Heute geht’s einmal quer durch die E-Mobilitätswelt: Bei den Herstellern stehen neue Strategien und harte Quartalszahlen im Fokus – und bei Tesla gleich mehrere „Jetzt-wird’s-ernst“-Momente. Kia plant mit der E-Offensive von EV1 bis EV7 den Spagat vom günstigen Stadtauto (angepeilt um 23.000 Euro, bis zu 480 km Reichweite) bis zum neuen Familien-SUV – mit dem klaren Ziel, die Elektroverkäufe bis 2030 massiv hochzufahren. Auch Volkswagen versucht den Reset-Knopf zu drücken: Unter dem Motto „True Volkswagen“ mit ID. Polo und ID.3 Neo soll’s wieder weniger Overengineering, mehr echte Bedienung (Tasten!) und dazu eine MEB+-Produktoffensive ab 2026 geben – inklusive elektrifiziertem GTI-Label.
Bei den Quartalsbilanzen ist das Bild gemischt: Mercedes kann melden, dass die Elektro-Sparte trotz China-Flaute zulegt (getrieben von elektrischem CLA und GLC EV), während insgesamt die Pkw-Verkäufe nachgeben. Porsche dagegen kämpft mit Gegenwind: In Q1 2026 geht’s 15 Prozent runter, trotz starkem 911 – Hoffnungsträger für die Wende soll der vollelektrische Cayenne ab Sommer werden. Einen echten Lauf hat Škoda: Mit Rekordquartal und Elroq als meistverkauftem E-Auto in Deutschland baut die Marke ihren Marktanteil weiter aus. Und auch Xpeng drückt hierzulande aufs Tempo: Der Boom mit 179 Prozent Wachstum soll 2026 mit gleich fünf neuen Modellen weitergehen.
Technisch wird’s heute vor allem beim Laden und bei Batterien spannend: Deutschland startet mit SIB:DE Entwicklung ein Milliarden-Projekt für Natrium-Ionen-Akkus – mit dem Ziel, unabhängiger von kritischen Rohstoffen zu werden und ein eigenes Ökosystem für günstige, sichere Speicher aufzubauen. Parallel eskaliert das Schnelllade-Wettrennen: Alpitronic testet mit dem HYC1000 Megawatt-Laden in den USA (bis 1.000 kW für Lkw, bis 600 kW für Pkw), während in China der Lynk & Co 10+ mit über 1,1 Megawatt gleich den nächsten Rekord setzt und den „Tankstopp in Ladezeit“ praktisch schon vorführt.
Tesla liefert gleich mehrere Schlagzeilen am Stück: In Europa ist der Autopilot-Traum einen großen Schritt weiter, denn FSD (Supervised) startet nach erster EU-Zulassung in den Niederlanden und kommt jetzt per Update zu den ersten Kunden – inklusive klarer Ansage, dass der Fahrer weiter voll verantwortlich bleibt. Aus Texas gibt’s außerdem neue Einblicke ins Robotaxi: Beim Cybercab steckt vorne kein Frunk, sondern Technik – samt großem Reinigungssystem für die Kameras und dem Hinweis auf Frontantrieb. Und beim Thema „Tesla jenseits vom Auto“ wird’s richtig groß: Mit Optimus Gen 3 und dem Fabrik-Umbau für Roboter-Massenfertigung stellt Tesla die Weichen radikal neu und beendet dafür sogar die Produktion von Model S und Model X in Fremont.
Zum Schluss noch ein Blick auf den Markt-Kampf um Kunden: In den USA versucht Polestar mit der Brechstange, Tesla-Fahrer abzuwerben – der Rabatt von bis zu 21.000 Dollar auf den Polestar 3 (und bis zu 14.000 auf den Polestar 4) soll die weggefallene Förderung ersetzen, trifft in der höchsten Stufe aber vor allem ältere Modelljahrgänge.