E-Auto-Markt 2026: China dominiert, Europa hinkt hinterher

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

E-Auto-Markt 2026: China dominiert, Europa hinkt hinterher

China zementiert seine Dominanz: Während der globale E-Auto-Markt 2025 die 12-Millionen-Marke knackt, enteilen chinesische Hersteller der europäischen Konkurrenz. Neue Daten des Fraunhofer ISI zeigen eine dramatische Verschiebung der Marktanteile – mit einem Rekordwert von über 60 % elektrifizierter Produktion in Fernost.

Die globale Mobilitätswende nimmt 2026 weiter Fahrt auf, doch die Geschwindigkeiten klaffen weit auseinander. Laut aktueller Analyse des Fraunhofer ISI festigt China seine Rolle als unangefochtener Leitmarkt. Während europäische Hersteller nach einem schwachen Vorjahr mühsam Boden gutmachen, haben chinesische Autobauer die Transformation bereits vollzogen: Über 60 % ihrer produzierten Fahrzeuge sind inzwischen elektrisch.

Globaler Aufschwung: 12,7 Millionen BEVs weltweit

Trotz regionaler Herausforderungen wächst der Markt für batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) dynamisch. Im Jahr 2025 stiegen die weltweiten Verkaufszahlen auf rund 12,7 Millionen Einheiten – ein Zuwachs von über 20 % gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt lag der Anteil von BEV und PHEV an den weltweiten Pkw-Neuzulassungen bei stolzen 24 %.

Besonders auffällig ist die Erholung in Europa (EU27+3). Nach einem schwierigen Jahr 2024 stiegen die Zulassungen für Elektroautos und Plug-in-Hybride 2025 um rund 28 % auf insgesamt 3,5 Millionen Fahrzeuge. Dennoch bleibt die Marktdurchdringung in Europa mit rund 27 % weit hinter den chinesischen Werten zurück.

"China setzt weiterhin die Maßstäbe. Inzwischen ist dort mehr als jedes zweite neu zugelassene Fahrzeug elektrifiziert."

Chinesische Hersteller ziehen davon

Die Schere zwischen Fernost und dem Rest der Welt öffnet sich weiter. Chinesische Hersteller konnten 2025 enorme Marktzuwächse verbuchen. Während traditionelle Größen wie BYD eine leicht rückläufige Dynamik zeigten, schossen junge Player wie Xiaomi (+190 %), XPeng (+120 %) und Leapmotor (+100 %) regelrecht durch die Decke.

Vergleich der EV-Produktionsanteile 2025

Region/Herstellerherkunft EV-Anteil an der Gesamtproduktion
China > 60 %
Nordamerika ca. 21 %
EU-Hersteller ca. 17 %
Weltweit (Durchschnitt) ca. 24 %

Plug-in-Hybride: Ein unerwartetes Comeback

Ein interessanter Trend zeigt sich bei den Plug-in-Hybriden (PHEV). Getrieben durch chinesische E-Autos mit Range-Extender (EREV) wuchs dieser Markt weltweit auf 6,3 Millionen Fahrzeuge an. In Europa war das Wachstum bei chinesischen PHEVs sogar extrem: Die Absatzzahlen stiegen von ca. 27.000 (2024) auf rund 160.000 Fahrzeuge im Jahr 2025.

USA verlieren an Boden

Im Gegensatz zu China und Europa verliert Nordamerika an Dynamik. Nach dem Auslaufen von Steuererleichterungen stagnierten die Zulassungszahlen für reine Elektroautos bei etwa 1,4 Millionen Fahrzeugen. Die Elektrifizierungsquote verharrt dort bei mageren 7 %, während die BEV-Quote nordamerikanischer Hersteller (maßgeblich geprägt durch Tesla) mit 19 % sogar erstmals rückläufig war.

Fazit: Europa unter Druck

Europäische Autobauer atmen zwar auf – insbesondere die VW-Gruppe verzeichnete 2025 ein starkes Plus bei BEVs (+32 %) – doch der Rückstand auf China bleibt gewaltig. Während chinesische Hersteller bereits über 60 % E-Quote erreichen, kommen europäische Autobauer im globalen Schnitt nur auf 17 %.

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→ Zur vollständigen Analyse des Fraunhofer ISI

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