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Polestar-Finanzierung: 1 Milliarde Dollar in Rekordzeit

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

25. März 2026·2 Min. Lesezeit
Polestar-Finanzierung: 1 Milliarde Dollar in Rekordzeit

Polestar hat innerhalb von nur vier Monaten eine Milliarde US-Dollar an frischem Eigenkapital eingesammelt und damit seine Bilanz massiv gestärkt. Hinter dem Vertrauen internationaler Banken steht ein cleveres Sicherheitsnetz des Mutterkonzerns Geely, das den Investoren garantierte Renditen und eine Exit-Option nach drei Jahren zusichert.

Finanz-Sprint: Polestar erreicht Milliarden-Ziel

Der schwedisch-chinesische Elektroauto-Hersteller Polestar setzt ein dickes Ausrufezeichen hinter seine Liquiditätsplanung. Mit einer jüngst abgeschlossenen Eigenkapitalrunde über 300 Millionen US-Dollar hat das Unternehmen sein ehrgeiziges Ziel erreicht: Eine Milliarde Dollar frisches Kapital in nur 120 Tagen. Zu den namhaften Geldgebern der letzten Tranche gehören unter anderem die Crédit Agricole CIB und Vida Finance.

CEO Michael Lohscheller sieht darin einen entscheidenden Befreiungsschlag. Die Finanzierung dient nicht nur dem laufenden Betrieb, sondern erhöht auch den Streubesitz der Aktie an der Nasdaq. Damit reagiert Polestar auf den anhaltenden Druck des Marktes und festigt seine Position für die kommenden Jahre, in denen gleich vier neue Modelle das Portfolio erweitern sollen.

Das Geely-Sicherheitsnetz: Risiko-Reduktion für Banken

Ein Blick in das Kleingedruckte der Verträge offenbart die strategische Handschrift des Mutterkonzerns Geely. In allen drei Finanzierungsrunden seit Dezember 2025 erhielten die beteiligten Banken (darunter auch Schwergewichte wie BBVA und Standard Chartered) eine sogenannte Put-Option. Das bedeutet: Sollte der Aktienkurs nicht wie erhofft performen, können die Investoren ihre Anteile nach drei Jahren zu einer festgelegten Rendite an eine Geely-Tochter zurückverkaufen.

Dieses Konstrukt macht das Investment für klassische Finanzinstitute extrem attraktiv, da das tatsächliche Ausfallrisiko nicht bei Polestar, sondern beim finanzstarken Geely-Imperium liegt. Formal fließt Polestar jedoch wertvolles Eigenkapital zu, was die Verschuldungsquote senkt und die Bilanzstruktur im Vergleich zu reinen Krediten deutlich verbessert.

Zeitpunkt Volumen (USD) Wichtige Investoren Besonderheit
Dezember 2025 300 Mio. $ BBVA, Natixis Zusätzlicher 600 Mio. $ Kredit von Geely
Februar 2026 400 Mio. $ Sumitomo Mitsui, Standard Chartered Put-Option via Geely Sweden
März 2026 300 Mio. $ Crédit Agricole CIB, Vida Finance Ziel von 1 Mrd. $ erreicht

Wachstumsstrategie: Vier neue Modelle bis 2029

Trotz des massiven Liquiditätsdrucks, den die schnellen Kapitalrunden vermuten lassen, gibt sich Polestar operativ angriffslustig. Nach einem Rekordjahr bei den Auslieferungen plant die Marke eine massive Modelloffensive. In den nächsten drei Jahren sollen vier neue Fahrzeuge auf den Markt kommen, um die Lücken zwischen dem Polestar 2 und den Luxus-SUV Polestar 3 und 4 zu schließen.

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Polestar 5, einem High-Performance-GT, und dem Polestar 6 Roadster. Diese Modelle sollen die technologische Speerspitze bilden und die Marke endgültig im prestigeträchtigen Segment der Luxus-Elektroautos etablieren.

"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und die Bilanz wetterfest gemacht. Jetzt liegt der Fokus voll auf der Skalierung und der Einführung unserer nächsten Modellgeneration."

Real-World-Impact: Was bedeutet das für Polestar-Kunden?

Die gesicherte Finanzierung ist vor allem eine gute Nachricht für bestehende und zukünftige Besitzer eines Polestar. Sie garantiert den Fortbestand des Service-Netzwerks, die Weiterentwicklung der Software (Over-the-Air-Updates) und die langfristige Ersatzteilversorgung. In einem Markt, in dem kleinere EV-Startups derzeit oft ums Überleben kämpfen, sendet Polestar durch die Rückendeckung von Geely ein klares Signal der Stabilität.

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