Polo-Klasse unter Schock: Nico testet den BYD Dolphin G DM-i in Berlin
Im gewohnten ElektroQuatsch-Format servieren wir euch heute die volle Ladung Real-World-Infrastruktur aus der Hauptstadt. Nico war für euch in Berlin unterwegs und hat den brandneuen BYD Dolphin G DM-i einem ersten, intensiven Check unterzogen. Während die europäische Konkurrenz noch an bezahlbaren Einstiegsstromern feilt, schafft der chinesische Automobilriese vollendete Tatsachen im B-Segment. Das Besondere: Der Dolphin G ist das allererste Fahrzeug des Konzerns, das von Grund auf speziell für den internationalen Exportmarkt entwickelt wurde.
Mit einer kompakten Länge von 4,16 Metern zielt das Fließheckmodell exakt auf das Revier des Platzhirsches VW Polo. Durch den für diese Klasse extrem üppigen Radstand von 2,61 Metern gelingt den Ingenieuren jedoch ein kleines Raumwunder im Innenraum. Fünf Erwachsene finden im Cockpit überraschend komfortabel Platz, während das Kofferraumvolumen von stolzen 425 Litern selbst manche SUVs aus der Klasse darüber alt aussehen lässt. Optisch unterscheidet sich der Hybrid durch eine flach abfallende Haube und scharf geschnittene LED-Scheinwerfer deutlich vom klassischen, rein elektrischen Dolphin.
Die 1.040-Kilometer-Waffe: BYDs DM-i-Technologie entzaubert die Langstrecke
Das technologische Herzstück des Dolphin G ist die hochentwickelte Super-DM-i-Plattform der fünften Generation. Das Antriebskonzept bricht radikal mit dem Dogma klassischer Plug-in-Hybride, die im Alltag oft unter schweren Verbrennern und winzigen E-Motoren leiden. BYD dreht den Spieß einfach um: Der Wagen fährt im Alltag primär rein elektrisch über eine 120 kW (163 PS) starke Permanentmagnet-Synchronmaschine. Der zusätzliche 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner mit Atkinson-Zyklus fungiert meistens rein als bordeigener Generator, um Strom in die Batterie zu speisen, und schaltet sich erst bei hohem Autobahntempo direkt an die Achse.
In den gehobenen Ausstattungslinien Boost, Comfort und Sport verbaut BYD eine 18,3 kWh große, extrem robuste Blade-Battery auf Lithium-Eisenphosphat-Basis (LFP). Diese Kombination ermöglicht eine rein elektrische WLTP-Reichweite von bis zu 105 Kilometern – mehr als genug für das tägliche Pendeln im urbanen Raum. Ist der Benzintank zusätzlich gefüllt, knackt der Reichweitenriese im realen Mischbetrieb die magische Marke von 1.040 Kilometern ohne einen einzigen Ladestopp. Das senkt den gewichteten Kraftstoffverbrauch auf sensationelle 1,4 Liter pro 100 Kilometer.
| Technische Parameter & Specs | BYD Dolphin G DM-i (Active-Basis) | BYD Dolphin G DM-i (Boost / Comfort / Sport) |
|---|---|---|
| Antriebskonzept / Getriebe | Frontantrieb (FWD) / Stufenlose E-CVT-Automatik | Frontantrieb (FWD) / Stufenlose E-CVT-Automatik |
| Systemleistung (Elektro + Verbrenner) | 129 kW (176 PS) / 210 Nm Drehmoment | 156 kW (212 PS) / 210 Nm Drehmoment |
| Beschleunigung (0-100 km/h) | Exakt 8,3 Sekunden (Im Sport-Modus) | Exakt 8,3 Sekunden (Im Sport-Modus) |
| Höchstgeschwindigkeit (Vmax) | Elektronisch gedeckelt auf 180 km/h | Elektronisch gedeckelt auf 180 km/h |
| Batteriekapazität / Zellchemie | 7,42 kWh (Sichere LFP-Blade-Battery) | 18,3 kWh (Sichere LFP-Blade-Battery) |
| Rein elektrische Reichweite (WLTP) | Bis zu 40 Kilometer | Bis zu 105 Kilometer (Klassenbestwert) |
| Gesamtreichweite (Akku & Tank voll) | Rund 1.020 Kilometer ohne Tankstopp | Rund 1.040 Kilometer ohne Tankstopp |
| AC- / DC-Ladeleistung (Peak) | 3,3 kW Wechselstrom (Kein Schnellladen) | 6,6 kW Wechselstrom / 39 kW Gleichstrom (DC) |
| Schnellladezeit (10% auf 80% SoC) | Nicht verfügbar | Exakt 26 Minuten am DC-Schnelllader |
Premium-Tech im Cockpit: Google-Integration und echtes Schnellladen
Im Interieur zeigt sich Nicos absolutes Highlight des Berliner Testwagens. Ab der Comfort-Linie spendiert BYD dem Kleinwagen eine tiefe Google-Infrastruktur. Das bedeutet: Google Maps, der Google Assistant und zahlreiche Apps aus dem Play Store laufen nativ und ohne lästiges Smartphone-Koppeln auf dem rotierenden 12,8-Zoll-Zentralbildschirm. Das System bootet im Alltag extrem flink und reagiert absolut verzögerungsfrei auf Wischgesten. Ein gestochen scharfes Head-up-Display, ein Panorama-Glasdach sowie vegane Sportsitze heben das Ambiente im Innenraum deutlich über das gewohnte Niveau dieser Preisklasse.
Ein echter Geniestreich ist das Ladeverhalten der großen Batterievarianten. Während konventionelle Plug-in-Hybride an der Ladesäule meist stundenlang mit zähen 3,7 kW herumdümpeln, verpasst BYD dem Dolphin G eine echte 39-kW-DC-Schnellladefunktion. An einer klassischen Schnellladesäule im urbanen Raum ist der LFP-Akku in exakt 26 Minuten wieder von 10 auf 80 Prozent geflasht. Dank der integrierten Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) mutiert das Fahrzeug im Alltag zudem zur mobilen Powerbank und gibt über einen Adapter bis zu 3,3 kW Wechselstrom ab, um Kaffeemaschinen, E-Bikes oder Laptops direkt an der Heckklappe mit Energie zu versorgen.
"Der BYD Dolphin G DM-i ist ein absoluter Volltreffer für alle, die den unkomplizierten Umstieg in die Elektromobilität suchen, aber im realen Alltag die absolute Langstrecken-Sicherheit ohne Ladeplanung benötigen. Die Kombination aus über 100 Kilometern rein elektrischer City-Reichweite, nativer Google-Integration im Cockpit und einer echten DC-Schnellladefunktion fegt die europäische Konkurrenz in diesem Segment eiskalt vom Platz."
Real-World-Impact: Produktion in Ungarn sichert Kampfpreise ab
Für den realen Alltag auf dem europäischen Markt hat der Newcomer eine enorme strategische Sprengkraft. Um die drohenden Strafzölle der EU-Kommission auf in China gefertigte Fahrzeuge komplett zu umgehen, wird der Dolphin G DM-i direkt im neuen BYD-Pkw-Werk im ungarischen Szeged vom Band laufen. Das sichert dem Hersteller eine extrem aggressive Preisstruktur. Offizielle Preise für den deutschen Markt werden zwar erst kurz vor dem Bestellstart im Sommer vor den Ferien verkündet, Branchen-Insider kalkulieren für das gut ausgestattete Basismodell Active jedoch mit einem Kampfpreis zwischen 25.000 und 27.000 Euro.
Gepaart mit einer umfangreichen Sicherheitsausstattung, die bereits ab Werk einen adaptiven Tempomaten, Querverkehrswarner mit automatischer Bremsfunktion und eine Verkehrszeichenerkennung beinhaltet, schnürt der Hersteller hier ein extrem wettbewerbsfähiges Paket. Erste Auslieferungen an deutsche Kunden sind für den frühen Herbst geplant. Wer ein zuverlässiges, topmodernes Stadtauto mit unbegrenzter Urlaubs-Reichweite sucht, sollte den kleinen Reichweitenriesen ab sofort ganz weit oben auf dem Zettel haben. Nicos ausführliche Eindrücke vom Fahrverhalten im Berliner Stadtverkehr findet ihr ab sofort auf unserem Kanal!


