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NHTSA beendet Tesla Model 3/Y-Lenkungsprüfung

Nico Pliquett

Nico Pliquett

3. Juli 2026·3 Min. Lesezeit
NHTSA beendet Tesla Model 3/Y-Lenkungsprüfung

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat ihre Untersuchung zu gemeldeten Ausfällen der Servolenkung bei Tesla Model 3 und Model Y (Modelljahr 2023) offiziell abgeschlossen. Hintergrund ist ein bereits ausgerolltes OTA-Update, das das Risiko einer Lenkunterstützungs-Störung bei niedrigen Geschwindigkeiten adressiert.

NHTSA schließt Untersuchung zu Servolenkung bei Tesla Model 3/Y (MJ 2023)

Gute Nachrichten für viele Tesla-Fahrer in den USA – und ein interessanter Hinweis darauf, wie stark Software inzwischen in klassische Fahrzeugsicherheit hineinspielt: Die US-Behörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) hat ihre lang laufende Untersuchung zu Berichten über einen möglichen Ausfall der elektrischen Lenkunterstützung bei Tesla Model 3 und Model Y (Modelljahr 2023) offiziell beendet.

Betroffen waren laut Behörde insgesamt 376.241 Fahrzeuge. Im Fokus standen Meldungen, bei denen sich das Lenkrad plötzlich deutlich schwerer drehen ließ oder die Lenkung gefühlt „blockierte“ – insbesondere bei niedrigen Geschwindigkeiten, wo Servounterstützung am wichtigsten ist (z. B. beim Rangieren oder Abbiegen in der Stadt).

Was genau wurde untersucht?

Der Ursprung der Prüfung reicht bis Juli 2023 zurück. Damals startete die NHTSA zunächst mit einer Voruntersuchung (Preliminary Evaluation) nach einer Handvoll Beschwerden von Haltern, die von stark erhöhtem Lenkwiderstand berichteten.

Später wurde der Umfang ausgeweitet und die Behörde vertiefte die Prüfung im Rahmen einer Engineering Analysis, also einer technischen Detailanalyse, um das vermutete Fehlerbild und mögliche Ursachen besser einzugrenzen.

Der entscheidende Punkt: Tesla hat das Problem per OTA-Update adressiert

Die NHTSA hat die Untersuchung nun beendet, weil Tesla bereits eine Maßnahme umgesetzt hat: Ein Rückruf (im US-Sinne „Recall“) wurde per Over-the-Air-Update verteilt, ohne dass betroffene Fahrzeuge dafür zwingend in ein Service Center mussten.

Die Untersuchung wurde geschlossen, nachdem Tesla eine Software-Lösung ausgerollt hat, die eine mögliche Störung der Lenkunterstützung reduzieren soll.

Technisch ging es dabei um den Schutz vor elektrischer Überlastung (Overvoltage) und zu hoher Belastung von Komponenten in der Motoransteuerung auf der Leiterplatte. Genau solche Themen sind typisch für moderne E-Architekturen: Ein Teil der Absicherung gegen seltene elektrische Grenzfälle lässt sich über Software-Logik und Diagnosepfade deutlich verbessern.

Warum ist das auch für den DACH-Raum relevant?

Der konkrete Vorgang ist US-zentriert (NHTSA, US-Recall-Zahlen, US-Modelljahr 2023). Dennoch ist das Thema für Deutschland, Österreich und die Schweiz spannend, weil es zeigt, wie Tesla sicherheitsrelevante Themen häufig über OTA-Updates adressiert – und wie Regulierer diese Maßnahmen bewerten.

Für europäische Fahrzeuge gelten zwar andere Behörden und Genehmigungswege, aber die grundsätzliche Mechanik ist ähnlich: Ein identifiziertes Risiko kann durch ein Software-Update entschärft werden, und diese Updates können Flotten sehr schnell erreichen.

Was bedeutet das im Alltag für Fahrer?

Wichtig ist die praktische Einordnung: Berichte drehten sich um Lenkunterstützung, nicht darum, dass das Fahrzeug „gar nicht mehr lenken kann“. Ohne Servounterstützung bleibt die Lenkung prinzipiell möglich, erfordert aber vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten deutlich mehr Kraft – was im Ernstfall das Risiko eines Unfalls erhöhen kann.

Dass die NHTSA die Untersuchung schließt, ist ein Signal, dass die Behörde den OTA-Fix als ausreichend bewertet, um das untersuchte Risiko abzustellen bzw. zu reduzieren. Für Besitzer in den USA heißt das: Das Thema ist regulatorisch erst einmal vom Tisch.

Einordnung: Tesla und Behörden – Entlastung hier, Prüfung dort

Parallel zeigt der Fall, dass Tesla zwar regelmäßig im Fokus von Aufsichtsbehörden steht, aber eben auch Verfahren abgeschlossen werden können, wenn die technische Lösung überzeugt. Gleichzeitig laufen andere Bewertungen weiter – zum Beispiel dort, wo Assistenzsysteme unter schwierigen Umweltbedingungen (z. B. Nebel, schlechte Sicht) beurteilt werden.

Gerade in Europa wird das Thema Assistenz und Zulassung derzeit ohnehin besonders dynamisch. Wenn dich das interessiert: Wir verfolgen die Entwicklung rund um Teslas Assistenzsysteme und die Freigaben in Europa eng.

Technische Kurzfakten (aus der NHTSA-Prüfung)

Aspekt Details
Betroffene Modelle Tesla Model 3 und Tesla Model Y
Modelljahr 2023 (US)
Umfang der Untersuchung 376.241 Fahrzeuge
Beanstandung möglicher Verlust/Abfall der elektrischen Lenkunterstützung, insbesondere bei niedrigen Geschwindigkeiten
Maßnahme Software-Update (OTA-Recall), um Überlast/Overvoltage und Überstress von Motor-Drive-Komponenten zu verhindern
Status NHTSA-Untersuchung geschlossen

Passende Hintergründe bei Elektroquatsch

Wenn du tiefer in Teslas Software-Ökosystem einsteigen willst, sind diese Themen besonders relevant:

Tesla Update 2026.2: versteckte Features & Änderungen zeigt, wie viel sich per OTA im Alltag tatsächlich verändert.

RDW-Typgenehmigung für FSD Supervised in Europa ordnet ein, wie Regulatorik und Assistenzsysteme hierzulande zusammenspielen.

Tesla FSD Global Roadmap 2026 gibt den Überblick, wann welche Funktionen in welchen Ländern realistischer werden.

Tesla HW3-Update & FSD v14 Lite erklärt, was Tesla softwareseitig aktuell ausrollt und für welche Hardware-Generationen.

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