Heute bei ElektroQuatsch viel Bewegung zwischen Strategie, Technik und Alltagstauglichkeit: Im großen Interview mit Volvo-Chef Håkan Samuelsson gibt’s klare Kante Richtung Elektro – wer jetzt noch auf den Verbrenner setze, werde verlieren. Gleichzeitig nimmt er die EU für ihre Wankelmütigkeit aufs Korn, kündigt mit dem EX60 eine Ansage an die deutsche Konkurrenz bei Preis und Ladeleistung an und warnt davor, dass chinesische Marken in Europa bis zu 30 Prozent Marktanteil holen könnten.
Bei Nissan wirkt der Kurs dagegen deutlich defensiver: Mit „Re:Nissan“ rückt Europa intern in die Nebenrolle, während USA, China und Japan priorisiert werden – Hoffnungsträger bleiben E-Modelle wie Juke und Leaf aus Sunderland. Und wer auf den nächsten „Godzilla“ wartet, bekommt zumindest Gewissheit: Der Nissan GT-R R36 wird als Hybrid statt als reines Elektroauto kommen, weil die Batterielimits für das Konzept aktuell noch zu eng sind.
Auf der Marktseite prallen Trends aufeinander: Hohe Spritpreise pushen Europa und Asien auf neue E-Auto-Höhen, während die USA überraschend schwächeln und Hersteller Programme zusammenstreichen – mit der Gefahr einer echten Angebotslücke. Für viele private Rechnungen könnte sich das Blatt dennoch schneller wenden: Laut ACE-Kostenanalyse lohnt sich der Umstieg dank Prämie und günstigerem Strom oft schon ab rund 6.000 Kilometern im Jahr – entscheidend bleibt, ob Laden unter etwa 70 Cent pro kWh gelingt.
Technisch wird’s gleich mehrfach spannend: Tesla startet sein autonomes Ride-Hailing größer als bisher – Robotaxis fahren jetzt unbeaufsichtigt in Dallas und Houston, allerdings in eng gesteckten Geofences und nicht als Flächenabdeckung wie bei Waymo. Dazu legt Musk auf Hardware nach: In Teslas AI6- und AI6.5-Plänen geht es um 2‑Nanometer-Chips, Dual Sourcing (Samsung/TSMC), LPDDR6 und eine neue SRAM-Architektur, um Autonomie und Robotik schneller zu skalieren. Passend dazu landet auch Software-Nachschub im Auto: Das Tesla Update 2026.14 bringt unter anderem 24‑Stunden-Dashcam, ein Regen-Radar mit Historie, neue Musik-Gesten und unlimitierte Trip-Meter in der Energy-App.
Während Tesla an Autonomie schraubt, zeigt ein Praxisfall, wie robust moderne Akkus inzwischen sind: Im Langzeittest eines Model Y mit 180.000 km und fast nur Supercharging steht der LFP-Akku noch bei rund 92 Prozent Gesundheit – das nimmt dem „Schnellladen-killt-den-Akku“-Mythos spürbar Druck. Und weil Elektromobilität bei Tesla längst auch Lifestyle ist, wird der Drive‑In ausgebaut: Das Tesla Diner soll weitere Standorte bekommen, nachdem das Hollywood-Konzept mit Burger-Zahlen und In‑Car‑Bestellung offenbar überraschend profitabel läuft.
Abseits der Pkw-Welt zeigt sich außerdem, wie brutal sich der Markt anpasst: Weil zu viele Zellen auf zu wenige Autos treffen, beschleunigt sich der Schwenk zu Großspeichern – in der Analyse zur „Akku-Schwemme“ geht’s darum, wie Autobauer Batterien in stationäre BESS umleiten, um den Stromhunger von KI-Rechenzentren zu bedienen. Und wer lieber Dreck statt Datenzentren mag: Jeep protzt mit dem Recon Overwatch Konzept als elektrischem Hardcore-Offroader ohne Türen, mit 650 PS, 34‑Zöllern und STLA‑Large-Basis – klare Kampfansage Richtung elektrische G‑Klasse und Rivian.