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Fastned sammelt 32,4 Mio. Euro für E-Ladenetz-Ausbau ein

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

22. März 2026·2 Min. Lesezeit
Fastned sammelt 32,4 Mio. Euro für E-Ladenetz-Ausbau ein

Der niederländische Schnellladespezialist Fastned hat erfolgreich 32,4 Millionen Euro über eine neue Anleihe bei Privatanlegern eingesammelt. Das Kapital fließt direkt in das Ziel, bis 2030 europaweit 1.000 Standorte zu betreiben. Trotz operativer Gewinne beim Stromverkauf bleibt die Expansion aufgrund hoher Investitionskosten (hohe sechsstellige Beträge pro Station) kapitalintensiv – das gesamte ausstehende Anleihevolumen wächst damit auf 301 Millionen Euro.

Fastned-Expansion: 32 Millionen Euro von der eigenen Fangemeinde

Fastned setzt bei seiner Wachstumsstrategie weiterhin konsequent auf die eigene Community. Wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab, wurde eine neue Anleihe-Tranche in den Niederlanden und Belgien erfolgreich platziert. 32,4 Millionen Euro kamen dabei von Privatanlegern zusammen, die bereits ab Beträgen von 1.000 Euro investieren konnten. Das Vertrauen der "Elektro-Pioniere" in das Unternehmen mit den markanten gelben Solardächern scheint ungebrochen, auch wenn die Verschuldung durch dieses Finanzierungsinstrument weiter steigt.

Insgesamt beläuft sich das ausstehende Volumen der Anleihen mittlerweile auf stolze 301 Millionen Euro. Hinzu kommt eine im Januar gesicherte Bankenfinanzierung über 200 Millionen Euro von einem Konsortium europäischer Großbanken (u.a. ING, ABN AMRO). Dieses Kapital wird dringend benötigt, um den massiven Ausbau von derzeit 410 auf 1.000 Standorte bis zum Ende des Jahrzehnts zu stemmen.

Die harten Fakten der neuen Fastned-Anleihe

Parameter Details zur Emission (März 2026)
Volumen 32,4 Millionen Euro
Verzinsung 6,0 % pro Jahr
Laufzeit 5 Jahre (Rückzahlung im März 2031)
Zielgruppe Privatanleger (NL/BE), Fokus auf E-Auto-Fahrer
Verwendungszweck Bau neuer 400-kW-Schnellladeparks in Europa

Wirtschaftlichkeit: Operativ hui, unterm Strich pfui?

Das Geschäftsmodell von Fastned zeigt zwei Gesichter. Einerseits ist der reine Betrieb der Ladestationen hochprofitabel – Fastned erzielt seit geraumer Zeit ein positives operatives EBITDA. Das bedeutet, dass jeder verkaufte Kilowattstunde Strom mehr einbringt, als der Betrieb kostet.

Andererseits frisst der Hunger nach Expansion die Gewinne auf. Ein einziger moderner Ladepark mit mehreren 400-kW-Ladepunkten und Netzanschluss kostet einen hohen sechsstelligen Betrag. Die daraus resultierenden Abschreibungen und die Zinslast für die Millionen-Kredite führten 2024 zu einem Nettoverlust von 26,6 Millionen Euro. Auch das erste Halbjahr 2025 schloss mit einem Minus von 18,3 Millionen Euro ab.

  • Kapitalbedarf: Der Aufbau der Infrastruktur ist ein Wettlauf gegen die Zeit und erfordert ständig frische Mittel.
  • Marktposition: Mit 410 Standorten ist Fastned einer der führenden unabhängigen Anbieter in Europa.
  • Zukunftsausblick: CEO Michiel Langezaal sieht in der globalen Instabilität der Energiemärkte einen Treiber für eine "saubere und sichere Verkehrsinfrastruktur".
„Wir bauen keine Tankstellen, sondern das Rückgrat der europäischen Mobilität. Unsere Anleihegläubiger sind Teil dieser Mission.“ – Michiel Langezaal, CEO Fastned.

Die endgültigen Geschäftszahlen für das Gesamtjahr 2025 werden in Kürze erwartet und dürften Aufschluss darüber geben, wie nah Fastned der Gewinnschwelle unter Einbeziehung aller Investitionen tatsächlich gekommen ist.

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