Traditionsbruch in Crewe: Der Bentley Flying Spur verliert ein Augenpaar
In der absoluten automobilen Oberklasse sind radikale Design-Experimente ein gefährliches Pflaster. Doch die britische Luxusschmiede Bentley beweist im Juni 2026 Mut zur Veränderung und stellt die neueste Generation des Flying Spur vor. Die markanteste Neuerung sticht sofort ins Auge und beendet eine Ära: Erstmals seit dem Jahr 1962 kehrt eine viertürige Limousine der Marke mit einzelnen Frontscheinwerfern anstelle der traditionellen Zwillings-Rundscheinwerfer auf die Straße zurück. Der Luxusliner gleicht sich damit optisch der vierten Generation der Continental-GT-Familie an und wirkt im alltäglichen Mischbetrieb deutlich gestraffter und moderner.
Der strategische Real-World-Impact dieser Modellpflege geht jedoch weit über die neue, kristalline LED-Matrix-Optik hinaus. Bentley glättet die gesamte Karosserie und verbannt die bisherigen Kotflügel-Zierelemente zugunsten einer ununterbrochenen, fließenden Seitenlinie. Der monumentale Kühlergrill wandert ein Stück nach unten und integriert sich nun nahtlos in den vorderen Stoßfänger. Am Heck runden neu gezeichnete Leuchteneinheiten, ein überarbeiteter Kofferraumdeckel sowie ein komplett in Wagenfarbe gehaltener Kennzeichenrahmen das royale Update ab. Neben der eleganten Version Azure kehrt auch das besonders sportlich kalibrierte S-Modell zurück in den Konfigurator.
Brutaler V8-Hybrid: 130 PS Extra-Power für das neue S-Modell
Unter der mächtigen Motorhaube des neuen Flying Spur schlägt das Herz der modernen E-Mobilität. Der bisherige W12-Motor ist endgültig Geschichte – stattdessen vertrauen die Briten konsequent auf den hochmodernen High Performance Hybrid. Das System kombiniert einen hocheffizienten 4,0-Liter-V8-Biturbo mit einem kraftvollen Elektromotor, der im Gehäuse des Achtgang-Doppelkupplungsgetriebes sitzt. Im neuen Flying Spur S mobilisiert dieses Duo eine kombinierte Systemleistung von brachialen 507 kW (680 PS) sowie ein maximales Drehmoment von 930 Nm. Das entspricht einem massiven Leistungsplus von exakt 97 kW (130 PS) im Vergleich zum direkten Vorgänger.
Trotz eines stattlichen Leergewichts von rund 2,6 Tonnen katapultiert der Hybrid-Antrieb die Luxuslimousine im Handumdrehen in reinrassige Supersportwagen-Gefilde. Der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 ist in mickrigen 3,7 Sekunden (0-60 mph in 3,6 Sekunden) abgehakt, während die Höchstgeschwindigkeit erst bei elektronisch eingebremsten 308 km/h erreicht wird. Dank einer im Unterboden platzierten Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 25,9 kWh stromert das Dickschiff im urbanen Pendelverkehr bis zu 80 Kilometer rein elektrisch und flüsterleise, bevor sich der V8 unzensiert und klanggewaltig dazuschaltet.
| Technische Daten & Specs | Bentley Flying Spur S (Modelljahr 2027) | Bentley Flying Spur V8 Hybrid (Basis) | Rolls-Royce Spectre Series II (Vergleich) |
|---|---|---|---|
| Antriebskonzept & Motorart | Plug-in-Hybrid (V8-Biturbo + E-Motor) | Plug-in-Hybrid (V8-Biturbo + E-Motor) | Reiner Batterie-Elektroantrieb (BEV) |
| Maximale Systemleistung | 507 kW / 680 PS (Kombinierter Output) | 507 kW / 680 PS (Unterschiedliche Abstimmung) | 442 kW / 593 PS (Konzern-Standard) |
| Maximales Systemdrehmoment | 930 Nm im harten Dauereinsatz | 930 Nm an den Antriebswellen | 1.015 Nm ab der ersten Umdrehung |
| Beschleunigung (0-100 km/h) | 3,7 Sekunden (Supersport-Niveau) | 3,9 Sekunden im alltäglichen Betrieb | 4,5 Sekunden für den schweren Palast |
| Höchstgeschwindigkeit (Vmax) | 308 km/h (Peak-Geschwindigkeit) | 270 km/h an der Begrenzungslinie | 250 km/h elektronisch abgeregelt |
| Batteriekapazität (Brutto) | 25,9 kWh High-Density-Zellen | 25,9 kWh High-Density-Zellen | 112 kWh massives Akkupaket im Boden |
| Rein elektrische Reichweite | Bis zu 80 Kilometer nach WLTP-Norm | Bis zu 80 Kilometer im Kurzstrecken-Loop | 628 Kilometer am Stück nach Facelift |
| Offizieller Einstiegs-Basispreis | Ab 256.900 Euro im Konfigurator | Ab 240.100 Euro auf dem europäischen Markt | Ab ca. 420.000 Euro inklusive Bespoke |
Performance Active Chassis: Rennstrecken-Technik für den Chauffeurs-Dienst
Damit die enorme Kraft des V8-Hybriden nicht in blauem Rauch verpufft, spendiert Bentley der S-Variante das hochentwickelte Performance Active Chassis. Ein echter Meilenstein für die Baureihe ist der erstmalige Einsatz eines elektronischen Sperrdifferenzials (eLSD) an der Hinterachse des Flying Spur S. Das System verteilt die Antriebskraft in Millisekunden selektiv zwischen den Hinterrädern und eliminiert lästiges Untersteuern in engen Kehren komplett. Unterstützt wird die Fahrdynamik durch einen aktiven Allradantrieb, eine variable Drehmomentverteilung (Torque Vectoring) sowie eine mitlenkende Hinterachse, die den Wendekreis des Riesen drastisch schrumpft.
Gegen wankende Karosseriebewegungen im harten Kurven-Einsatz vertraut Crewe auf das bewährte 48-Volt-System Bentley Dynamic Ride. Leistungsstarke Elektromotoren an den Stabilisatoren bauen bei sportlicher Fahrweise innerhalb von Sekundenbruchteilen ein Gegendrehmoment auf, um die Fahrgastzelle perfekt in der Waagerechten zu halten, während sie beim Gleiten auf der Autobahn komplett entkoppelt werden. Eine völlig neu kalibrierte ESC-Stabilitätssoftware garantiert zudem im Zusammenspiel mit den neuen, optionalen 22-Zoll-Leichtmetallfelgen maximale Sicherheitsreserven bei jeder Witterung.
12 Stunden Handarbeit pro Sitz: Exklusive Virtuoso Collection mit Batur-Sound
Wer den Innenraum des Flying Spur betritt, taucht ein in eine Oase des analogen Prunks und der peniblen Detailverliebtheit. Die Zahl der ab Werk verfügbaren Sitzdesigns wächst mit der Rückkehr des S-Modells auf fünf Varianten an. Bentley unterstreicht fehlerfrei den eigenen Manufaktur-Anspruch: Für die Fertigung jedes einzelnen Gestühls investieren die hauseigenen Sattler in Crewe exakt zwölf Stunden reine Handarbeit. Je nach gewähltem Modell zieren entweder klassisch gerippte Lederbahnen oder hochkomplex gesteppte Rautenmuster die Sessel, die im Alltag eine perfekte Balance aus Langstreckenkomfort und sportlichem Seitenhalt bieten. Als optisches Highlight feiert die tiefe, von der Natur inspirierte Außenfarbe „Dark Teal“ – ein metallisches Mittelblau mit feinen Grün-Nuancen – ihre Premiere.
Ein absolutes Fest für audiophile Feinschmecker ist die Einführung der streng limitierten Virtuoso Collection. Diese exklusive Sonderserie übernimmt das legendäre Soundsystem Naim for Mulliner, das ursprünglich speziell für den ultrahochexklusiven, nur 18-mal gebauten Karosserie-Traum Bentley Batur entwickelt wurde. Mit stolzen 21 Lautsprechern und einer Systemleistung der Extraklasse verwandelt die Anlage den Innenraum im Handumdrehen in einen Konzertsaal. Flankiert wird das Audio-Kunstwerk von einzigartigen Stickereien auf den Kopfstützen und dezenten Akzenten in Champagnergold, die sich über die Armaturentafel bis hin zu den äußeren Endrohren der Sportabgasanlage ziehen.
"Mit der neuesten Generation des Flying Spur definieren wir den schmalen Grat zwischen supercar-artiger Performance und kompromisslosem Luxus im viertürigen Segment völlig neu. Der hochemotionale V8 Performance Hybrid liefert die perfekte Antwort auf die Anforderungen unserer globalen Kundschaft im Jahr 2026: emissionsfreies Gleiten in der Innenstadt und brutaler Vortrieb auf der Autobahn. Die optische Rückkehr zu den markanten Einzel-Scheinwerfern verbindet das progressive Design unserer Gegenwart fehlerfrei mit den stolzen Wurzeln unserer Historie."
Während sich die Konkurrenz in Form des rein elektrischen Rolls-Royce Spectre Series II mit einem schweren 400-Volt-Bordnetz abmüht und wertvolle Ladegeschwindigkeit einbüßt, bietet Bentley mit dem Plug-in-Konzept die maximale Flexibilität für die Langstrecke. Der neue Flying Spur ist ab sofort im Werk konfigurierbar. Die Preisliste startet bei selbstbewussten 240.100 Euro für das Basismodell, während der fahrerfokussierte Flying Spur S mit mindestens 256.900 Euro zu Buche schlägt. Die ersten Kundenauslieferungen für die europäischen Kernmärkte sind fest für das vierte Quartal 2026 terminiert.

