Renault 4 und 5 E-Tech bekommen neuen E-Motor – und günstigere Akkus
Renault plant für den Renault 4 E-Tech und den Renault 5 E-Tech ein Technik-Update, das Ende 2026 bzw. Anfang 2027 in die beiden Modelle einziehen soll. Kernpunkte sind eine überarbeitete Version des „Gen 2 Evo“-Motors sowie der Wechsel auf LFP-Batterietechnologie bei ausgewählten Varianten. Unterm Strich zielt Renault damit auf mehr Effizienz, potenziell mehr Leistung und vor allem auf bessere Einstiegspreise.
Spannend für den DACH-Markt: Gerade bei kleinen und kompakten E-Autos entscheidet nicht nur die WLTP-Reichweite, sondern der Gesamtpreis inklusive Batteriechemie, Materialkosten und Lieferkette. LFP kann hier ein echter Hebel sein – wenn Renault die Abstimmung sauber hinbekommt.
Was genau am „Gen 2 Evo“-Antrieb neu ist
Der „Gen 2 Evo“-Motor wurde zunächst im neuen Twingo E-Tech eingesetzt und soll nun auch in Renault 4 und 5 wandern. Renault nennt (noch) keine finalen Leistungswerte für die Update-Version – bestätigt ist aber, dass an den Stellschrauben gearbeitet wurde, die im Alltag den Unterschied machen: Wechselrichter (Inverter) und Untersetzungsgetriebe.
Ein effizienterer Inverter reduziert elektrische Verluste, während Optimierungen im Getriebe mechanische Reibung senken können. Das kann zwei Effekte bringen: gleiche Leistung bei weniger Verbrauch (mehr Reichweite) oder etwas mehr Leistung bei gleichem Verbrauch – oft auch eine Mischung aus beidem.
Renault arbeitet weiter daran, Effizienz und Leistung seiner E-Motoren zu steigern – unter anderem durch Verbesserungen am Wechselrichter und am Untersetzungsgetriebe.
LFP statt NMC: Warum Renault beim Urban Range umstellt
Noch fahren Renault 4 und 5 in ihren Varianten mit NMC-Akkus (Nickel-Mangan-Kobalt). NMC punktet typischerweise mit höherer Energiedichte und guter Kälte-Performance, ist aber teurer und materialintensiver. LFP (Lithium-Eisenphosphat) ist dagegen günstiger, thermisch sehr robust und in der Regel langlebig – dafür oft mit etwas weniger Energiedichte verbunden.
Renault will LFP vor allem dort einsetzen, wo Preis und Stadt-/Alltagseinsatz im Vordergrund stehen: in den „Urban Range“-Versionen. Dort dürfte die bisherige 40-kWh-NMC-Batterie perspektivisch durch eine LFP-Lösung ersetzt werden. Die „Comfort Range“-Varianten sollen weiterhin mit dem größeren NMC-Akku laufen.
Der Kostenvorteil von LFP ist Teil der Strategie, Elektromobilität für mehr Menschen zugänglich zu machen – und soll vor allem bei den Urban-Range-Versionen von R4 und R5 greifen.
Real-World-Impact: Was bedeutet LFP für Fahrerinnen und Fahrer?
Für viele im DACH-Alltag ist LFP vor allem dann attraktiv, wenn der Preis sinkt und das Auto trotzdem alltagstauglich bleibt. LFP-Akkus werden zudem oft gerne auf 100% geladen (je nach Herstellerstrategie), was im Alltag Reichweite „oben raus“ einfacher verfügbar machen kann. Gleichzeitig kann Kälte die nutzbare Energie stärker beeinflussen – hier entscheidet am Ende aber das Gesamtpaket aus Thermomanagement und Software.
Wer häufig Langstrecke fährt oder im Winter regelmäßig auf maximale Reichweite angewiesen ist, dürfte weiterhin eher zur Comfort-Range-Variante greifen. Genau deshalb bleibt Renault dort offenbar bei NMC.
Aktuelle Varianten: So stehen Renault 5 und Renault 4 heute da
Beide Modelle basieren auf der AmpR-Small-Plattform und werden derzeit jeweils in zwei Konfigurationen angeboten. Beim Renault 5 ist die Spannweite klar: Urban Range als Einstiegsvariante, Comfort Range als „mehr Reichweite/mehr Leistung“-Paket. Beim Renault 4 sind die Konfigurationen ähnlich, durch das Crossover-Format ist die Reichweite minimal niedriger.
Technische Daten (Stand heute, WLTP)
| Modell / Variante | Motor | Batterie | WLTP-Reichweite |
|---|---|---|---|
| Renault 5 E-Tech Urban Range | 90 kW | 40 kWh (NMC) | bis 312 km |
| Renault 5 E-Tech Comfort Range | 110 kW | 52 kWh (NMC) | bis 410 km |
| Renault 4 E-Tech Urban Range | 90 kW | 40 kWh (NMC) | bis 308 km |
| Renault 4 E-Tech Comfort Range | 110 kW | 52 kWh (NMC) | bis 409 km |
Einordnung: Warum das Update gerade jetzt wichtig ist
Der Preisdruck im Klein- und Kompaktsegment steigt, während viele Hersteller gleichzeitig Effizienz und Produktionskosten verbessern müssen. Renaults Ansatz – effizienterer Antrieb plus LFP für die Einstiegsvarianten – ist ein typischer „Preis-Leistung“-Move, der vor allem im urbanen Einsatz Sinn ergibt.
Auch Tesla zeigt, wie stark Batteriechemie und Lieferkette den Markt prägen können: Neue Zelllieferanten und schnellere LFP-Technologien sind dort ein zentrales Thema. Wer in diese Richtung tiefer einsteigen will, findet bei uns den Hintergrund zu Teslas neuen LFP-Zellen mit 20-Minuten-Laden. Und für die größere Perspektive, wann sich 800V lohnt (und wann nicht), passt unser Vergleich 800V vs. 400V im E-Auto 2026.
Was wir bis zum Start noch nicht wissen
Entscheidend sind die finalen Daten, die Renault bisher offenlässt: Wie stark steigt die Leistung wirklich, wie viel sinkt der Verbrauch – und wie groß ist der Preishebel durch LFP in den Urban-Range-Versionen? Ebenso spannend: Bleibt es bei „40 kWh“, oder passt Renault die Kapazität (brutto/netto) an, um LFP-spezifische Eigenschaften zu optimieren?
Bis belastbare Zahlen und konkrete Bestellstart-Infos auf dem Tisch liegen, bleibt das Update eine klare, aber noch nicht vollständig ausbuchstabierte Ansage. Für Käuferinnen und Käufer in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist trotzdem schon jetzt klar: Renault versucht, R4 und R5 im Einstiegsbereich noch schärfer zu positionieren – ohne die Langstrecken-Option (Comfort Range) zu verwässern.
Lesetipp für Kauf- und Ladestrategie
Wenn du gerade überlegst, wie sich unterschiedliche Batterie- und Plattform-Ansätze auf das Laden unterwegs auswirken, hilft unser Überblick Ladeanbieter-Vergleich 2026 mit Tarifen, Abos & Spartipps als Praxis-Ergänzung.



