Kampfpreis an der Ladesäule: Lidl halbiert die DC-Tarife
Im Juni 2026 mischt die Schwarz-Gruppe den deutschen Lademarkt auf. Lidl reduziert den Preis für das Gleichstrom-Schnellladen (DC) im gesamten Aktionsmonat auf sportliche 27 Cent pro Kilowattstunde. Angesichts der regulären Tarife, die bei der Kette sonst bei 44 Cent liegen, entspricht dies einer Preissenkung von rund 38 Prozent. Das Angebot gilt bundesweit an allen eignen Ladepunkten des Discounters.
Dieser Schritt setzt die etablierten Ladenetzbetreiber massiv unter Druck. Während Autofahrer an öffentlichen Schnellladesäulen ohne teures Abonnement im Marktschnitt oft 65 Cent oder mehr berappen, liefert Lidl den Strom nun zu einem Bruchteil dieser Kosten. Selbst der klassische Haushaltsstrom für Privatkunden ist mit derzeit durchschnittlich 35 Cent pro Kilowattstunde spürbar teurer.
Technische Spezifikationen und Beschränkungen
Die Infrastruktur bei Lidl ist primär auf das Zwischenladen während des Einkaufs ausgelegt. Die meisten Ladesäulen stellen eine maximale Ladeleistung von bis zu 60 kW bereit, vereinzelt gibt es im Netz auch modernere High-Power-Charger mit bis zu 350 kW. Ein wichtiger Faktor im Alltag: Ein Großteil der Stationen ist fest an die jeweiligen Filialöffnungszeiten gekoppelt und außerhalb dieser Zeiten abgeschaltet.
| Parameter | Details zur Aktion |
|---|---|
| Aktionszeitraum | 01. Juni bis 30. Juni 2026 |
| Aktionspreis (DC) | 27 Cent / kWh |
| Regulärer Preis (DC) | 44 Cent / kWh |
| Standard-Ladeleistung | Meist bis zu 60 kW (CCS) |
| Verfügbarkeit | Überwiegend gekoppelt an Filialöffnungszeiten |
Der Haken: App-Zwang und Registrierungshürden
Wer einfach nur die EC-Karte an die Säule halten oder Ad-hoc-Laden nutzen möchte, geht bei dieser Aktion leer aus und zahlt den Standardpreis. Der absolute Tiefpreis von 27 Cent ist an strikte digitale Bedingungen geknüpft. Voraussetzung ist die Installation der Lidl-Plus-App auf dem Smartphone in direkter Kombination mit dem hauseigenen Bezahldienst Lidl Pay.
"Nur Ladevorgänge, die über die Verknüpfung von Lidl Plus und Lidl Pay gestartet sowie abgerechnet werden, erhalten den reduzierten Sondertarif."
Neukunden sollten vor dem ersten Ladeversuch etwas Vorlaufzeit einplanen. Für die Aktivierung von Lidl Pay müssen persönliche Daten sowie eine Bankverbindung für das SEPA-Lastschriftmandat hinterlegt werden. Da die erforderliche Bonitäts- und Kontoverifizierung im Hintergrund ein bis drei Werktage beanspruchen kann, ist ein spontaner Start direkt an der Ladesäule ohne vorherige Einrichtung oft nicht möglich.
Vernetzung innerhalb der Schwarz-Gruppe
Die technische Abwicklung erfolgt über den Bereich „E-Mobilität“ innerhalb der App. Praktisch für Kunden: Dort werden durch die Konzernzugehörigkeit zur Schwarz-Gruppe auch die Ladepunkte von Kaufland angezeigt. Der Ladevorgang selbst wird entweder per digitaler Auswahl in der App gestartet oder über das Scannen des am Gehäuse angebrachten QR-Codes freigegeben. Nach dem 30. Juni 2026 kehrt der Discounter automatisch zu den regulären Tarifen zurück.



