Elektroauto Zulassungen im März mit starkem Wachstum
Im März 2026 wurden in Deutschland laut den im Podcast besprochenen Zahlen 70.603 reine Elektroautos neu zugelassen. Das entspricht einem Plus von 66 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass Elektroautos erstmals bei den Neuzulassungen vor den Benzinern lagen. Der Marktanteil batterieelektrischer Fahrzeuge lag bei rund 24 Prozent, Benziner kamen auf knapp 23 Prozent.
Im Podcast wird allerdings auch eingeordnet, dass Monatszahlen immer nur eine Momentaufnahme sind. Gerade bei Tesla spielen Quartalsenden traditionell eine große Rolle, weil der Hersteller zu diesen Zeitpunkten oft verstärkt ausliefert. Deshalb sei es aus Sicht der beiden Hosts sinnvoller, längere Zeiträume zu betrachten, anstatt nur einzelne Monate überzubewerten.
Tesla überrascht im März deutlich
Tesla kam im März in Deutschland auf 9.252 Neuzulassungen. Das entspricht laut Podcast einem Plus von 315 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Diese Entwicklung wurde von Nico und Constantin besonders hervorgehoben, weil Tesla in den vergangenen Monaten in vielen Medien häufig kritisch begleitet wurde. Umso auffälliger sei nun, dass positive Zahlen deutlich leiser kommentiert würden.
Auch in mehreren europäischen Märkten lief es für Tesla demnach stark. Genannt werden unter anderem Großbritannien, Norwegen, die Niederlande, Spanien, Schweden und Dänemark. In vier dieser Märkte lag Tesla laut Podcast im März auf Platz eins unter den Marken, in Schweden auf Platz zwei hinter Volvo und in Dänemark auf Platz drei.
Gleichzeitig mahnen beide zur Vorsicht bei vorschnellen Schlüssen. Tesla habe durch das Quartalsende vermutlich stark gepusht. Trotzdem sei klar zu erkennen, dass die Marke weiterhin viele Käufer erreicht. Aus Sicht der beiden Podcast Hosts zeigt das, dass Faktoren wie Preis, Effizienz, Supercharger Netzwerk, Software, Infotainment und Nutzererlebnis im Alltag oft wichtiger sind als einzelne Technikmerkmale, die online besonders stark diskutiert werden.
Welche Technik ist im Alltag wirklich entscheidend
Ein größeres Diskussionsthema in der Folge ist die Frage, wie relevant Technologien wie 800 Volt Architektur oder Vehicle to Load und Vehicle to Grid heute tatsächlich schon sind. Nico argumentiert, dass diese Lösungen technisch ohne Frage Fortschritt darstellen, für die Mehrheit der Käufer aber aktuell noch kein entscheidendes Kaufargument seien.
Vehicle to Load sei etwa dann interessant, wenn das Fahrzeug externe Verbraucher direkt mit Strom versorgen kann. Vehicle to Grid könne langfristig eine wichtige Rolle für das Stromnetz spielen. Doch im Alltag der meisten Menschen fehle dafür bislang die Infrastruktur, die passende Wallbox oder schlicht das Interesse, sich mit solchen Themen im Detail zu beschäftigen. Aus Sicht des Podcasts werden diese Technologien in der E Mobilitätsbubble oft größer gemacht, als sie für den Massenmarkt aktuell tatsächlich sind.
Ähnlich sehen die beiden Hosts die Debatte rund um 400 Volt und 800 Volt. Die höhere Spannung sei ein klarer technologischer Fortschritt und werde sich langfristig durchsetzen. Trotzdem zeige der Markt, dass Käufer ihre Entscheidungen häufig nicht allein an solchen Datenpunkten festmachen. Praktische Faktoren wie Ladeerlebnis, Preis, Bedienung und Verfügbarkeit hätten in vielen Fällen den größeren Einfluss.
Tesla mit weiteren Zahlen zu Produktion, Energie und Ladenetz
Im ersten Quartal 2026 produzierte Tesla laut der im Podcast besprochenen Quartalsmeldung 408.386 Fahrzeuge und lieferte 358.000 Fahrzeuge aus. Damit ergibt sich eine Differenz von rund 50.000 Fahrzeugen zwischen Produktion und Auslieferung. Im Vergleich zum Vorjahresquartal bedeutet das dennoch ein Wachstum von 6,3 Prozent.
Schwächer als erwartet verlief laut Podcast das Energiegeschäft. Tesla kam hier auf 8,8 Gigawattstunden, während im Markt mit rund 14 Gigawattstunden gerechnet worden war. Das wird als auffällige Abweichung eingeordnet, da der Energiebereich bei Tesla zuletzt oft als Wachstumstreiber galt.
Sehr stark entwickelt sich weiterhin das Supercharger Netzwerk. Tesla hat mittlerweile 80.000 Ladepunkte weltweit in Betrieb. Für die ersten 40.000 Ladepunkte benötigte das Unternehmen zehn Jahre, für die zweiten 40.000 nur noch vier Jahre. Im ersten Quartal 2026 wurden zudem 2.500 neue Ladesäulen aufgebaut. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 53 Millionen Ladevorgänge abgewickelt, die Nutzung stieg im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent.
Spannend fanden die beiden Hosts auch einen neuen Rechner für Supercharger for Business. Mit diesem Tool lässt sich kalkulieren, ob sich ein eigener Supercharger Standort wirtschaftlich lohnt. Genannt wird als Beispiel ein Standort mit acht V4 Ladesäulen und 500 Kilowatt Endausbaustufe, der inklusive Hardware und Installation rund 850.000 Euro kosten soll. Tesla verlangt darüber hinaus eine Servicegebühr pro geladener Kilowattstunde für Software, Wartung und Zahlungsabwicklung. Das wird im Podcast als interessanter, aber auch durchaus kostspieliger Ansatz diskutiert.
FSD, Robotaxi und neue Tesla Software
Ein weiteres großes Thema ist Teslas neues FSD V14 Update. Laut Podcast handelt es sich um ein besonders umfangreiches Softwareupdate, das unter anderem eine schnellere Reaktionszeit, bessere Verarbeitung von 3D Geometrie, optimierte Erkennung von Verkehrsschildern und ein natürlicheres Fahrverhalten bringen soll. Auch die Reaktion auf Einsatzfahrzeuge, Schulbusse und andere Verkehrsteilnehmer wurde demnach verbessert.
Für Europa wurden zusätzlich angepasste Bedienoberflächen angekündigt. Dazu zählen Hinweise bei unklaren Tempolimits, explizit angezeigte Spurwechsel, neue Sicherheitsvisualisierungen und direktere Zugriffe auf die FSD Darstellung im Touchscreen. Im Podcast wird deutlich, dass die Hosts sich über diese Fortschritte freuen, gleichzeitig aber vor allem darauf warten, dass FSD in Europa regulatorisch überhaupt in größerem Umfang nutzbar wird.
Außerdem verfolgt Tesla den Ausbau seines Robotaxi Dienstes. Als nächste Stadt wird Phoenix genannt. Dort wurden laut Podcast bereits zahlreiche Model Y Fahrzeuge mit Robotaxi Branding gesichtet. Parallel dazu wurde auch über neue Cybercab Sichtungen und Testfahrzeuge gesprochen. Die Massenproduktion des Cybercab werde zwar weiter angekündigt, die Hosts äußern sich dazu aber noch zurückhaltend und wollen erst an die große Verfügbarkeit glauben, wenn die Fahrzeuge tatsächlich in größerem Stil auf die Straße kommen.
Powerwall, Strompreise und intelligente Energienutzung
Im Energiebereich wurde außerdem ein neues KI Feature in Verbindung mit der Tesla Powerwall besprochen. Dieses erklärt im Systemstatus, warum der Batteriespeicher gerade lädt oder entlädt und wie Solarstrom, Netzbezug und Reservelevel zusammenhängen. Hinzu kommen Warnungen bei hohen Strompreisen und Visualisierungen zur intelligenten Nutzung variabler Tarife.
Für Besitzer eines Heimspeichers und einer Solaranlage ist das aus Sicht des Podcasts besonders spannend, weil damit Strombezug und Eigenverbrauch künftig noch stärker automatisiert werden könnten. Gerade in Verbindung mit dynamischen Tarifen könnte die Software also immer relevanter werden.
BMW setzt große Hoffnungen auf die Neue Klasse
Bei BMW geht es in der Folge vor allem um die Neue Klasse und um den kommenden i7. Laut Podcast erklärte Entwicklungsvorstand Joachim Post, dass die neue Plattform mit ihrer Elektronik, Software und digitalen Architektur nicht nur einzelne Modelle betreffen werde, sondern auf die gesamte BMW Gruppe abstrahlt. Davon sollen künftig Marken von Mini bis Rolls Royce profitieren.
Im Podcast wird hervorgehoben, wie stark BMW in Software investiert. Genannt werden mehr als 10.000 Entwickler und eine sehr große Cloud Infrastruktur, die täglich enorme Mengen an Software Builds verarbeitet. Die Hosts sehen darin ein Zeichen dafür, dass sich BMW technologisch sehr breit aufstellt und Software immer stärker zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal wird.
Besonders interessant ist der Ausblick auf den neuen BMW i7. Dessen Batterietechnik soll unter anderem auf Know how von Rimac zurückgreifen. Versprochen werden eine höhere Energiedichte, mehr Reichweite und bessere Ladezeiten. Offizielle Zahlen liegen zwar noch nicht vor, die Richtung ist aber klar. BMW will seine Elektromodelle technologisch klar nach vorne entwickeln.
Zusätzlich wurde thematisiert, dass das Stammwerk München ab 2027 vollständig auf die Produktion rein elektrischer Fahrzeuge umgestellt werden soll. Dafür seien 650 Millionen Euro in den Umbau geflossen. Täglich könnten dort künftig bis zu 1.000 Elektroautos gebaut werden.
Mercedes bringt Steer by Wire in den EQS
Mercedes setzt mit dem EQS auf Steer by Wire. Im Podcast wird die Technik ausführlich diskutiert, auch weil sie in Kommentaren häufig Skepsis auslöst. Nico hält diese Vorbehalte für überzogen und verweist darauf, dass vergleichbare Systeme in der Luftfahrt seit Jahrzehnten eingesetzt werden. Auch Tesla nutze mit dem Cybertruck bereits ein ähnliches Konzept.
Der Vorteil liegt vor allem in einem direkteren und komfortableren Lenkgefühl. Beim Einparken oder Rangieren reichen geringere Lenkradbewegungen aus, während das System bei höheren Geschwindigkeiten anders abgestimmt ist. Zusammen mit der Hinterachslenkung ergibt sich damit ein deutlich anderes Fahrgefühl als bei klassischen mechanischen Lenksystemen.
Im Podcast wird klar, dass solche Lösungen für viele zunächst ungewohnt wirken, langfristig aber als echter Fortschritt gesehen werden könnten. Die grundsätzliche Haltung der Hosts ist hier offen und technikfreundlich.
Volkswagen sieht sich wieder auf stabilem Boden
Volkswagen Vorstandschef Oliver Blume wird in der Folge mit der Aussage zitiert, der Konzern habe wieder stabilen Boden unter den Füßen. Das wirkt vor dem Hintergrund der jüngsten Sparprogramme, Stellenstreichungen und strategischen Diskussionen bemerkenswert schnell. Trotzdem zeigt sich VW nach außen optimistisch und verweist auf erreichte Einsparziele sowie die Marktführerschaft in Europa bei Verbrennern und Elektroautos.
Spannender fanden die Hosts allerdings eine Aussage von Markenchef Thomas Schäfer. Er machte deutlich, dass physische Bedienelemente für Lenkrad und Klimasteuerung wieder fest eingeplant seien. Die Phase der unbeliebten Touch Slider sei beendet. Im Podcast wird das als klares Eingeständnis interpretiert, dass VW bei der Bedienung zuletzt am Kunden vorbei entwickelt hat.
Auch klassische mechanische Türgriffe sollen zurückkehren. Zudem will VW bei der Namensgebung wieder stärker auf bekannte Modellnamen setzen. Traditionelle Begriffe wie Golf oder Tiguan könnten also auch in der Elektrowelt wieder stärker in den Vordergrund rücken.
Für den US Markt fällt die Perspektive dagegen zurückhaltender aus. Neue kleine Elektromodelle seien dort zunächst nicht geplant. Stattdessen soll in Zukunft vor allem Scout eine größere Rolle spielen. Parallel dazu laufen in Los Angeles bereits Tests mit einer Flotte autonomer ID Buzz Fahrzeuge mit Sicherheitsfahrern an Bord.
Chinesische Hersteller erhöhen den Druck
Ein zentrales Thema der Folge ist der steigende Einfluss chinesischer Hersteller. Leapmotor wird als besonders dynamisches Beispiel genannt. Die Marke kam im März in Deutschland auf 1.388 Zulassungen und eröffnet nun ein Innovationszentrum in München. Dort sollen rund 100 Mitarbeiter daran arbeiten, Fahrzeuge besser auf den europäischen Markt anzupassen.
Auch BYD bleibt ein Dauerthema. Zwar lag die Marke im März bei den deutschen Zulassungen laut Podcast hinter Tesla, doch insgesamt entwickelt sich BYD weiter mit hohem Tempo. Besonders eindrucksvoll ist der Ausbau des eigenen Schnellladenetzes in China. Innerhalb eines Monats habe BYD 5.000 Ladestationen in Betrieb genommen. Ziel seien 20.000 Stationen bis Ende 2026. Dazu kommt die neue Flash Charging Technik mit sehr hoher Ladeleistung und Pufferspeichern an den Standorten.
Außerdem verlängert BYD seinen E Bonus in Deutschland. Dadurch sinkt der Einstiegspreis beim Dolphin Surf laut Podcast auf 12.990 Euro. Das wird als aggressives Angebot gewertet, mit dem BYD im europäischen Markt noch stärker angreifen will.
Xiaomi meldete im März mehr als 20.000 Auslieferungen. Das Facelift des SU7 sammelte laut Podcast binnen 34 Minuten bereits 15.000 Vorbestellungen. Ein Markteintritt in Europa wird für Ende 2026 vorbereitet. Für die Hosts ist das ein weiteres Signal, wie viel Tempo chinesische Hersteller mittlerweile aufgebaut haben.
Smart, Volvo, Polestar und weitere Marken in Bewegung
Smart arbeitet laut Podcast an einem neuen kleineren Modell, das wieder stärker an den klassischen ForTwo erinnern soll. Die geplante Neuauflage soll etwa 2,70 Meter lang sein und als reines Stadtauto mit rund 250 Kilometern Reichweite auftreten. Das Design komme weiterhin von Mercedes, die technische Entwicklung liege aber in China.
Volvo übernimmt künftig den Import von Lynk & Co in Europa. Damit sollen Handels und Servicestrukturen gebündelt werden. Polestar wiederum will die Produktion des Polestar 3 für den US Markt aus China in die USA verlagern, um Zölle zu umgehen und Förderungen besser nutzen zu können.
Außerdem wurde über ein mögliches neues Elektro SUV von Opel auf Leapmotor Basis gesprochen, über einen neuen MG4 EV, über Lucid und Rivian sowie über die schwache Entwicklung von Nio in Europa. Vor allem Nio wird kritisch eingeordnet, weil die Marke in Deutschland trotz Batteriewechsel Konzept bislang kaum Fuß fassen konnte.
Australien zeigt, was freier Wettbewerb im Automarkt bewirken kann
Zum Ende der Folge blickt der Podcast noch auf Australien. Dort gibt es im Automarkt deutlich weniger protektionistische Hürden als in Europa oder den USA. Genau deshalb sei das Land ein interessantes Beispiel dafür, wie schnell chinesische Marken Marktanteile gewinnen können, wenn sie auf einen offenen Wettbewerb treffen.
Laut Podcast hat China Japan inzwischen als wichtigsten Fahrzeuglieferanten Australiens abgelöst. 25 Prozent aller Neuzulassungen stammen dort bereits aus China. Im Elektrosegment liegt der Marktanteil chinesischer Marken demnach sogar bei 80 Prozent. Für Nico und Constantin ist das ein klares Signal dafür, wie stark sich die globale Kräfteverteilung in der Autoindustrie gerade verschiebt.
Fazit der Folge
Folge 64 des Elektroquatsch Podcasts zeigt sehr deutlich, wie dynamisch sich der Elektroautomarkt gerade verändert. Tesla meldet überraschend starke Zulassungen, BMW rüstet sich softwareseitig für die Neue Klasse, Mercedes bringt mit Steer by Wire ein ungewöhnliches Technikfeature in den Alltag und Volkswagen versucht, mit mehr Kundennähe bei Bedienung und Produktstrategie verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.
Gleichzeitig erhöhen chinesische Marken weiter den Druck. Sie wachsen schnell, investieren in Europa, bauen Ladeinfrastruktur massiv aus und treten immer selbstbewusster auf. Der Markt wird damit vielfältiger, aber auch härter umkämpft. Genau diese Mischung aus Technologie, Marktbewegung und persönlicher Einordnung macht die Folge zu einer der spannendsten Ausgaben der letzten Wochen.


