VWN-Bilanz: Volle Auftragsbücher, aber schrumpfende Gewinne
Die Zahlen, die VWN-Chef Stefan Mecha für das Geschäftsjahr 2025 präsentierte, zeigen ein Unternehmen im extremen Transformationsdruck. Auf der einen Seite steht ein Umsatzplus von 11 Prozent (16,9 Mrd. Euro) und ein satter Zuwachs bei den Auslieferungen. Auf der anderen Seite sackte das operative Ergebnis von 743 Millionen auf nur noch 245 Millionen Euro ab. Die Umsatzrendite markiert mit 1,5 Prozent einen kritischen Tiefpunkt.
Hauptverantwortlich für den Gewinnrückgang sind laut Konzernangaben drohende CO₂-Strafzahlungen der EU sowie ein abgekühlter Elektro-Markt in Nordamerika. Dennoch gibt sich der Vorstand optimistisch: Mit einem um ein Drittel gestiegenen Auftragseingang und dem jüngsten Produktportfolio der Geschichte soll 2026 die Wende bringen.
Lichtblick ID. Buzz: Der Elektro-Bulli startet durch
Trotz der allgemeinen Kaufzurückhaltung bei E-Autos ist der ID. Buzz der große Gewinner im Portfolio. Mit über 60.000 Einheiten wurden 2025 doppelt so viele Fahrzeuge ausgeliefert wie im Vorjahr. Damit ist der elektrische Bulli Marktführer in seinem Segment in Europa. Auch der Multivan feierte mit einem Plus von 31 Prozent das erfolgreichste Jahr seiner Modellgeschichte.
Ein echtes Ausrufezeichen setzte die Finanzabteilung beim Netto-Cashflow: Dieser verdreifachte sich auf rund eine Milliarde Euro. Dieses Geld ist die Lebensversicherung für VWN, um die massiven Investitionen in autonomes Fahren und neue Fahrzeuggenerationen aus eigener Kraft zu stemmen.
| Kennzahl | Geschäftsjahr 2025 | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Auslieferungen | 428.000 Fahrzeuge | + 6 % |
| Umsatz | 16,9 Mrd. Euro | + 11 % |
| Operatives Ergebnis | 245 Mio. Euro | - 67 % |
| Umsatzrendite | 1,5 % | (Vorjahr: 4,9 %) |
| Netto-Cashflow | ~ 1,0 Mrd. Euro | + 208 % |
Ausblick 2026: Modelloffensive für Gewerbe und Freizeit
Für das laufende Jahr plant VWN ein Feuerwerk an Neuerungen. Der ID. Buzz erhält wichtige Updates wie Vehicle-to-Load (V2L), einen speziellen "Camp Mode" sowie eine Langversion des Cargo-Modells. Gewerbekunden dürfen sich auf den neuen Transporter und die Caravelle als Plug-in-Hybride freuen, während der Crafter mit vielfältigen Aufbauten wie Drei-Seiten-Kippern direkt ab Werk kommt.
Auch technologisch geht es voran: Im Stammwerk Hannover läuft bereits die Vorserie des ID. Buzz AD. Dieses Modell ist für das autonome Fahren konzipiert und markiert den nächsten großen Schritt in Richtung Mobilitätsdienstleistung. Parallel dazu wird das Werk im polnischen Września erweitert, um künftig die Produktion des e-Crafter zu übernehmen.
"Unsere Rendite ist aktuell noch deutlich zu schwach, aber der enorme Cashflow gibt uns die Freiheit, die Zukunft selbst zu gestalten. 2026 wird das Jahr, in dem unsere neuen Modelle ihre volle Marktkraft entfalten."
Real-World-Impact: Was bedeutet das für Käufer?
Die hohen Auftragseingänge bedeuten für dich leider: Die Lieferzeiten für beliebte Modelle wie den Multivan oder den ID. Buzz bleiben vorerst auf einem hohen Niveau. Positiv ist jedoch, dass VWN durch den Druck auf die Rendite gezwungen ist, attraktive Ausstattungspakete und technologische Updates (wie die Camp-Funktionen im Buzz) schneller in den Markt zu bringen, um die Verkaufszahlen weiter anzukurbeln.



