Waymo unter Druck: NHTSA untersucht Kollision mit Kind in Santa Monica

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Waymo unter Druck: NHTSA untersucht Kollision mit Kind in Santa Monica

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat eine offizielle Untersuchung gegen Waymo eingeleitet, nachdem ein autonomes Fahrzeug am 23. Januar 2026 in Santa Monica ein Kind angefahren hat. Der Vorfall ereignete sich während der morgendlichen Stoßzeit vor der Grant Elementary School. Obwohl das Kind nur leichte Verletzungen erlitt, steht Waymo nun massiv unter Druck, da sich Vorfälle im Bereich von Schulen und Schulbussen (u. a. illegales Überholen in Austin und Atlanta) häufen.

Ein Zwischenfall in Santa Monica bringt die Robotaxi-Branche erneut in die Schlagzeilen. Die NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) prüft nun offiziell, ob die autonomen Systeme von Waymo in hochsensiblen Bereichen wie Schulzonen ausreichend vorsichtig agieren. Der Unfall am 23. Januar 2026 wirft Fragen zur Reaktionsgeschwindigkeit der KI in unübersichtlichen Situationen auf.

Der Unfallhergang: Millisekunden entscheiden

Nach Angaben von Waymo und der NHTSA ereignete sich der Vorfall gegen 07:40 Uhr morgens. Ein Kind lief zwischen zwei parkenden SUVs unvermittelt auf die Fahrbahn, direkt in den Pfad des Waymo-Fahrzeugs. Das System (5. Generation ADS) reagierte laut Telemetriedaten sofort, konnte den Kontakt aber nicht mehr vollständig vermeiden.

  • Ausgangsgeschwindigkeit: Das Fahrzeug fuhr mit ca. 27 km/h (17 mph).
  • Aufprallgeschwindigkeit: Durch eine Vollbremsung wurde das Tempo auf unter 10 km/h (6 mph) reduziert.
  • Folgen: Das Kind erlitt leichte Verletzungen, konnte aber selbstständig auf den Gehweg gehen. Waymo setzte automatisch einen Notruf (911) ab.

Waymo behauptet: "Sicherer als ein Mensch"

In einem Blog-Post verteidigte das Unternehmen seine Technologie. Simulationen hätten ergeben, dass ein aufmerksamer menschlicher Fahrer in derselben Situation erst bei ca. 22 km/h (14 mph) zum Stehen gekommen wäre, was deutlich schwerere Verletzungen zur Folge gehabt hätte. Die NHTSA-Ermittler (Office of Defects Investigation) konzentrieren sich jedoch auf die Frage, ob 17 mph in einer belebten Schulzone mit vielen Sichteinschränkungen überhaupt eine angemessene Geschwindigkeit waren.

Vorfall-Typ Ort / Status Details
Kollision mit Kind Santa Monica (Jan. 2026) Untersuchung läuft (NHTSA & NTSB).
Illegales Bus-Überholen Austin & Atlanta (2025/26) Über 20 dokumentierte Verstöße trotz Software-Recall.
Geschwindigkeitsverstöße Kalifornien Nichteinhaltung von zeitbasierten Limits in Schulzonen.

Systemische Probleme in Schulzonen?

Die Untersuchung ist Teil einer größeren Prüfung. Bereits im Dezember 2025 musste Waymo über 3.000 Fahrzeuge zurückrufen, weil diese fälschlicherweise an haltenden Schulbussen vorbeigefahren waren. Schulbezirke in Austin haben Waymo bereits aufgefordert, den Betrieb während der Bring- und Abholzeiten komplett einzustellen – eine Forderung, der das Unternehmen bisher nicht nachgekommen ist.

"Die Technologie erkennt zwar Objekte, aber versteht sie auch den Kontext einer Grundschule? Das ist die zentrale Frage der NHTSA."

Fazit: Ein Wendepunkt für die Regulierung

Dieser Unfall könnte weitreichende Konsequenzen für die gesamte Robotaxi-Flotte in den USA haben. Sollte die NHTSA zu dem Schluss kommen, dass die "Vorsicht" des Systems nicht ausreicht, drohen strikte Geschwindigkeitsbegrenzungen oder gar Fahrverbote in der Nähe von Schulen. Für Waymo steht viel auf dem Spiel, da die Akzeptanz in der Bevölkerung durch solche Vorfälle mit Kindern massiv sinkt.

Artikel teilen

Bleib auf dem Laufenden

Erhalte die neuesten Artikel direkt in dein Postfach. Kein Spam, nur ElektroQuatsch.

Kommentare

Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Ähnliche Artikel

SUE: Das autonome 48V-Shuttle „Made in Germany“ im Check
Mikromobilität & Neue KonzepteAutonomes Fahren

SUE: Das autonome 48V-Shuttle „Made in Germany“ im Check

Das Projekt SUE („Self-Driving Urban E-Shuttle“) markiert den Versuch Deutschlands, die technologische Souveränität im Bereich der People Mover zurückzuerobern. Während Robotaxis aus den USA oder China oft die Schlagzeilen beherrschen, zeigt dieses „Made in Germany“-Projekt, dass die Lösung für den ÖPNV der Zukunft aus Gaimersheim kommen könnte – mit einem Fokus auf Sicherheit, Wartungsfreundlichkeit und echtem Nutzwert.

Toyota & Pony.ai: Start der bZ4X Robotaxi Massenproduktion
Autonomes FahrenToyota

Toyota & Pony.ai: Start der bZ4X Robotaxi Massenproduktion

Toyota und der KI-Spezialist Pony.ai haben die Massenproduktion des bZ4X Robotaxi in China gestartet. Mit der neuesten autonomen Technologie der 7. Generation (Gen-7) und massiv gesenkten Hardwarekosten soll die Flotte bis Ende 2026 auf über 3.000 Fahrzeuge anwachsen. Während der kommerzielle Betrieb in chinesischen Metropolen bereits anläuft, bereitet das Duo hinter den Kulissen bereits den Sprung nach Europa vor.