Stimmungsindex klettert im Q2 auf 58,5 Punkte
Die Führungsetagen der Autoindustrie blicken wieder etwas zuversichtlicher nach vorn. Der quartalsweise erhobene Auto Industry Confidence Index ist im zweiten Quartal um 2,9 Punkte gestiegen und liegt jetzt bei 58,5 Punkten.
Wichtig für die Einordnung: Auf der Skala von 0 bis 100 gilt 50 als neutral. Alles darüber signalisiert per Definition einen eher positiven Ausblick.
Was der Index abbildet
Der Index bündelt die Stimmung von Entscheiderinnen und Entscheidern aus vier Bereichen: Hersteller, Zulieferer, Vertragshändler sowie Finanzierung. Er gewichtet sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate.
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Auto Industry Confidence Index (Q2) | 58,5 Punkte | über neutral (50) |
| Veränderung gegenüber Q1 | +2,9 Punkte | Stimmungsaufhellung |
| Neutralmarke | 50 Punkte | Schwelle zwischen neutral und positiv |
Erstmals sind alle Sektoren bei den Erwartungen über 50
Ein Signal sticht heraus: Zum ersten Mal seit Start der quartalsweisen Erhebung liegen die Erwartungen aller vier Sektoren für die kommenden sechs Monate über der neutralen Marke. Im Vorquartal war das nur im Finanzbereich der Fall.
„Die Branche hat weiterhin mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen, doch es besteht nach wie vor Optimismus hinsichtlich ihrer weiteren Entwicklung.“
Die Einschätzung stammt von Mobility-Analyst Jeff Schuster.
Preise, Bezahlbarkeit und Zölle bleiben die großen Bremsklötze
Trotz besserer Stimmung bleiben die Hauptsorgen klar benannt: Preisentwicklung, Bezahlbarkeit für Kundinnen und Kunden sowie Zollrisiken. Das ist für E-Autos besonders relevant, weil ein paar Prozent Preisaufschlag oder eine schlechtere Finanzierung schnell darüber entscheidet, ob ein Modell als Leasing-Deal attraktiv bleibt.
Hersteller: Kaum Hoffnung auf bessere Transaktionspreise
Bei den Herstellern rechnet nahezu niemand mit einer Verbesserung bei Transaktionspreisen und Verkaufsanreizen. Gleichzeitig wird regulatorische und politische Unsicherheit als schwächste Kategorie bewertet.
Für E-Autokäufer bedeutet das: Kurzfristig ist eher mit weiterer Incentive-Taktik zu rechnen, also Rabatte, Sonderfinanzierungen und Paketpreise, statt mit stabilen, „ehrlichen“ Listenpreisen. Wer Angebote jagt, sollte parallel die Zinsentwicklung im Blick behalten, denn die kann den Preisvorteil schnell auffressen.
Zulieferer: Bessere Stimmung, aber weiter Margendruck
Die Zulieferer legten im Jahresvergleich am stärksten zu, stehen aber weiterhin unter erheblichem Margendruck. Ihre Einschätzung zu Inputkosten und Preissetzung hat sich zwar verbessert, doch die Preissetzungsmacht gegenüber Kunden bleibt die schwächste Kategorie, und viele erwarten hier sogar eine weitere Verschlechterung.
Alltagseffekt: Wenn Zulieferer wenig Luft haben, wird bei Komponenten oft härter verhandelt. Das kann langfristig Variantenvielfalt, Ausstattungsumfänge oder Lieferfähigkeit einzelner Teile beeinflussen, etwa bei Elektronik und Antriebskomponenten.
Händler: Servicegeschäft deutlich profitabler als Neuwagen
Im Handel zeigt sich ein klares Bild: Nachgelagerte Bereiche wie Finanzierung und Versicherung sowie Werkstatt und Service werden deutlich besser bewertet als der Neuwagenverkauf. Die Bruttomargen bei Neuwagen verbesserten sich, doch Verfügbarkeit und Profitabilität im Service legten noch stärker zu.
Für E-Autofahrer ist das ein Hinweis, genauer hinzuschauen: Beim Kauf kann der Händler weniger Spielraum haben, versucht aber oft über Finanzierungsprodukte, Wartungspakete oder Versicherungen Marge zu generieren. Preisvergleich lohnt sich, ebenso wie das Trennen von Fahrzeugkauf und Zusatzprodukten.
Finanzsektor: Höchster Wert, aber rückläufig
Der Finanzbereich weist zwar den höchsten Vertrauenswert unter den vier Gruppen aus, entwickelt sich aber im Quartals- und Jahresvergleich rückläufig. Ein Warnsignal ist das sinkende Vertrauen in die Kreditqualität von Antragstellern, wobei die Aussage wegen einer kleinen Stichprobe vorsichtig zu bewerten ist.
Im Klartext: Wenn Banken und Finanzierer strenger werden, steigen die Hürden für günstige Leasingraten oder 0%-Finanzierungen. Dann gewinnt der Gesamtpreis inklusive Zinsen noch stärker an Bedeutung.
Elektroquatsch-Impact: Was du als E-Autofahrer daraus mitnimmst
Der Index signalisiert: Die Branche erwartet in den nächsten Monaten mehr Stabilität als noch zu Jahresbeginn. Gleichzeitig bleibt das Umfeld fragil, vor allem bei Preisen und Politik.
Für dich heißt das: Deals und Incentives dürften wichtig bleiben, gerade wenn Hersteller ihre Preise nicht „gesund“ nach oben bringen können. Wenn du gerade Angebote vergleichst, hilft es, neben dem Fahrzeugpreis auch Lade- und Betriebskosten sauber zu kalkulieren, zum Beispiel über einen Ladeanbieter-Vergleich 2026 mit Tarifen und Spartipps.
Und weil Finanzierung ein entscheidender Hebel ist, lohnt sich auch der Blick auf konkrete Aktionen im Markt, etwa Tesla Model 3 mit 0,00% Finanzierung oder Tesla Model Y mit 0% Finanzierung und 3.000 Euro Rabatt.
Warum das Timing jetzt zählt
Der Analyst verweist zusätzlich auf vergleichsweise starke Verkäufe im zweiten Quartal als Stabilitätszeichen. Gleichzeitig gilt: Am Ende entscheiden Verbraucherinnen und Verbraucher, ob Optimismus in echte Nachfrage umschlägt.
Wenn du flexibel bist, kann es sich lohnen, Angebote in kurzen Zyklen zu beobachten. Gerade in einem Markt, in dem Bezahlbarkeit das Top-Thema bleibt, ändern sich Rabatte und Finanzierungsbedingungen oft schneller als die Fahrzeuge selbst.



