Axialfluss-Revolution im Maßanzug: AMG eröffnet die Jagd auf den Taycan
Die Tuning-Schmiede aus Affalterbach stellt die Weichen für die rein elektrische Zukunft am Limit. Das lang erwartete Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé hat offiziell den Verkaufsstart absolviert und kann ab sofort sowohl online als auch bei den Vertriebspartnern konfiguriert werden. Es ist das erste vollkommen eigenständig entwickelte Elektrofahrzeug auf der neuen, dedizierten Performance-Plattform AMG.EA. Damit distanziert sich die Sportwagenmarke endgültig von bloßen optischen Veredelungen regulärer Stuttgarter Serienmodelle.
Der Real-World-Impact dieser Neukonstruktion zeigt sich vor allem im Maschinenraum, wo AMG als weltweiter Pionier im Großserien-Segment auf revolutionäre Axialflussmotoren setzt. Im Vergleich zu den Radialfluss-Aggregaten herkömmlicher E-Autos bieten diese in Berlin-Marienfelde gefertigten Kraftpakete eine drastisch höhere Leistungs- und Drehmomentdichte bei minimalem Bauraum. Das Antriebslayout verteilt die Kräfte über insgesamt drei Elektromotoren – einer dirigiert die Vorderachse, zwei kümmern sich unbarmherzig um den Grip an der Hinterachse.
Zum Verkaufsstart stehen zwei brachiale Varianten in den Preislisten bereit: Das Mercedes-AMG GT 55 4-Türer Coupé bildet den Einstieg, während das absolute Top-Modell GT 63 als ultimativer Performance-Benchmark fungiert. In der maximalen Ausbaustufe presst das Triebwerk eine schwindelerregende Systemleistung von bis zu 860 kW auf den Asphalt. Das entspricht einer schieren Urgewalt von 1169 PS, die den Luxusliner im Handumdrehen in physikalisch grenzwertigen 2,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 katapultiert.
Brutale Längsdynamik: In 6,4 Sekunden auf Tempo 200
Wer den Fuß auf dem Gaspedal stehen lässt, erlebt einen unzensierten Vorwärtsdrang, der erst bei einer elektronisch abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h eingebremst wird – vorausgesetzt, das obligatorische AMG Driver’s Package wurde bei der Bestellung ausgewählt. Die Marke von 200 km/h fällt bereits nach mickrigen 6,4 Sekunden. Um diese Performance im Alltag fehlerfrei kontrollierbar zu machen, verbauen die Ingenieure das hochmoderne AMG-Active-Ride-Control-Fahrwerk mit semi-aktiver Wankstabilisierung, das einseitige Unebenheiten individuell ausgleicht.
Für maximale Agilität in engen Kehren sorgt die serienmäßige Hinterachslenkung, die mit einem großzügigen Einschlagwinkel von bis zu 6 Grad operiert. Damit schrumpft der stolze Wendekreis des über fünf Meter langen Coupés virtuell auf das Niveau eines Kompaktwagens. Für den harten Rundstreckeneinsatz liefert das System zudem den „AMG Race Engineer“. Mit diesem digitalen Tool lassen sich das Ansprechverhalten, die Traktionskontrolle und das exakte Kurvenverhalten über Drehsteller an der Mittelkonsole in feinen Nuancen an den persönlichen Fahrstil anpassen.
600 kW Peak-Laden: Mehr Reichweite in 10 Minuten als die Konkurrenz
Ein massives Ausrufezeichen setzt AMG beim Thermomanagement und der Lade-Infrastruktur. Die integrierte High-Performance-Batterie mit einer Nettokapazität von rund 106 kWh wurde speziell auf extreme, wiederholt abrufbare Leistungsabgaben getrimmt, um ein thermisches Einbrechen der Zellen zu verhindern. An entsprechend leistungsstarken HPC-Säulen bricht der viertürige Sportwagen mit einer maximalen Ladeleistung von atemberaubenden 600 kW alle bestehenden Rekorde der Luxusklasse. Ein kurzer Ladestopp von lediglich 10 Minuten pumpt eine WLTP-Reichweite von über 460 Kilometern zurück in die Zellen.
Der klassische Ladehub von 10 auf 80 Prozent State of Charge (SoC) ist in fliegenden 11 Minuten absolviert – allerdings erfordert diese maximale Performance die Auswahl des optionalen AMG-Performance-Lade-Pakets im Konfigurator, das mit rund 2.380 Euro extra zu Buche schlägt. Um Traditionalisten den Umstieg von den fossilen V8-Ikonen zu erleichtern, spendieren die Entwickler dem Stromer das exklusive Fahrprogramm „AMGForce S+“. Dieser Modus simuliert über die Leistungselektronik nicht nur unbarmherzig harte Zugkraftunterbrechungen bei Schaltvorgängen, sondern inszeniert über mechanische Aktuatoren ein authentisches V8-Soundgewitter im Innenraum.
| Technische Specs & Parameter | Mercedes-AMG GT 55 4-Türer Coupé | Mercedes-AMG GT 63 4-Türer Coupé | Porsche Taycan Turbo GT (Benchmark) |
|---|---|---|---|
| Antriebs-Layout & Motortyp | 3x Axialflussmotoren (1x vorn, 2x hinten) | 3x Axialflussmotoren (1x vorn, 2x hinten) | 2x Radialflussmotoren (Klassisch) |
| Maximale Systemleistung | 600 kW (816 PS) Overboost-Leistung | 860 kW (1169 PS) Peak-Output | 760 kW (1034 PS) Launch-Control |
| Beschleunigung (0-100 / 0-200 km/h) | ca. 2,5 s / k.A. | Brutale 2,1 s / 6,4 s an der Haftungsgrenze | 2,2 s / 6,4 s (mit Weissach-Paket) |
| Maximale Höchstgeschwindigkeit | 250 km/h (Elektronisch begrenzt) | 300 km/h (Mit AMG Driver’s Package) | 305 km/h Top-Speed |
| Batteriekapazität (Netto) | 106 kWh High-Density-Rundzellen | 106 kWh High-Density-Rundzellen | 105 kWh Performance-Batterie Plus |
| Maximale DC-Ladeleistung (Peak) | Bis zu 600 kW (Mit Performance-Lade-Paket) | Bis zu 600 kW (Mit Performance-Lade-Paket) | Bis zu 320 kW an HPC-Stationen |
| Kombinierte WLTP-Reichweite | Glatte 690 Kilometer im Mischverkehr | Starke 686 Kilometer nach Normmessung | Bis zu 554 Kilometer laut Datenblatt |
| Offizieller Basispreis (UVP) | Ab 154.700 Euro (Deutschland-Start) | Ab 196.350 Euro (Exklusive Optionen) | Ab rund 240.000 Euro Listenpreis |
Aktive Aerodynamik: Die Venturi-Platten saugen den Wagen an den Asphalt
Optisch wie funktional hebt das Coupé das Thema Aerodynamik auf ein völlig neues Niveau. Je nach gewählter Ausstattungskonfiguration – wie dem Paket Aerokinetics Venturi Flow oder dem AMG Aerodynamik-Paket Plus – kommen zwei aktive Venturi-Platten im Unterboden, ein weiterentwickeltes Airpanel in der Frontschürze sowie ein aktiver Heckdiffusor zum Einsatz. Diese Bauteile verändern im Fahrbetrieb vollautomatisch ihre Geometrie, um den Luftwiderstand im Eco-Modus zu minimieren oder den Anpressdruck in schnellen Kurvenpassagen drastisch zu erhöhen, wodurch sich das Fahrzeug förmlich an den Asphalt saugt.
Im Cockpit dominiert fahrerorientierter Luxus, angeführt von einem opulenten 14-Zoll-Zentraldisplay im Zero-Layer-Design, das ohne verschachtelte Untermenüs auskommt. Wer das Interieur veredeln möchte, findet in der unendlich langen Aufpreisliste exklusive Features wie das Sky-Control-Panoramadach, konturierte AMG-Performance-Sitze für optimalen Seitenhalt oder ein 710 Watt starkes High-End-Surround-Soundsystem von Burmester mit Dolby Atmos. Trotz der sportlichen Auslegung bleibt die Alltagstauglichkeit durch das großzügige Raumangebot der vier Türen und ein flexibles Kofferraumvolumen von bis zu 675 Litern bei umgeklappter Rückbank gewahrt.
"Mit dem Marktstart des elektrischen GT 4-Türers beweisen wir, dass die automobile Zukunft in Affalterbach nichts von ihrer hochemotionalen Faszination einbüßt. Die Kombination aus den weltweit ersten Axialflussmotoren im Serienbau und einer beispiesslosen Ladeleistung von 600 kW pulverisiert die alten Vorurteile gegenüber schweren Performance-Stromern im Handumdrehen. Dieses Auto ist kein weichgespültes Lifestyle-Produkt, sondern ein unzensiertes Statement digitaler Ingenieurskunst, das die Gesetze der Längsdynamik neu definiert."
Mit dem offiziellen Bestellstart im Mai 2026 herrscht nun auch endgültige Klarheit über die Preisgestaltung im deutschen Handel. Das Mercedes-AMG GT 55 4-Türer Coupé startet bei einem Basis-Listenpreis von exakt 154.700 Euro, während das unbarmherzige Top-Modell GT 63 mit mindestens 196.350 Euro verbucht werden muss. Wer die unzähligen Individualisierungs-Pakete wie das Carbon-Design-Leichtbaudach oder die AMG Night-Pakete ausschöpft, treibt den Endpreis mühelos über die Marke von 220.000 Euro. Die ersten Auslieferungen aus dem Werk Sindelfingen sind für den Spommer des laufenden Jahres fest eingeplant.



