Nur noch zwei Ariya-Varianten, Nissan macht die Palette extrem schlank
Der Nissan Ariya bekommt zum Modelljahr 2026 ein Facelift und steht laut Planung ab September beim Händler. Bestellen kann man ihn bereits, und die neue Preisliste zeigt vor allem eins: Nissan reduziert das Angebot drastisch.
Statt bisher vier Motorisierungen bleiben in Deutschland nur noch zwei Versionen übrig, beide mit dem großen 87-kWh-Akku (netto). Gleichzeitig schrumpft die Ausstattungsauswahl von vier Linien auf eine.
Diese Modelle fallen weg
Aus dem Programm fliegen sowohl die frühere Basis mit 63 kWh und 160 kW für 43.390 Euro als auch die Nismo-Topversion mit 320 kW und Allrad für 63.990 Euro.
Technische Daten und Preise: Ariya FWD 87 kWh vs. Ariya AWD 87 kWh
| Variante | Ariya FWD 87 kWh | Ariya AWD 87 kWh |
|---|---|---|
| Antrieb | FWD, 178 kW, 300 Nm | AWD, 225 kW, 600 Nm |
| 0 bis 100 km/h | 7,6 s | 5,7 s |
| Vmax | 160 km/h | 200 km/h |
| WLTP-Verbrauch | 18,2 bis 18,7 kWh | 20,0 bis 20,4 kWh |
| Akku (netto) | 87 kWh | 87 kWh |
| WLTP-Reichweite | 516 bis 531 km | 498 bis 507 km |
| Max. Ladeleistung AC / DC | 11 oder 22 kW / 130 kW | 11 oder 22 kW / 130 kW |
| DC 0 bis 80% | ca. 40 min | ca. 40 min |
| Anhängelast | 750 kg | 1.500 kg |
| Preis | 58.840 Euro | 63.840 Euro |
Laden: 130 kW DC bleibt, beim AC gibt es ein Fragezeichen
Beim Schnellladen bleibt es bei 130 kW DC. Für die Ladung von 0 bis 80% werden etwa 40 Minuten genannt.
Die Angabe bezieht sich auf den Ladehub von 0 bis 80%, ein in der Praxis eher untypischer Vergleichswert.
Spannender ist das AC-Thema: In den Unterlagen taucht teils 11 kW auf, gleichzeitig wird per Hinweis erwähnt, dass das Auto technisch 22 kW kann. Für den Alltag ist das entscheidend, weil 22 kW an öffentlichen AC-Säulen die Standzeit halbieren können. Wer häufig AC lädt, sollte sich das vor Vertragsabschluss schriftlich bestätigen lassen.
Nur noch eine Ausstattung: Evolve Pack wird zum Standard
Nissan macht es einfach, aber teuer: Es gibt nur noch das Evolve Pack. Damit springt der Einstiegspreis direkt auf 58.840 Euro, die AWD-Version liegt bei 63.840 Euro und damit fast auf dem früheren Nismo-Niveau, trotz deutlich weniger Leistung.
Was im Evolve Pack drin ist
Außen sind unter anderem LED-Licht mit Fernlichtassistent, 20-Zoll-Räder, elektrisch verstellbare sowie beheiz- und anklappbare Spiegel, Keyless sowie eine sensorgesteuerte Heckklappe an Bord.
Innen gibt es zwei 12,3-Zoll-Displays, Head-up-Display, Bose-Soundsystem, Sitzheizung vorn und hinten, Lenkradheizung, Sitzbelüftung vorn, elektrische Vordersitze, Zweizonen-Klima, Glasdach und induktives Laden fürs Smartphone.
Bei den Assistenten nennt Nissan ein Rundumsicht-System, Einparkassistent, Abstandstempomat mit Spurhaltefunktion, aktiv eingreifenden Totwinkelassistent sowie Anti-Kollisionssystem. Außerdem sind Wärmepumpe und One-Pedal-Driving Serie.
Facelift-Details: neue Front, neue Mittelkonsole, Google im Infotainment
Optisch ist die größte Änderung die stark überarbeitete Front mit pfeilförmigen Leuchten, die sich klar an der Designsprache des Leaf orientiert. Innen wurde die Mittelkonsole neu gestaltet und kann nun elektrisch verschoben werden.
Dazu kommt ein Infotainment mit Google-Diensten. In der Ausstattungsliste steht außerdem ein verbesserter ProPilot Assistent mit Navi-Link.
Was bedeutet das im Alltag für E-Autofahrer?
Die gute Nachricht: Wer einen Ariya mit großem Akku wollte, bekommt ihn weiterhin, inklusive ordentlicher WLTP-Reichweite und 1.500 kg Anhängelast in der AWD-Version.
Die schlechte Nachricht: Preis und Auswahl kippen. Ohne Basisversion wird der Ariya als Familien-SUV deutlich schwerer über Preisaktionen zu rechtfertigen. Und ohne Nismo fehlt ein echtes Aushängeschild, das Aufmerksamkeit in den Showrooms erzeugt.
Wenn du Ladezeiten im Alltag über AC planst, ist die 11 kW vs. 22 kW-Frage der Knackpunkt. Genau dieser Unterschied entscheidet, ob du beim Einkaufen entspannt nachlädst oder ob es jedes Mal knapp wird.
Elektroquatsch-Meinung: Weniger Komplexität, aber Nissan nimmt dem Ariya die Argumente
Die radikale Vereinfachung reduziert zwar die Konfigurations-Friktion, aber sie nimmt dem Ariya zwei zentrale Hebel: einen bezahlbaren Einstieg und eine emotionale Topversion. Für Interessenten bedeutet das, dass man stärker als bisher gegen Alternativen rechnen muss, gerade bei ähnlich bepreisten E-SUVs mit höherer Ladeleistung oder klareren Ausstattungsstufen.
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