Ein Zwischenfall in Santa Monica bringt die Robotaxi-Branche erneut in die Schlagzeilen. Die NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) prüft nun offiziell, ob die autonomen Systeme von Waymo in hochsensiblen Bereichen wie Schulzonen ausreichend vorsichtig agieren. Der Unfall am 23. Januar 2026 wirft Fragen zur Reaktionsgeschwindigkeit der KI in unübersichtlichen Situationen auf.
Der Unfallhergang: Millisekunden entscheiden
Nach Angaben von Waymo und der NHTSA ereignete sich der Vorfall gegen 07:40 Uhr morgens. Ein Kind lief zwischen zwei parkenden SUVs unvermittelt auf die Fahrbahn, direkt in den Pfad des Waymo-Fahrzeugs. Das System (5. Generation ADS) reagierte laut Telemetriedaten sofort, konnte den Kontakt aber nicht mehr vollständig vermeiden.
- Ausgangsgeschwindigkeit: Das Fahrzeug fuhr mit ca. 27 km/h (17 mph).
- Aufprallgeschwindigkeit: Durch eine Vollbremsung wurde das Tempo auf unter 10 km/h (6 mph) reduziert.
- Folgen: Das Kind erlitt leichte Verletzungen, konnte aber selbstständig auf den Gehweg gehen. Waymo setzte automatisch einen Notruf (911) ab.
Waymo behauptet: "Sicherer als ein Mensch"
In einem Blog-Post verteidigte das Unternehmen seine Technologie. Simulationen hätten ergeben, dass ein aufmerksamer menschlicher Fahrer in derselben Situation erst bei ca. 22 km/h (14 mph) zum Stehen gekommen wäre, was deutlich schwerere Verletzungen zur Folge gehabt hätte. Die NHTSA-Ermittler (Office of Defects Investigation) konzentrieren sich jedoch auf die Frage, ob 17 mph in einer belebten Schulzone mit vielen Sichteinschränkungen überhaupt eine angemessene Geschwindigkeit waren.
| Vorfall-Typ | Ort / Status | Details |
|---|---|---|
| Kollision mit Kind | Santa Monica (Jan. 2026) | Untersuchung läuft (NHTSA & NTSB). |
| Illegales Bus-Überholen | Austin & Atlanta (2025/26) | Über 20 dokumentierte Verstöße trotz Software-Recall. |
| Geschwindigkeitsverstöße | Kalifornien | Nichteinhaltung von zeitbasierten Limits in Schulzonen. |
Systemische Probleme in Schulzonen?
Die Untersuchung ist Teil einer größeren Prüfung. Bereits im Dezember 2025 musste Waymo über 3.000 Fahrzeuge zurückrufen, weil diese fälschlicherweise an haltenden Schulbussen vorbeigefahren waren. Schulbezirke in Austin haben Waymo bereits aufgefordert, den Betrieb während der Bring- und Abholzeiten komplett einzustellen – eine Forderung, der das Unternehmen bisher nicht nachgekommen ist.
"Die Technologie erkennt zwar Objekte, aber versteht sie auch den Kontext einer Grundschule? Das ist die zentrale Frage der NHTSA."
Fazit: Ein Wendepunkt für die Regulierung
Dieser Unfall könnte weitreichende Konsequenzen für die gesamte Robotaxi-Flotte in den USA haben. Sollte die NHTSA zu dem Schluss kommen, dass die "Vorsicht" des Systems nicht ausreicht, drohen strikte Geschwindigkeitsbegrenzungen oder gar Fahrverbote in der Nähe von Schulen. Für Waymo steht viel auf dem Spiel, da die Akzeptanz in der Bevölkerung durch solche Vorfälle mit Kindern massiv sinkt.




