Smart #2: Zurück zum Zweisitzer – aber technisch auf neuem Level
Smart will mit dem kommenden #2 wieder dorthin, wo die Marke für viele ihren Kern hat: ultrakompakt, konsequent für die Stadt gedacht und als Zweisitzer. Der Unterschied zu früher: Diesmal entsteht das Auto von Grund auf als Elektrofahrzeug – ohne Kompromisse einer Plattform, die ursprünglich für Verbrenner ausgelegt war.
Basis ist eine neue, rein elektrische Architektur namens ECA (Electric Compact Architecture). Das soll nicht nur Packaging-Vorteile bringen (mehr nutzbarer Innenraum auf kleiner Grundfläche), sondern auch bei Fahrdynamik und Abstimmung helfen – genau die Punkte, die bei Mini-Autos schnell „nervös“ wirken können.
Tridion-Zelle feiert Comeback: Fokus auf passive Sicherheit
Eine der wichtigsten Ansagen: Die Tridion-Zelle kehrt zurück. Smart setzt damit erneut auf eine klar erkennbare Sicherheitsstruktur, die schon beim ForTwo ein Markenzeichen war – und die bei so kleinen Autos ein echtes Argument ist, weil sie in der Wahrnehmung von außen oft als „weniger sicher“ gelten.
„Mit ihrer Implementierung wollen wir, wie in der Vergangenheit, unterstreichen, dass passive Sicherheit bei uns mit höchster Priorität im Entwicklungslastenheft steht.“
Für Käuferinnen und Käufer im DACH-Raum dürfte genau das entscheidend sein: Ein City-Car, das nicht nur praktisch ist, sondern beim Thema Sicherheit sichtbar ernst macht.
Fünflenker-Hinterachse im A-Segment: ungewöhnlich, aber sinnvoll
Technisch wird’s spannend an der Hinterachse: Smart verabschiedet sich von der bisherigen De-Dion-Konstruktion und bringt im A-Segment erstmals eine Fünflenker-Hinterachse. Das ist in dieser Klasse alles andere als Standard – eher ein Feature, das man aus höheren Segmenten kennt.
Der Vorteil: Mehr Freiheitsgrade in der Abstimmung. Heißt in der Praxis: mehr Komfort auf schlechten Stadtstraßen, ohne die Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten zu opfern. Gerade bei kurzen Radständen ist das eine der Stellschrauben, die den Unterschied zwischen „quirlig“ und „anstrengend“ ausmachen.
Direktere Lenkung, kleiner Wendekreis – der Heckantrieb bleibt
Smart bleibt der klassischen Idee treu, den Antrieb hinten zu platzieren. Das ist nicht Nostalgie, sondern ein handfester Packaging- und Wendekreis-Vorteil: Vorn müssen keine Antriebswellen untergebracht werden, die den Lenkeinschlag begrenzen. Ergebnis: Die Vorderräder können weit einschlagen – gut für enge Parkhäuser, Altstadtgassen und U-Turns.
„Unser Ziel ist es, im Zweisitzer-Segment eine der besten Lenkungen umzusetzen, die wir in der Smart-Historie hatten.“
Kombiniert mit einer direkteren Lenkung soll der #2 damit genau dort glänzen, wo City-EVs gewinnen müssen: im Alltag bei niedrigen Geschwindigkeiten und schnellen Richtungswechseln.
Akku, Reichweite, Laden: über 35,7 kWh und 10–80 % in unter 20 Minuten
Beim Energiespeicher legt Smart spürbar zu. Genannt wird eine Batteriekapazität von über 35,7 kWh – grob eine Verdopplung gegenüber früheren Smart-Generationen. Die Zielgröße für die Reichweite liegt bei rund 300 km (vermutlich je nach Zyklus/Variante), also genau in dem Bereich, den viele als „alltagstauglich ohne Lade-Stress“ für Stadt und Umland ansehen.
Besonders relevant: DC-Schnellladen von 10 auf 80 % in unter 20 Minuten. Wenn Smart das im Serienfahrzeug stabil und wiederholbar hinbekommt, ist das ein echter Pluspunkt – nicht nur für Laternenparker, sondern auch für Pendler, die zwischendurch schnell nachladen wollen.
Bekannte Eckdaten (aktueller Stand)
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Plattform | ECA (Electric Compact Architecture) |
| Antriebslayout | Heckantrieb (für maximalen Lenkeinschlag) |
| Hinterachse | Fünflenker-Hinterachse |
| Batterie | > 35,7 kWh |
| Reichweite | ca. 300 km |
| DC-Laden | 10–80 % in < 20 Minuten |
| Sicherheitsstruktur | Tridion-Zelle (Rückkehr bestätigt) |
Europa-Fokus trotz China-Entwicklung: Abstimmung soll hier entstehen
Seit der Neuaufstellung von Smart (Joint Venture mit starker Geely-Rolle) findet Entwicklung und Produktion maßgeblich in China statt. Gleichzeitig betont Smart, dass Europa beim #2 eine zentrale Rolle spielt – auch weil hier noch viele Smart-Kundinnen und -Kunden auf einen echten ForTwo-Nachfolger warten.
Entscheidend ist dabei weniger der Standort an sich, sondern ob die Fahrwerks- und Lenkungsabstimmung wirklich europäische Erwartungen trifft – also Autobahn-Stabilität, Lenkgefühl und Komfort auf typischen DACH-Straßen.
Preis: Unter 22.500 Euro als Ziel – noch nicht final
Spannend wird der Einstiegspreis. Als Zielgröße steht im Raum: unter 22.500 Euro. Bestätigt ist das als Fixpreis noch nicht – aber als Signal ist es klar: Der #2 soll wieder das Einsteigsmodell werden und sich deutlich unter #1/#3/#5 positionieren.
Ob dieses Ziel in Deutschland, Österreich und der Schweiz am Ende mit Ausstattung, Batterie und Sicherheitsanspruch zusammenpasst, wird der Marktstart zeigen. Gerade in 2026/2027 wird der Preisdruck im Einstiegssegment massiv – siehe etwa der Hyundai Ioniq 3 als neuer Elektro-Kleinwagen um 30.000 Euro oder Modelle wie der Kia EV1.
Einordnung: Warum der #2 für den City-EV-Markt wieder wichtig werden kann
Der City-EV-Markt in Europa hatte zuletzt eine Lücke: Viele Fahrzeuge wurden größer, teurer und SUV-lastig. Ein konsequent kleiner Zweisitzer mit echter Sicherheits-DNA, moderner Hinterachse und schnellem Laden kann genau die Nische besetzen, die Smart groß gemacht hat – diesmal ohne „E-Umrüstung“ und mit zeitgemäßer Reichweite.
Wenn dich das Thema kompakte E-Autos 2026 generell interessiert: In unserer Übersicht zu Elektroauto-Neuheiten 2026 sammeln wir die wichtigsten neuen Modelle und Preisbereiche. Und falls du beim Laden tiefer einsteigen willst, hilft der Vergleich 800V vs. 400V, um Ladeversprechen besser einzuordnen.



