Heute geht’s einmal quer durch die E-Auto-Welt: Bei den Herstellern wird kräftig umgebaut, neu aufgelegt und strategisch neu sortiert. Chinas Export-Riese Chery will Europa im Sturm erobern und sucht dafür gezielt ungenutzte Partner-Fabriken statt eigener Neubauten – nach Barcelona schaut man nun Richtung Frankreich und auf lokale Deals, um Omoda, Jaecoo und die neue Marke Lepas schnell hochzufahren. Parallel dreht Volkswagen an der großen Stellschraube: In Blumes Umbauplan für 2026 werden nicht nur Kapazitäten in Millionenhöhe aus dem System genommen, sondern auch die Modellflut drastisch reduziert – mit dem Ziel, die Rendite endlich deutlich zu heben.
Auf der Produktseite gab’s gleich mehrere klare Ansagen: Toyota bleibt beim Bestseller konservativ und sagt in „Kein RAV4 Electric“ praktisch: Der RAV4 bleibt Hybrid/Plug-in, die reinen Stromer sollen 2026 andere Baureihen schultern. Mercedes kontert dagegen mit maximaler Elektro-Offensive: Die neue C‑Klasse EQ soll mit 800‑Volt-Technik, sehr hoher Ladeleistung und bis zu 800 km Reichweite direkt in Model‑3- und BMW‑Neue‑Klasse-Revier wildern. Und Hyundai bringt mit dem Ioniq 3 einen Preis-Leistungs-Angriff im B‑Segment: unter 30.000 Euro Einstieg, bis zu 490 km Reichweite und viel Praxisnutzen – das zielt ziemlich eindeutig auf kommende ID.-Polo-Konkurrenz.
Wirtschaftlich bleibt’s derweil gemischt: Polestar meldet in der Bilanz 2025 zwar kräftiges Umsatzwachstum, kämpft nach einer fetten Abschreibung aber mit einem Milliardenverlust – die neue Modelloffensive soll den Weg zur Profitabilität freikämpfen. Bei der Infrastruktur kündigt Ionity einen Kurswechsel an: Mit dem Plan bis 2030 auf 1.300 Standorte zu wachsen und jeden dritten Ladepark in die Stadt zu bringen, wird aus dem Autobahn-Spezialisten zunehmend ein Anbieter für den Alltag – inklusive Megawatt-Laden und Experimenten bei den Preisen. Und Tesla bereitet den nächsten Autonomie-Schub vor: Die FSD-Expansion mit neuen Testflotten in mehreren Weltregionen zeigt, wie ernst Tesla lokales Training für Verkehrskultur und Regeln nimmt, bevor der große Rollout kommen soll.