Mercedes legt beim E-Auto-Absatz kräftig zu
Mercedes-Benz hat im zweiten Quartal 2026 weltweit 511.900 Pkw und Vans ausgeliefert. Gegenüber dem Vorquartal ist das ein Plus von 2%.
Der eigentliche Treiber sitzt aber im Stromkabel: Konzernweit stieg der Absatz von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) im Vergleich zum Vorjahresquartal um 50%. Der globale BEV-Anteil kletterte damit von 7,7% auf 13%.
Die wichtigsten Zahlen im Überblick
| Kennzahl | Wert | Zeitraum |
|---|---|---|
| Absatz Mercedes-Benz gesamt (Pkw und Vans) | 511.900 | Q2 2026 |
| Veränderung ggü. Vorquartal | +2% | Q2 2026 |
| Mercedes-Benz Cars Absatz (Pkw) | 417.800 | Q2 2026 |
| Mercedes-Benz Cars Veränderung ggü. Vorjahr | -8% | Q2 2026 |
| Mercedes-Benz Cars BEV-Absatz | 52.900 | Q2 2026 |
| Mercedes-Benz Cars BEV-Wachstum ggü. Vorjahr | +51% | Q2 2026 |
| BEV-Absatz Europa | 43.500 | Q2 2026 |
| BEV-Wachstum Europa ggü. Vorjahr | +87% | Q2 2026 |
| BEV-Anteil am Europa-Absatz (Cars) | 26% | Q2 2026 |
| BEV-Anteil Deutschland | knapp 24% | Q2 2026 |
| xEV-Absatz weltweit (elektrifiziert) | 87.500 | Q2 2026 |
| xEV-Anteil weltweit | 21% | Q2 2026 |
| xEV-Anteil Europa | 43% | Q2 2026 |
| Absatz Europa (Cars) | 166.400 | Q2 2026 |
| Absatz Deutschland (Cars) | 56.000 | Q2 2026 |
| Absatz Nordamerika (Cars) | 91.300 | Q2 2026 |
| Absatz USA (Cars) | 81.900 | Q2 2026 |
Europa und Deutschland ziehen den Elektro-Mix nach oben
In Europa ist der Effekt besonders sichtbar: 43.500 BEV bedeuten plus 87% gegenüber dem Vorjahr. Der Elektro-Anteil am europäischen Mercedes-Absatz liegt damit bei 26%, also grob jeder vierte Neuwagen.
Auch Deutschland bewegt sich in diese Richtung. Der BEV-Anteil kletterte auf knapp 24%, der reine Elektroabsatz hat sich laut Mercedes sogar mehr als verdoppelt.
Welche Modelle schieben, und was als Nächstes kommt
Mercedes führt das Wachstum auf die laufende Modelloffensive zurück. Genannt werden vor allem elektrischer GLC, elektrischer CLA sowie elektrischer GLB.
„Unsere größte Modelloffensive gewinnt weiter an Dynamik. Der Absatz unserer vollelektrischen Fahrzeuge stieg im zweiten Quartal um mehr als 50 Prozent.“
Für die nächsten Monate sind weitere Impulse angekündigt: Eine elektrische C-Klasse ist seit Mai bestellbar. Außerdem soll Ende Juli die Weltpremiere des vollelektrischen GLA folgen.
Wer sich für die neuen Mercedes-Stromer interessiert, sollte auch unsere Einordnung zu Lieferzeiten von Mercedes CLA und GLC EV im Blick behalten, denn Nachfrage plus Anlaufkurven können schnell zu Wartezeiten führen.
China bleibt der Bremsklotz, lokal angepasste Modelle sollen helfen
Außerhalb Chinas legte Mercedes beim Absatz von Pkw und Vans um 3% zu. In China dagegen drückt ein intensiver Wettbewerb, eine zurückhaltende Konsumstimmung sowie der Modellwechsel auf die Zahlen.
Für das zweite Halbjahr stellt Mercedes eine neue Modellgeneration für China in Aussicht. Genannt werden unter anderem ein GLC L (langer Radstand), außerdem neue Varianten rund um die S-Klasse, Mercedes-Maybach S-Klasse sowie ein neuer GLE.
Real-World-Impact: Was diese Zahlen für E-Autofahrer bedeuten
Für Fahrerinnen und Fahrer ist der Kernpunkt nicht das Quartalsranking, sondern die Konsequenz im Alltag. Wenn der BEV-Anteil in Europa Richtung ein Viertel läuft, steigt der Druck auf Produktion, Lieferketten und Ladeplanung.
Praktisch heißt das: Mehr elektrische Volumenmodelle in den Showrooms, aber potenziell auch engere Lieferfenster bei besonders gefragten Konfigurationen. Wer viel Langstrecke fährt, sollte parallel das Thema Schnelllade-Tarife sauber planen, zum Beispiel mit unserem Ladeanbieter-Vergleich 2026.
Elektroquatsch-Meinung: Mercedes ist beim BEV-Mix endlich im richtigen Gang
Dass Mercedes bei Cars insgesamt im Jahresvergleich nachgibt, aber bei BEV zweistellig wächst, ist genau das Spannungsfeld der Umstellung. Entscheidend ist, ob die neuen Baureihen im Entry- und Core-Segment den Elektroanteil auch ohne Sonderaktionen dauerhaft hochhalten.
Spannend wird, wie schnell Mercedes die Technikversprechen im Cockpit liefert. In den nächsten sechs bis zwölf Monaten sollen ein KI-gestütztes Cockpit und ein intelligentes Fahrassistenzsystem in große Teile des Portfolios kommen. Wer generell wissen will, warum 800-Volt-Architekturen bei neuen Plattformen zum Thema werden, findet dazu unseren Check 800V vs. 400V.



