Maßgeschneidert für die Innenstadt: Kia bringt den PV5 Cargo als kompakte Kurzversion
Im Bereich der urbanen Last-Mile-Logistik zählt auf den letzten Metern jeder Millimeter. Bislang schickte Kia seinen futuristisch gezeichneten Elektro-Transporter PV5 Cargo ausschließlich in der langen L2H1-Karosserievariante auf die Straßen. Für enge Altstadtgassen und extrem dicht gedrängte Parkflächen in Ballungsräumen legen die Südkoreaner nun nach und schieben die kompakte Standardversion L1H1 in den Handel. Mit einer Gesamtlänge von exakt 4.495 Millimetern zielt dieser Kastenwagen schnurgerade auf urbane Lieferdienste und innerstädtische Serviceflotten.
Der eigentliche Clou an der kürzeren Karosserie ist die Raumausnutzung: Trotz des Längenabzugs von rund 20 Zentimetern büßt der Lademeister kaum Ladekapazität ein. Mit einem stattlichen Laderaumvolumen von 4,0 Kubikmetern trennen die Kurzversion lediglich knapp zehn Prozent vom größeren Bruder L2H1 (4,4 Kubikmeter). Ein extrem wendiges Fahrverhalten wird durch den engen Wendekreis von nur 11,0 Metern von Bordstein zu Bordstein garantiert. Das erleichtert das Rangieren in engen Ladezonen oder Sackgassen erheblich.
Niedrige Ladekante und dritter Akku für preisbewusste Flotten
Um das Be- und Entladen schwerer Frachtstücke im harten Arbeitsalltag so rückenfreundlich wie möglich zu gestalten, setzt Kia auf rekordverdächtig niedrige Einstiegshöhen. Die seitliche Ladekante liegt bei gerade einmal 399 Millimetern, während am Heck 419 Millimeter überwunden werden müssen. Der Zugang wird serienmäßig durch beidseitige Schiebetüren sowie um bis zu 180 Grad aufschwenkbare Heckflügeltüren optimiert. Unter dem Blechkleid sorgt eine neue Trennwand aus hochfestem Faserverbundwerkstoff zudem für ein leicht reduziertes Eigengewicht und erhöht im Gegenzug die maximale Nutzlast.
"Die Anforderungen im städtischen Lieferverkehr variieren massiv. Durch das neue Karosserieformat und die zusätzliche Einstiegsbatterie senken wir die Einstiegshürden für Gewerbetreibende deutlich, ohne die essenziellen Stärken im Laderaum zu beschneiden."
Antriebsseitig fächert Kia das Angebot weiter auf und führt eine dritte, besonders budgetfreundliche Batterie-Option ein. Neben den bekannten Akkupaketen mit 51,5 kWh und 71,2 kWh rundet ab sofort ein kompakter 43,3-kWh-Basisakku das Portfolio nach unten ab. Im Zusammenspiel mit dem 111 kW (151 PS) starken Elektromotor an der Vorderachse realisiert diese Version eine rein urbane WLTP-Reichweite von bis zu 246 Kilometern. An einer DC-Schnellladestation zieht der Stromer die Energie so rasant, dass der klassische Hub von 10 auf 80 Prozent Ladestand (SoC) unabhängig von der Batteriegröße in glatten 30 Minuten erledigt ist.
22-kW-Bordladegerät bringt massiven Performance-Schub beim AC-Laden
Für Handwerker oder Service-Techniker, die das Fahrzeug während der Arbeitszeit an klassischen Wechselstrom-Ladesäulen (AC) parken, bringt das kommende Modelljahr ein wichtiges Komfortfeature. Ein optional erhältlicher 22-kW-Onboard-Charger verdoppelt die Ladegeschwindigkeit am Wechselstromnetz im Vergleich zum bisherigen Standardlader. Während das System für die Langversion ab sofort bestellbar ist, wird das 22-kW-Upgrade für das ultrakompakte L1H1-Modell im ersten Quartal des kommenden Jahres nachgereicht.
Auch beim Fahrkomfort und der alltäglichen Ergonomie legt Kia im Cockpit spürbar nach. Der Fahrersitz wird ab Werk mit einer elektrisch justierbaren Lendenwirbelstütze bestückt, um Rückenschmerzen auf langen Touren effektiv vorzubeugen. Extrem praktisch für den stressigen Lieferalltag: Die neue „Walk Away Lock“-Funktion verriegelt sämtliche Türen vollautomatisch, sobald sich der Fahrer mit dem Funkschlüssel im Depot vom Fahrzeug entfernt. Dank einer flacheren Dachantenne sinkt die Gesamthöhe des Transporters auf haarscharfe 1.899 Millimeter, wodurch auch niedrige Tiefgaragen mit einer harten 1,90-Meter-Grenze absolut schrammenfrei befahrbar sind.
Ausstattungslinien und technische Spezifikationen im Überblick
Die drei Ausstattungslinien Essential, Plus und Elite erlauben eine präzise Anpassung an das jeweilige gewerbliche Anforderungsprofil und das geplante Budget.
| Technische Spezifikation / Feature | Einstiegs-Batterie (Neu) | Standard-Batterie | Langstrecken-Batterie |
|---|---|---|---|
| Batteriekapazität (Brutto) | 43,3 kWh | 51,5 kWh | 71,2 kWh |
| Antriebsleistung / Vmax | 111 kW (151 PS) / 135 km/h | 111 kW (151 PS) / 135 km/h | 111 kW (151 PS) / 135 km/h |
| Reichweite WLTP (L2H1 Langversion) | Bis zu 246 km | Bis zu 297 km | Bis zu 416 km |
| Reichweite WLTP (L1H1 Kurzversion) | Bis zu 232 km | Bis zu 288 km | Bis zu 404 km |
| DC-Schnellladen (10 bis 80% SoC) | In ca. 30 Minuten an HPC-Stationen | In ca. 30 Minuten an HPC-Stationen | In ca. 30 Minuten an HPC-Stationen |
| Zulässige Anhängelast (gebremst) | Nicht zugelassen | Bis zu 750 kg | Bis zu 1.500 kg (Modelljahr-Update) |
| Basispreis L1H1 Kurzversion (UVP) | Ab 35.990 Euro | Ab 37.490 Euro | Ab 42.105 Euro (inkl. Ausstattung Plus) |
| Basispreis L2H1 Langversion (UVP) | Ab 37.890 Euro | Ab 39.390 Euro | Ab 44.005 Euro (inkl. Ausstattung Plus) |
Sicherheitstransfers aus der Pkw-Klasse: V2L und Rundumsicht-Kameras
Bereits in der Basisausführung Essential gehören ein vollwertiges Navigationssystem mit integriertem 12,9-Zoll-Touchscreen, ein digitales Cockpit sowie eine hochauflösende Rückfahrkamera zum guten Ton. Wer sich für die mittlere Schiene Plus entscheidet, transformiert den PV5 Cargo in eine fahrende Powerbank: Dank der integrierten Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) liefert eine 230-Volt-Steckdose im Laderaum ausreichend Strom, um schwere Bohrhämmer, Sägen oder Diagnose-Laptops direkt autark auf der Baustelle zu betreiben. Die Top-Variante Elite sichert den urbanen Rangierbetrieb zusätzlich über eine 360-Grad-Rundumsichtkamera sowie einen aktiven Totwinkelassistenten mit Live-Monitoranzeige ab.
Die Produktion der neuen Modellvarianten startet im Juli, während die ersten realen Auslieferungen an die gewerblichen Kunden für den Oktober fest eingeplant sind. Flottenbetreiber profitieren beim Umstieg zudem von einem massiven Absicherungsversprechen: Neben der bekannten siebenjährigen Werksgarantie bis 150.000 Kilometer Laufleistung deckt eine separate Batteriegarantie den teuren Akku im Unterboden über einen Zeitraum von acht Jahren oder bis zu 160.000 Kilometern umfassend ab. Wer noch mehr Ladevolumen benötigt, muss sich ebenfalls nicht mehr lange gedulden – Kia hat bereits die baldige Premiere einer dritten Variante mit markantem Hochdach (L2H2) offiziell angekündigt.



