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VW & Stellantis fordern Europa-Bonus: Rettungsschirm für E-Autos „Made in EU“

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

9. Februar 2026·2 Min. Lesezeit
VW & Stellantis fordern Europa-Bonus: Rettungsschirm für E-Autos „Made in EU“

Allianz der Giganten: In einem historischen Schulterschluss fordern VW-Chef Oliver Blume und Stellantis-CEO Antonio Filosa einen radikalen Kurswechsel der EU-Industriepolitik. Ihr Ziel: Ein „Europa-Bonus“ für E-Autos, der heimische Produktion belohnt und den Kontinent gegen die wachsende Konkurrenz aus China und den USA wappnet. Wer in Europa verkauft, soll künftig auch hier investieren – oder tiefer in die Tasche greifen.

Die Zeit der Zurückhaltung ist vorbei. Volkswagen und Stellantis, die beiden größten Automobilhersteller Europas, haben in einem gemeinsamen Gastkommentar im Handelsblatt eine gezielte „Made in Europe“-Strategie gefordert. Angesichts von 13 Millionen gefährdeten Arbeitsplätzen und dem massiven Druck durch subventionierte Importe fordern sie finanzielle Anreize, die an lokale Wertschöpfung gekoppelt sind.

Die Kernforderung: Der CO₂-Bonus für europäische Wertschöpfung

Die Konzernchefs schlagen einen neuen politischen Hebel vor: Einen CO₂-Bonus für Elektroautos, die maßgeblich in Europa entwickelt und gebaut werden. Dieser Bonus soll nicht nur Käufer anlocken, sondern Herstellern auch helfen, drohende EU-Strafzahlungen zu vermeiden. Das Besondere: Erfüllt ein Hersteller die Kriterien für einen Großteil seiner Flotte, soll der Bonus für alle seine E-Fahrzeuge gelten.

Die vorgeschlagenen „Made in Europe“-Kriterien umfassen vier Säulen:

  • Fahrzeugproduktion: Fertigung, Montage sowie Forschung & Entwicklung müssen in der EU stattfinden.
  • Elektrischer Antrieb: Der Antriebsstrang muss aus europäischer Produktion stammen.
  • Batteriezellen: Die Kernkomponente des Akkus muss in Europa gefertigt werden.
  • Schlüsselkomponenten: Wichtige elektronische Bauteile müssen lokale Wertschöpfung aufweisen.

Kein Protektionismus, sondern "Level Playing Field"

Blume und Filosa betonen, dass es nicht um eine Abschottung des Marktes geht. "Wir können nicht um jede Werkbank einen protektionistischen Zaun ziehen", so die Manager. Vielmehr gehe es darum, dass alle Anbieter, die in der EU verkaufen wollen, unter vergleichbaren regulatorischen und sozialen Bedingungen produzieren. Ein Auto, das diese Kriterien erfüllt, erhielte ein offizielles "Made in Europe"-Label.

Vorteil durch Label Auswirkung für Hersteller / Käufer
Kaufprämien Höhere staatliche Zuschüsse nur für gelabelte Fahrzeuge.
Öffentliche Aufträge Bevorzugung bei Ausschreibungen für Behörden-Flotten.
CO₂-Flottenziele Anrechnung des Bonus zur Vermeidung von Milliarden-Strafen.
Investitionskraft Gezielte Lenkung von Fördergeldern in die EU-Batteriezellfertigung.

Warum die Eile? Die strategische Verwundbarkeit

Hinter dem Vorstoß steht die Sorge um die Resilienz Europas. Die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen aus Drittstaaten und die aggressive Industriepolitik der USA (Inflation Reduction Act) sowie Chinas setzen die heimische Industrie unter Zugzwang. Die Branche erwirtschaftet rund 8 % des europäischen BIP – ein Wegbrechen dieser Basis hätte katastrophale Folgen für den Wohlstand.

„Europa muss entscheiden, ob es nur ein Absatzmarkt für andere sein will oder eine globale Industriemacht bleiben möchte. Ein Europa-Bonus ist kein Almosen, sondern eine Investition in unsere strategische Unabhängigkeit.“

Fazit von Elektroquatsch

VW und Stellantis spielen auf Sieg. Der Vorschlag ist ein cleverer Schachzug: Er greift die Logik des US-Modells auf und verknüpft Klimaschutz direkt mit Standortsicherung. Ob die EU-Kommission diesen "Heimvorteil" gewährt, bleibt abzuwarten. Für uns E-Auto-Fans könnte das bedeuten, dass der nächste ID.3 oder Opel Corsa Electric durch den Bonus wieder deutlich attraktiver gegenüber der Konkurrenz aus Fernost wird. Wir halten euch über die Reaktionen aus Brüssel auf dem Laufenden!

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