BMW Group Q1 2026: Zwischen US-Flaute und europäischem "Neue Klasse"-Hype
Die BMW Group hat ihre Auslieferungszahlen für das erste Quartal 2026 vorgelegt. Das Bild ist zweigeteilt: Während der weltweite Absatz vollelektrischer Fahrzeuge (BEV) um 20,1 % auf 87.458 Einheiten sank, feiert der Konzern in Europa einen regelrechten Ansturm auf die nächste Generation der Elektromobilität.
1. Der iX3-Effekt: Die "Neue Klasse" zündet in Europa
Trotz der rückläufigen globalen Lieferzahlen blickt BMW optimistisch in die Zukunft. Grund dafür ist der herausragende Start der "Neuen Klasse". Das erste Modell, der neue vollelektrische iX3, übertrifft alle Erwartungen:
- Auftragsboom: In Europa stiegen die E-Auto-Bestellungen im Vergleich zum Vorjahr um rund 40 %.
- iX3-Dominanz: Über 50.000 Bestellungen liegen für den neuen iX3 bereits vor. Damit ist jeder zweite georderte X3 ein Stromer.
- Heimatmarkt: In Deutschland legte BMW über alle Antriebsarten hinweg kräftig zu (+10,7 %).
2. Rückschlag in den USA und Fokus auf Verbrenner
Der weltweite Rückgang beim E-Absatz ist maßgeblich auf die Entwicklung in den USA zurückzuführen. Dort sorgte der Wegfall staatlicher Förderungen für eine spürbare Kaufzurückhaltung bei Elektroautos. Im Gegenzug stieg jedoch das Interesse an klassischen Verbrennermotoren, was BMWs Strategie der "Technologieoffenheit" stützt.
"Die außergewöhnlich hohe Nachfrage nach dem iX3 unterstreicht den technologischen Weitsprung der Neuen Klasse. Wir sehen ein zunehmend positives Momentum durch unsere weltweite Verfügbarkeit." – Jochen Goller, BMW-Vorstand für Vertrieb.
3. Marken-Check: MINI wächst, Rolls-Royce tritt kürzer
Innerhalb des Konzerns entwickelten sich die Marken im ersten Quartal 2026 höchst unterschiedlich:
- BMW: 496.050 Auslieferungen (-4,6 %). Der iX3-Hochlauf hat gerade erst begonnen.
- MINI: Das fünfte Rekordquartal in Folge mit 68.427 Einheiten (+5,9 %). Besonders in Europa ziehen die elektrischen MINIs an.
- BMW M: Die Performance-Tochter liegt mit 47.544 Einheiten leicht unter dem Vorjahresrekord (-5,9 %).
- Rolls-Royce: 1.271 Luxusliner wurden übergeben (-8,0 %).
Absatzstatistik BMW Group Q1 2026
| Kategorie | Auslieferungen Q1 2026 | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Elektroautos (BEV) weltweit | 87.458 | - 20,1 % |
| Elektrifizierte Fahrzeuge (BEV + PHEV) | 132.518 | - 15,9 % |
| Gesamtabsatz (BMW, MINI, Rolls-Royce) | 565.748 | - 3,5 % |
| Markt Deutschland | 68.022 | + 10,7 % |
Fazit: Die Wende soll das zweite Halbjahr bringen
Der BMW-Konzern befindet sich mitten in einer massiven Produktumstellung. Der globale BEV-Rückgang im ersten Quartal ist schmerzhaft, scheint aber durch den "Stau" bei den Bestellungen der Neuen Klasse erklärbar zu sein. Wenn die Auslieferungen des iX3 und des i3 in den kommenden Monaten voll hochlaufen, dürfte sich die Kurve wieder deutlich nach oben bewegen. BMW beweist zudem, dass man durch das Festhalten an Verbrennern und Hybriden (Technologieoffenheit) Marktschwankungen in den USA und China besser abfedern kann als reine Elektro-Hersteller.



