Xiaomi SU7 unter Druck: Medien fordern Komplett-Rückruf nach Todesfällen

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Xiaomi SU7 unter Druck: Medien fordern Komplett-Rückruf nach Todesfällen

Schwere Unfälle mit Todesfolge bringen den chinesischen Tech-Giganten Xiaomi in Erklärungsnot. Chinesische Medien fordern nun einen Rückruf aller SU7 der ersten Generation, da sich Türen nach Unfällen aufgrund von Stromausfällen nicht mehr öffnen ließen. Xiaomi reagiert mit einem Sicherheitskomitee und kündigt für April ein überarbeitetes Modell mit Notstromversorgung an.

Sicherheitskrise bei Xiaomi: Todesfälle entfachen Rückruf-Debatte

Der kometenhafte Aufstieg von Xiaomi in der Autowelt erfährt einen herben Dämpfer. Nach einer Serie schwerer Unfälle mit der Elektrolimousine SU7 wächst der Druck auf den Smartphone-Giganten massiv. Führende chinesische Medien fordern inzwischen unmissverständlich den Rückruf der gesamten ersten Modellgeneration. Im Zentrum der Kritik stehen technische Mängel, die im Ernstfall zur tödlichen Falle werden können.

Das „Tür-Dilemma“: Wenn Elektronik zum Verhängnis wird

Auslöser der aktuellen Empörung ist ein forensisches Gutachten zu einem tödlichen Unfall im Oktober. Berichten von Caixin zufolge kollidierte ein SU7 mit einem anderen Fahrzeug, woraufhin das Bordnetz komplett kollabierte. Die Folge: Die elektrischen Türgriffe ließen sich nicht mehr betätigen. Der Fahrer verbrannte laut Gutachten im Wrack, da Rettungskräfte und Insassen die Türen nicht rechtzeitig öffnen konnten. Der Nachrichtendienst Yicai fordert deshalb, alle SU7 der ersten Generation zurückzurufen, um das Risiko dieser Konstruktion vollständig zu eliminieren.

Vorfall / Maßnahme Details & Hintergrund (März 2026)
Unfallursache Fokus Totaler Stromausfall blockiert Türverriegelung
Forderung der Medien Komplett-Rückruf der 1. SU7-Generation
Smart-Driving-Unfall Drei Tote bei Fahrt mit Assistenzsystem; Untersuchung läuft
Behörden-Reaktion Verbot versenkbarer Türgriffe ab 2027 angekündigt

Xiaomi reagiert: Beraterkomitee und Modellpflege

Xiaomi-Sicherheitschef Hou Jinglei versuchte in einem Livestream aus dem Pekinger Werk die Wogen zu glätten. Das Unternehmen richtet ein externes Beraterkomitee ein, das die Fahrzeugsicherheit unabhängig prüfen soll. Zudem verwies er auf das interne Unfallanalysezentrum mit über 3.500 Mitarbeitern. Doch die wichtigste Konsequenz zieht Xiaomi bei der Hardware: Die Produktion der ersten Generation wurde bereits eingestellt. Im April 2026 soll eine überarbeitete Version des SU7 starten, die über eine zusätzliche Notstromversorgung verfügt, um die Türfunktion auch nach schweren Kollisionen zu gewährleisten.

"Es ist ein Weckruf für die gesamte Branche. Dass elektronische Spielereien wie versenkbare Türgriffe im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden, zwingt nun auch die Regulierungsbehörden zum Handeln." — Kommentar zur aktuellen Sicherheitsdebatte in China

Regulatorisches Beben in China

Die Unfälle haben bereits politische Konsequenzen. Die chinesischen Regulierungsstellen verschärfen die Standards für assistiertes Fahren und die dazugehörige Werbung. Ein Paukenschlag ist der Beschluss, versenkbare Türgriffe ab 2027 schrittweise abzuschaffen. Zudem prüfen die Behörden strengere Limits für die Beschleunigung von Elektroautos, da die enorme Power von Modellen wie dem SU7 (bis zu 673 PS) unerfahrene Fahrer in Kombination mit Assistenzsystemen überfordern könnte.

Fazit: Vom Hype zur harten Realität

Xiaomi muss nun beweisen, dass es nicht nur schnelle und smarte, sondern vor allem sichere Autos bauen kann. Die Flucht in die neue Modellgeneration im April könnte das Vertrauen der Neukunden sichern, lässt aber tausende Besitzer der ersten Stunde im Unklaren. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Xiaomi dem Druck der Medien nachgibt und einen offiziellen Rückruf einleitet, oder ob das neue Sicherheitskomitee lediglich als PR-Instrument dient, um die Welle der Kritik auszusitzen.

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