Kia EV3 GT startet: kompakter Elektro-SUV, aber mit GT-Attitüde
Kia erweitert die GT-Familie um eine kompakte Variante: Der EV3 GT ist ab sofort bestellbar, die Auslieferungen sollen Anfang August 2026 beginnen. Damit bekommt das 4,31 m lange Elektro-SUV eine deutlich sportlichere Ausrichtung – ohne den Alltagsnutzen über Bord zu werfen.
Für den DACH-Markt ist das spannend, weil gerade in der Kompaktklasse oft entweder Reichweite oder Performance priorisiert wird. Der EV3 GT will beides verbinden: kräftiger Allrad-Antrieb, aber weiterhin ein Reichweitenwert, der auch für längere Strecken taugt.
Antrieb: 215 kW, Allrad und 5,7 Sekunden auf 100
Im EV3 GT arbeiten zwei E-Motoren: vorne 145 kW, hinten 70 kW. Zusammen ergibt das 215 kW (292 PS) und 468 Nm maximales Drehmoment. Das reicht laut Kia für 0–100 km/h in 5,7 s – eine Ansage für ein kompaktes SUV.
Ein eigener GT-Fahrmodus passt Kraftübertragung, Lenkungsrückmeldung, Federung und auch die Cockpit-Anzeigen an.
Für die Fahrwerksarbeit setzt Kia auf elektronische Dämpferkontrolle plus Road Preview System. Letzteres nutzt Sensorik/Kameradaten, um die Dämpfung vorausschauend zu justieren – praktisch, wenn schlechte Straßen, Querfugen oder Schlaglöcher nicht erst beim Aufsetzen „gemeldet“ werden sollen.
„Virtuelle Gänge“ und Sound: Spielerei oder Mehrwert?
Kia integriert ein virtuelles Schaltgetriebe, das Gangwechsel eines Automatikgetriebes haptisch und optisch simuliert. Dazu kommt ein synthetischer Motorsound, der auf Last- und Geschwindigkeitswechsel reagiert.
Ob man das braucht, ist Geschmackssache. Im Alltag kann es aber tatsächlich einen Effekt haben: Eine klarere Rückmeldung beim sportlichen Fahren (z. B. beim Herausbeschleunigen aus Kurven) kann subjektiv mehr Kontrolle vermitteln – wer es nicht mag, wird solche Features erfahrungsgemäß eher deaktivieren.
Reichweite, Laden, Anhänger: Performance ohne Praktik-Verzicht
Trotz GT-Fokus nennt Kia bis zu 501 km Reichweite. Die Energie kommt aus einer 81,4-kWh-Batterie. Beim Schnellladen sind 10–80 % in 31 Minuten an einer passenden DC-Ladesäule angegeben – das ist ein solider Wert für Roadtrips, solange die Ladeplanung zur Infrastruktur passt.
Alltagstauglich bleibt der EV3 GT auch bei Themen, die viele unterschätzen: V2L (Stromversorgung externer Geräte) über eine 230-Volt-Steckdose sowie 1,5 t gebremste Anhängelast. Damit wird der EV3 GT nicht nur zum „Spaßmobil“, sondern auch zum Zugfahrzeug für kleine Anhänger oder Freizeit-Setups.
Zusätzlich gibt es optional einen 22-kW-On-Board-Charger, der AC-Laden deutlich beschleunigen kann – interessant für alle, die häufiger an AC-Punkten (z. B. am Arbeitsplatz oder an Destination-Chargern) laden.
Technische Daten im Überblick
| Merkmal | Kia EV3 GT |
|---|---|
| Antrieb | Allrad (2 Motoren) |
| Leistung | 215 kW (292 PS) |
| Motor vorn | 145 kW |
| Motor hinten | 70 kW |
| Drehmoment | 468 Nm |
| 0–100 km/h | 5,7 s |
| Batterie | 81,4 kWh |
| Reichweite (max.) | bis zu 501 km |
| DC-Laden | 10–80 % in 31 min |
| AC-Laden (optional) | 22 kW On-Board-Charger |
| Anhängelast (gebremst) | bis zu 1,5 t |
| V2L | 230-Volt-Steckdose |
| Länge | 4,31 m |
Design & Innenraum: GT-Details statt Optik-Brachialität
Außen setzt Kia auf 20-Zoll-Leichtmetallräder, neonfarbene Bremssättel mit GT-Schriftzug sowie eine vertikale Rippenstruktur an Front und Heckschürze. Insgesamt stehen acht Außenfarben zur Wahl, inklusive einer matten Variante in Ivory Silber.
Innen gibt es Neon-Akzente an Halbschalen-Sportsitzen und am Dreispeichen-Sportlenkrad. Dazu kommt eine Ambientebeleuchtung, die mit den GT-Fahrmodi gekoppelt ist – optisch nett, aber vor allem ein Hinweis darauf, dass Kia den GT-Modus als eigenes „Erlebnis“ positioniert.
Platzangebot & Tech: Panoramadisplay, OTA und KI-Sprachassistenz
Der EV3 GT bleibt ein Fünfsitzer und soll auch im Fond genug Beinfreiheit bieten. Der Kofferraum liegt bei 413 l, mit umgelegter Rückbank sind es bis zu 1204 l. Dazu kommt ein Frunk bis 25 l – ideal für Ladekabel, damit der Hauptkofferraum sauber bleibt.
Im Cockpit dominiert ein Panoramadisplay mit zwei 12,3-Zoll-Bildschirmen (Kombi und Navigation) plus separatem Touchscreen für die Klimatisierung. Vernetzte Dienste, Kia Connect, ein KI-basierter Sprachassistent sowie OTA-Updates gehören ebenfalls zum Paket – wichtig, weil sich Funktionen und Bugfixes damit im Idealfall ohne Werkstattbesuch nachreichen lassen.
Ausstattung, Garantie und Preis in Deutschland
Serie sind u. a. ein Harman/Kardon-Soundsystem, Head-up-Display, sensorgesteuerte elektrische Heckklappe und eine Wärmepumpe aufgeführt. Gerade die Wärmepumpe ist im DACH-Winter ein echter Real-World-Faktor, weil sie Effizienz und Komfort bei niedrigen Temperaturen positiv beeinflussen kann.
Bei Garantie & Co. bleibt Kia auf bekanntem Kurs: 7 Jahre Herstellergarantie sowie 8 Jahre Batteriegarantie bzw. bis 160.000 km. Zusätzlich sind Wartungspakete über Kia Care möglich.
Der Preis startet bei 53.990 Euro – rund 2.800 Euro über der bisherigen Topversion GT-Line mit Allradantrieb.
Unterm Strich ist das ein relativ kleiner Aufpreis für den Sprung auf mehr Leistung, GT-spezifisches Fahrwerk und die exklusiven Design-/Ausstattungsdetails. Wer einen kompakten EV mit Performance sucht, bekommt damit eine neue Option – und wer primär effizient und günstiger fahren will, bleibt bei den zivileren EV3-Versionen wahrscheinlich besser aufgehoben.



