Xiaomi startet SkyNomad, und der Antrieb ist die eigentliche Ansage
Xiaomi bereitet den Start seiner neuen Auto-Baureihe SkyNomad vor. Die ersten Modelle sollen in den kommenden Monaten Premiere feiern und sie markieren für Xiaomi eine neue Fahrzeugklasse. Spannend wird es weniger bei Blech und Innenraum, sondern beim Antriebskonzept.
Statt konsequent auf riesige Batterien zu gehen, setzt Xiaomi auf Range-Extender, also einen Reichweitenverlängerer. Dabei wird das Auto elektrisch angetrieben, ein kleiner Verbrenner läuft nur als Generator und erzeugt Strom für den Akku.
Range-Extender, warum das Konzept gerade zurückkommt
In Europa sind Range-Extender bisher eher exotisch, aber in China drücken mehrere Marken aufs Gas. Der Vorteil gegenüber klassischen Hybriden: Die Räder hängen in der Regel nicht am Verbrenner, sondern am E-Motor, der Verbrenner dient als Stromerzeuger.
Für Fahrer bedeutet das im Alltag vor allem eins: Elektro-Feeling in der Stadt und auf Kurzstrecken, aber auf langen Etappen eine zusätzliche Sicherheitsleine, wenn Laden nervt oder die Infrastruktur schwächelt.
Welche Hersteller schon in Position sind
Leapmotor hat bereits ein Modell mit Range-Extender im Programm. Zeekr plant den Einstieg in die Technik. Und Xpeng hat beim Mona L03 überraschend eine Range-Extender-Option für Deutschland in Aussicht gestellt.
Wenn dich der Xpeng-Plan interessiert, lies auch unseren Artikel zum Xpeng Mona L03 in Europa.
SkyNomad N70, 76 kWh Akku und trotzdem nur rund 400 km elektrisch
Als Beispiel für Xiaomis Ansatz gilt das SkyNomad N70, ein großes SUV. Trotz Range-Extender steckt eine für diese Antriebsart auffällig große 76-kWh-Batterie im Fahrzeug. Rein elektrisch sollen damit bis zu 400 km möglich sein, umgerechnet auf WLTP.
Das ist solide für ein Range-Extender-SUV, aber als reines Elektroauto wäre es in diesem Segment kein Überflieger. Xiaomi würde für eine wirklich konkurrenzfähige BEV-Reichweite in dieser Klasse eher in Richtung 100 kWh oder mehr gehen müssen.
Warum Xiaomi trotzdem auf den Generator setzt
Der Range-Extender soll zwei Dinge gleichzeitig liefern: vierstellige Gesamtreichweite sowie niedrigere Kosten als ein riesiger Akku. Laut den bisher bekannten Eckdaten kommt das N70 kombiniert auf über 1.000 km Reichweite.
Der Kerntrade-off lautet: weniger Batterie, dafür Generator, und damit lange Strecken ohne Ladezwang.
Einordnung, was das für E-Autofahrer praktisch bedeutet
Für viele Pendler kann ein großer Akku im Range-Extender-Alltag reichen, um wochenlang elektrisch unterwegs zu sein, wenn zuhause oder am Arbeitsplatz geladen wird. Auf Urlaubsfahrten übernimmt der Generator die Absicherung, wenn Schnelllader belegt sind, Preise hoch sind oder Ladeplätze fehlen.
Gleichzeitig bleibt es wichtig, das Konzept nüchtern zu betrachten: Ein Range-Extender ist kein Null-Emissions-Auto auf Langstrecke, weil der Generator Kraftstoff braucht. Wer die Vorteile eines reinen BEV sucht, sollte weiterhin auf effiziente 800V-Plattformen und gutes Schnellladen achten, dazu passt unser Vergleich 800V vs. 400V im Alltag.
Technische Daten, soweit bisher bekannt
| Modell | Antriebskonzept | Batterie | Reichweite elektrisch (WLTP, umgerechnet) | Reichweite kombiniert |
|---|---|---|---|---|
| Xiaomi SkyNomad N70 | Range-Extender, E-Antrieb mit Generator | 76 kWh | bis zu 400 km | über 1.000 km |
Elektroquatsch-Meinung: Der Range-Extender ist Xiaomis Shortcut in den SUV-Massenmarkt
Xiaomi scheint den klassischen Spagat zu versuchen: alltagstauglich elektrisch, aber ohne die Kosten und das Gewicht eines 100-kWh-plus-Akkus. Wenn Preis und Verbrauch stimmen, kann das für Fahrer attraktiv sein, die elektrisch fahren wollen, aber Schnellladen nicht als Lebensinhalt sehen.
Ob sich das Konzept in Europa durchsetzt, hängt am Ende an zwei Punkten: Zulassung und Preis. Und daran, wie schnell sich die Ladeinfrastruktur weiter verbessert, siehe auch unseren Ladeanbieter-Vergleich 2026.



