Heute schauen wir zuerst auf die Zahlen- und Trendseite: Während XPeng in Deutschland mit +215% Zulassungsplus im ersten Halbjahr 2026 überraschend kräftig durchstartet (G6/G9, mehr Händler, 800-Volt-Laden), läuft es bei Nio mit nur 15 Neuzulassungen in H1 2026 genau in die andere Richtung – ein klares Zeichen dafür, wie hart Europa gerade für einige China-Marken ist. In die gleiche Großwetterlage passt auch, dass ein früherer China-VW-Topmann in seiner Warnung vor einem „Systembruch“ bei VW & Co. den Umbruch eher als strukturelles Problem beschreibt als als kurzfristige Delle.
Bei Tesla gab’s gleich mehrere Schlaglichter: Global punktet der Hersteller mit 480.126 Auslieferungen in Q2 2026 und Rückenwind durch Model 3/Y sowie ein wachsendes Energiegeschäft, während aus China mit 89.091 Wholesale-Fahrzeugen im Juni (Jahreshoch) der nächste Datenpunkt für starke Dynamik kommt. Dass Nachfrage auch in kleineren Märkten ziehen kann, zeigt das Model Y als meistverkauftes Auto in Kolumbien – zum vierten Monat in Folge. Und technologisch wird’s greifbarer: Mit einem App-Update, das live anzeigt, ob FSD aktiv ist, rückt Tesla die Autonomie-Features noch näher an die Nutzer – parallel dazu sorgt eine Cybercab-Sichtung in Austin mit Lenkrad und Sicherheitsfahrer für neue Hinweise, wie weit die Robotaxi-Validierung wirklich ist.
Abseits davon wird’s bei den Herstellern und der Industrie ebenfalls spannend: Luxus elektrifiziert weiter, denn Bentley bringt im September mit dem „Torcal“ sein erstes Elektro-SUV auf PPE-Basis, mit großer Batterie und sehr schnellem Laden. Mercedes will offenbar an der Preisschraube drehen, indem der „Baby G“ in Ungarn auf MMA-Plattform gebaut werden könnte, und Rivian liefert einen ersten Reality-Check für den Markt: Der R2 taucht schon kurz nach Start als „Gebrauchter“ für 79.900 Dollar auf. Gleichzeitig bleibt der Blick auf Kosten, Lieferketten und Chemie zentral – denn der Batteriemarkt für E-Autos soll bis 2036 auf 275 Mrd. Euro wachsen, mit weiterem Shift Richtung LFP/LMFP. Und während sich die Branche neu sortiert, ist auch bei den Deutschen Druck im Kessel: Bei Porsche stehen bis zu 4.000 zusätzliche Jobs zur Disposition – Details sollen ein „Zukunftspaket“ bis Ende Juli liefern.