Revolution aus Affalterbach: AMG.EA-Plattform bringt die Rennstrecke auf die Straße
Die Ära der brachialen V8-Biturbos aus Affalterbach bekommt im Frühjahr 2026 einen vollelektrischen, absolut kompromisslosen Nachfolger. Mercedes-AMG hat offiziell das neue, rein elektrische GT 4-Türer Coupé enthüllt – das erste von Grund auf eigenständig entwickelte Elektrofahrzeug der Sportwagen-Submarke. Mit einer stattlichen Länge von 5.094 Millimetern und einer extrem flachen Silhouette von nur 1.411 Millimetern baut der viertürige High-Performance-Gran-Turismo auf der eigens konstruierten Spitzen-Architektur AMG.EA auf. Die Markteinführung und der Produktionsstart im hochmodernen Werk Sindelfingen sind bereits für diesen Sommer fixiert.
Die technologische Speerspitze dieses Elektro-Boliden bildet ein revolutionäres Antriebskonzept, das im globalen Massenmarkt seinesgleichen sucht. AMG verabschiedet sich von klassischen Radialflussmotoren und setzt als erster Automobilhersteller im großen Serienbetrieb auf Axial-Fluss-Motoren des britischen Spezialisten YASA, den sich die Stuttgarter bereits 2021 einverleibt haben. Diese Elektromotoren sind extrem kompakt wie schmale Scheiben aufgebaut, wiegen rund zwei Drittel weniger als herkömmliche E-Maschinen und bieten gleichzeitig die dreifache Leistungsdichte. Das Gesamtsystem kombiniert im Tri-Motor-Setup drei dieser Kraftpakete: eine hocheffiziente Einheit an der Vorderachse sowie zwei separate Triebwerke an der Hinterachse.
Konkurrenzlose 1.169 PS treffen auf ein V8-Soundgewitter
Zum bevorstehenden Bestellstart schickt AMG direkt zwei brutale Leistungsvarianten ins Rennen: das Topmodell GT 63 4MATIC+ sowie den etwas zahmeren Bruder GT 55 4MATIC+. Die Leistungsdaten des Flaggschiffs pulverisieren die bisherigen Maßstäbe der Affalterbacher Historie. Das GT 63 Coupé mobilisiert im Overboost eine Peak-Leistung von astronomischen 860 kW (1.169 PS) und pumpt ein maximales Drehmoment von 2.000 Nm in den hochentwickelten Allradantrieb. Der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 ist in unvorstellbaren 2,1 Sekunden abgehakt, während die 200-km/h-Mauer nach nur 6,4 Sekunden durchbrochen wird. Erst bei elektronisch abgeregelten 300 km/h findet der Vortrieb ein Ende.
Um die treue AMG-Fangemeinde beim Umstieg in die Elektromobilität emotional nicht zu verlieren, haben die Sound-Ingenieure tief in die Trickkiste gegriffen. Im extremen Performance-Fahrprogramm „AMGForce S+“ simuliert das Steuergerät künstliche Zugkraftunterbrechungen und Gangsprünge, die exakt auf die Leistungsabgabe abgestimmt sind. Untermalt wird das Spektakel von einem haptisch spürbaren und akustisch brachialen Digitalsound, für den der legendäre V8-Biturbo des Mercedes-AMG GT R als akustische Referenz Pate stand. Über 1.600 Sounddateien werden im Millisekundentakt verarbeitet, um Lastwechsel, Schubblubbern und die Launch-Control mechanisch-akustisch im Cockpit zum Leben zu erwecken.
| Technische Daten & Performance-Specs | Mercedes-AMG GT 55 4MATIC+ (Elektro) | Mercedes-AMG GT 63 4MATIC+ (Elektro) |
|---|---|---|
| Antriebsarchitektur & Motortyp | 3x Axial-Fluss-Motoren (1x vorn, 2x hinten) | 3x Axial-Fluss-Motoren (High-Performance Spec) |
| Maximale Systemleistung (Peak) | 600 kW (816 PS) | 860 kW (1.169 PS) |
| Maximales Systemdrehmoment | 1.800 Nm | 2.000 Nm |
| Beschleunigung (0-100 / 0-200 km/h) | 2,5 Sekunden / 8,7 Sekunden | 2,1 Sekunden / 6,4 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit (Vmax) | 300 km/h (Mit AMG Driver’s Package) | 300 km/h (Mit AMG Driver’s Package) |
| Batteriekapazität (Netto) / Spannung | 106,0 kWh / 800-Volt-System | 106,0 kWh / 800-Volt-System |
| Maximale DC-Ladeleistung / Ladezeit | 600 kW / 10 auf 80 % in 11 Minuten | 600 kW / 10 auf 80 % in 11 Minuten |
| Kombinierte WLTP-Reichweite | 597 bis 700 Kilometer | 597 bis 696 Kilometer |
600 kW Ladestrom: Ölgekühlte Rundzellen pulverisieren Rekorde
Ein ebenso gewaltiger Quantensprung gelingt Mercedes-AMG beim Energiespeicher. Die neu entwickelte „AMG High Performance Electric Battery“ setzt auf ein hochmodernes 800-Volt-Netzwerk und verfügt über eine Nettokapazität von 106 kWh. Um die gewaltigen Ströme beim harten Beschleunigen und extremen Rekuperieren von bis zu einem halben Megawatt ohne thermischen Kollaps zu verarbeiten, nutzt AMG ein technisches Highlight: Die insgesamt 2.660 zylindrischen Rundzellen in den 18 Kunststoffmodulen werden direkt von einem speziellen, elektrisch nichtleitenden High-Tech-Öl umströmt. Dieses Kühlsystem führt im Real-World-Impact bis zu 25 kW Wärmeenergie direkt ab – herkömmliche Systeme schaffen selten mehr als 5 kW.
Dank dieser extremen Kühlleistung bricht der AMG GT an der Ladesäule alle bisherigen Rekorde der Serienfertigung. Das Fahrzeug verkraftet eine maximale DC-Schnellladeleistung von atemberaubenden 600 kW an entsprechenden High-Power-Charging-Stationen. Damit schrumpft der klassische Ladehub von 10 auf 80 Prozent State of Charge (SoC) auf mickrige 11 Minuten zusammen. Noch beeindruckender für den Langstreckenalltag: In nur 10 Minuten saugt das Batteriepack frische Energie für satte 460 Kilometer Reichweite nach WLTP-Norm auf. Das langsame AC-Laden an der heimischen Wallbox gelingt derweil mit praxisgerechten 11 kW.
"Mit dem ersten Modell auf unserer vollkommen neuen AMG.EA-Architektur verschieben wir die physikalischen Leistungsgrenzen im Segment der elektrischen Oberklasse massiv nach oben. Dieses Auto ist eine absolute Hochleistungsmaschine, gespickt mit Axial-Fluss-Innovationen, die ein intensiv-authentisches Fahrerlebnis garantieren – ein echter AMG, der beweist, dass emotionale Performance keine Zylinder braucht."
Real-World-Impact: Fahrwerks-Magie und High-Tech-Konnektivität
Für eine kompromisslose Querdynamik sorgt das vollvariable Allradsystem AMG Performance 4MATIC+ in Kombination mit einer aktiven Hinterachslenkung, die die Räder für maximale Agilität in engen Kehren um bis zu 6 Grad einschlägt. Das hochentwickelte Luftfahrwerk AMG Active Ride Control mit einer semi-aktiven, hydraulischen Wankstabilisierung eliminiert jegliche Seitenneigung der schweren Luxuskarosserie im Ansatz. Das digitale Gehirn im Cockpit hört auf den Namen MB.OS und bündelt im neuen „AMG Race Engineer“-Modus sämtliche fahrrelevanten Parameter, während das MBUX-Infotainment der neuesten Generation über ChatGPT, Microsoft Bing und Google Gemini eine intuitive, KI-gestützte Sprachbedienung in Echtzeit ermöglicht.
Kaufinteressenten müssen sich beim Händler allerdings auf selbstbewusste Premium-Tarife einstellen. Auch wenn AMG noch keine exakten Euro-Beträge nennt, wird sich das Einstiegsmodell GT 55 preislich an den bisherigen V8-Vorgängern orientieren und damit kaum unter 140.000 Euro starten. Das kompromisslose Topmodell GT 63 dürfte im Konkurrenzvergleich mit dem Porsche Taycan Turbo S oder dem Tesla Model S Plaid die Barriere von 200.000 Euro spielend durchbrechen. Wer bereit ist, diese Summe zu investieren, erhält ab dem Spätsommer das wohl technologisch fortschrittlichste und radikalste Elektro-Coupé, das deutsche Ingenieurskunst je auf die Räder gestellt hat.



