Heute bei ElektroQuatsch drehen wir zuerst eine Runde um die Frage, ob E-Autos Senioren wirklich überfordern: In „Elektroauto-Umstieg: Überfordert die Technik ältere Autofahrer wirklich?“ zeigt eine Schweizer Studie ziemlich deutlich, dass das weniger ein Alters- als ein Digital-Thema ist – echte Stolpersteine sind eher Gewohnheiten und die teils unnötig komplizierte Lade- und Bezahlwelt.
Beim Laden selbst geht’s dann direkt ans Eingemachte: BYDs „Flash Charging“-Ansatz verspricht 10 bis 70 Prozent in fünf Minuten und BYD will dafür gleich tausende eigene Standorte bis Ende 2026 hochziehen – ein ziemlich klarer Hinweis, dass künftig nicht nur das Auto, sondern vor allem Batterie- und Lade-Infrastruktur über die Musik entscheiden. Passend dazu meldet auch Europa Lade-Ausbau-Futter: Fastned hat sich 32,4 Millionen Euro per Privatanleger-Anleihe gesichert, um auf dem Weg zu 1.000 Standorten bis 2030 weiter Tempo zu machen – auch wenn Schnelllade-Expansion weiterhin ein kapitalintensives Geschäft bleibt.
In der Batterie- und Energie-Ecke gibt’s gleich zwei große Standort-News: In Norddeutschland wird aus dem Northvolt-Loch ein neues Projekt, denn Lyten übernimmt das Areal in Heide und plant ab 2028 Zellenproduktion plus zusätzliche Rechenzentrums- und Speicher-Komponenten – kleiner als ursprünglich gedacht, aber immerhin mit rund 1.000 Jobs. Und in den USA setzen Tesla und LG noch eine Nummer größer an: Für 4,3 Milliarden Dollar entsteht in Michigan eine LFP-Fabrik, die ab 2027 vor allem Teslas Megapack-Sparte mit rund 50 GWh pro Jahr versorgen soll – samt IRA-Steuervorteilen und weniger China-Abhängigkeit.
Auf der Fahrzeugseite zeigt sich, wie schnell Software inzwischen nachliefert: Der Leapmotor B10 bekommt per OTA One-Pedal-Driving, kabelloses CarPlay/Android Auto und ein flotteres Infotainment, dazu Feinschliff für ACC und Spurführung. Und wer eher auf große Brocken schaut: Die ICCT-Marktanalyse zu E-Lkw und E-Bussen in Europa sieht deutlichen Rückenwind durch schärfere EU-CO₂-Grenzwerte – Stadtbusse sind vielerorts schon mehrheitlich elektrisch, während der schwere Fernverkehr vor allem an der fehlenden Ladeinfrastruktur knabbert.
Zum Schluss noch der Blick auf die Strompreis-Basis, die am Ende auch fürs Laden entscheidend ist: Eine neue Studie warnt vor Gasstrom-Kosten bis zu 67 Cent/kWh, wenn man Klimaschäden und Subventionen ehrlich einrechnet – und fordert angesichts der geopolitisch aufgeheizten Lage eine stärkere Kehrtwende Richtung Speicher und grünen Wasserstoff, damit Energie (und damit E-Mobilität) bezahlbar bleibt.