer Ruhe bei hohen Geschwindigkeiten.


