Heute dreht sich bei uns vieles um China – und um Teslas nächste (und letzte) Kapitel. Auf der Auto China 2026 kämpfen BMW, Mercedes und Audi um Relevanz, mit extra langen Radständen, neuen Submarken und harter Lokalisierung – weil der Heimatmarkt der E-Revolution längst nicht mehr Europa, sondern Peking & Co. heißt. Warum das auch ein Imageproblem ist, zeigt der Trendbericht über junge Käufer in China: Westliche Marken gelten zunehmend als „für die Eltern“, während BYD, Xiaomi und andere Tech-Player das Tempo diktieren. Mercedes setzt deshalb auf einen echten Befreiungsschlag und bringt mit dem Elektro-GLC (L) die Langversion mit 800-Volt-Technik und angeblich über 800 km Reichweite – doch der Preisdruck und der Lokalpatriotismus sind brutal. Audi geht noch konsequenter „China first“: Mit dem AUDI E7X startet ein Luxus-SUV ohne Ringe, vollgestopft mit 900-Volt-Tech, Leistung satt und „Kino“-Innenraum, um zusammen mit SAIC verlorenes Terrain zurückzuholen.
Bei Tesla gibt’s parallel große Zäsuren und große Skalierung: Mit dem Produktionsende des Model S nach 14 Jahren verabschiedet sich ausgerechnet das Auto, das E-Mobilität in der Oberklasse salonfähig gemacht und die Industrie mit Update-Logik statt Facelifts erzogen hat. Gleichzeitig drückt Tesla beim Robotaxi aufs Gas: Die Cybercab-Serienproduktion in Texas läuft offiziell – und dank Selbstzertifizierung ohne 2.500er-Deckel, was die Tür für eine deutlich schnellere Robotaxi-Skalierung öffnet. Und weil Autonomie auch ein Software-Geschäft ist, zeigt der Blick auf Teslas FSD-Abo, wie aus Fahrerassistenz wiederkehrender Umsatz wird: 476.000 Abos, 546 Mio. Dollar pro Jahr – Geld, das direkt in KI-Compute fließt. Für Bestandskunden mit älterer Hardware gibt’s immerhin Hoffnung: FSD v14 Lite für HW3 soll Ende Juni 2026 kommen, mit fast komplettem Funktionsumfang – aber weiterhin nur mit voller Fahreraufmerksamkeit.
Und sonst so? Volkswagen fährt zweigleisig zwischen Produkt-Offensive und Kostenschock: Mit dem ID. Polo (2027) ab 24.995 Euro will VW den Elektro-Einstieg massentauglich machen – bis zu 455 km Reichweite, MEB+ und überraschend viel Kofferraum inklusive. Gleichzeitig zeigt das „Zielbild 2030“, wie hart der Konzern intern aufräumt: Überkapazitäten für rund eine Million Fahrzeuge und ein deutlich verschlanktes Portfolio sollen helfen, die riesigen E- und Software-Investitionen zu stemmen. Wer lieber Richtung Alltagstalent statt Konzernstrategie schaut, bekommt bei Kia Nachschub: Der EV3 AWD (2027) legt mit 195 kW, 1,5 Tonnen Anhängelast und optionalem 22-kW-AC-Lader nach – klingt nach deutlich weniger Ladefrust und mehr Zugkraft für die Kompaktklasse.