Leute, haltet euch fest, bei Volkswagen wird gerade kräftig an der Nomenklatur geschraubt. Wir hatten im Podcast ja schon öfter darüber philosophiert, dass die nüchternen Nummern (ID.3, ID.4, ID.5) vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss sind, wenn man die emotionalste Kundschaft abholen will. Jetzt scheint man in Wolfsburg – oder besser gesagt in Emden – Nägel mit Köpfen zu machen.
Der VW ID.4, immerhin eines der wichtigsten Elektro-Zugpferde des Konzerns, wird umbenannt. Wenn das große Facelift noch in diesem Jahr anrollt, wird das SUV als ID.Tiguan in den Showrooms stehen.
Die Info kam durch die Hintertür
Das Skurrile an dieser Meldung ist nicht nur der Name selbst, sondern wie er an die Öffentlichkeit gelangte. Nicht VW-Chef Oliver Blume hat das auf einer glitzernden Bühne verkündet. Nein, die IG Metall am Standort Emden hat die Katze im Rahmen einer Pressekonferenz aus dem Sack gelassen. Volkswagen selbst hält sich auf Nachfrage der Presse noch bedeckt.
Die Gewerkschaft bestätigte zudem, dass die Produktion des Modells in Emden bis Ende 2031 gesichert sei, während die Fertigung in Zwickau auslaufen soll.
Warum der Schritt zurück zu alten Namen?
Die Strategie dahinter ist klar und wurde bereits mit der Umbenennung der Studie ID.2all in ID.Polo auf der letzten IAA Mobility angedeutet. Volkswagen will weg von der rein technischen Durchnummerierung und hin zu "emotionaler aufgeladenen" Namen, die die Kunden bereits kennen und denen sie vertrauen.
Der Name "Tiguan" ist für VW pures Gold. Er gehört seit Jahren zu den volumenstärksten Baureihen. Man hofft also ganz klar auf einen "Bestseller-Bonus". Der vertraute Name soll die Hürde zum Umstieg auf die E-Mobilität senken und die Fahrzeuge klarer im Portfolio verankern.
Mehr als nur ein neuer Schriftzug: Der "Reskin"
Aber Achtung, es wird nicht einfach nur das Schild am Heck ausgetauscht. Die Einführung des Namens ID.Tiguan ist an ein umfassendes Facelift gekoppelt, das intern offenbar als "Reskin" bezeichnet wird.
Das bedeutet: Der jetzige ID.4 wird optisch deutlich überarbeitet. Ziel ist es laut Berichten aus dem Umfeld der Arbeitnehmervertretung, den Stromer gestalterisch näher an den konventionellen Verbrenner-Tiguan heranzurücken. VW reagiert damit offenbar auf Kundenfeedback, das sich eine stärkere visuelle Verwandtschaft zwischen den Antriebswelten wünscht. Das rundgelutschte "Seifenstück"-Design der frühen ID-Jahre könnte also kantigeren Tiguan-Linien weichen.
Was haltet ihr von dem Schritt? Ist "ID.Tiguan" die Rettung für die Absatzzahlen oder ein Eingeständnis, dass die ID-Marke allein nicht stark genug war? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!


