Fiat Multiplina: Vier Sitze im Kleinstwagen-Format
Fiat arbeitet an einem neuen Elektro-Kleinstwagen namens Multiplina. Das Modell soll vier Sitzplätze bieten und als Bindeglied zwischen reinen Leichtfahrzeugen wie dem Topolino und „vollwertigen“ Stadtautos auftreten. Einen ersten Vorgeschmack liefert ein Multiplina Concept, das Fiat später in diesem Jahr zeigen will.
Spannend aus Alltagssicht: Fiat zielt nicht nur auf ultrakurze City-Strecken, sondern will den Multiplina offenbar so auslegen, dass auch Fahrten außerhalb dichter Innenstädte realistisch werden. Genau hier trennt sich bei vielen Mikro-E-Autos die Idee vom echten Nutzwert.
Positionierung: Zwischen Topolino und Fiat 500
In Fiats Portfolio soll der Multiplina zwischen dem zweitsitzigen Topolino und dem aktuellen Fiat 500 angesiedelt werden. Gleichzeitig ist er nicht das einzige „kleine“ E-Projekt: Unterhalb eines weiteren erschwinglichen Elektro-Stadtautos, das Fiat noch dieses Jahr vorstellen will, soll der Multiplina ebenfalls seinen Platz finden.
Die Serienversion wird derzeit für 2028 erwartet. Das ist noch etwas hin, aber gerade bei neuen Fahrzeugklassen ist ein frühes Concept oft ein Indikator dafür, wie ernst es der Hersteller meint.
Namensidee und Maße: Retro-Referenz, neue Aufgabe
Der Name Multiplina orientiert sich am Fiat 600 Multipla von 1956. Auch bei den Abmessungen spielt Fiat offenbar mit Historie: Die Größe soll an den 500 aus den 1950ern erinnern. Konkret ist von einer Länge knapp unter 3 Metern die Rede – damit läge der Multiplina klar über dem Topolino mit 2,53 Metern.
Fiat sieht den Multiplina als Verbindung zwischen dem Topolino und herkömmlichen Stadtautos – also kleiner als ein klassischer City-Car, aber deutlich alltagstauglicher als ein reines Leichtfahrzeug für die Innenstadt.
L7e statt L6e: Warum das entscheidend ist
Der Topolino fällt in Europa in die L6e-Kategorie (Leichtkraftfahrzeug) und ist dadurch auf 45 km/h begrenzt. Beim Multiplina ist dagegen die L7e-Einstufung vorgesehen. Das ist in der Praxis der Gamechanger: L7e erlaubt typischerweise höhere Leistung und höhere Geschwindigkeiten – beim Multiplina ist von bis zu 90 km/h die Rede.
Für den DACH-Alltag bedeutet das: Statt nur „Innenstadt plus Nebenstraßen“ rücken auch Stadtrand, Zubringer und kürzere Überlandabschnitte in Reichweite – natürlich weiterhin mit dem Fokus auf kompakte Mobilität.
Technik-Basis: Gemeinsame Plattform – aber deutlich überarbeitet
Technisch soll der Multiplina auf derselben Grundarchitektur wie Topolino und dem dreisitzigen Elektro-Nutzfahrzeug Tris aufbauen. Gleichzeitig ist eine umfassende Überarbeitung eingeplant: mehr Platz, eine größere Batterie und damit mehr Reichweite. Konkrete kWh- oder km-Werte sind bisher allerdings nicht bestätigt.
Das klingt nach einem typischen Fiat-Ansatz: vorhandene Bausteine nutzen, aber dort nachschärfen, wo es im echten Leben zählt – Sitzplätze, Tempo-Reserven und Reichweite.
Was bisher bekannt ist (Stand heute)
| Merkmal | Fiat Multiplina (geplant) | Fiat Topolino (Referenz) |
|---|---|---|
| Sitzplätze | 4 | 2 |
| Fahrzeugklasse | L7e-Leichtfahrzeug | L6e-Leichtfahrzeug |
| Höchstgeschwindigkeit | bis zu 90 km/h (angestrebt) | 45 km/h (begrenzt) |
| Länge | knapp unter 3 m (genannt) | 2,53 m |
| Serienstart | 2028 (erwartet) | bereits im Handel |
| Technik-Basis | Topolino/Tris-Architektur, überarbeitet | Leichtfahrzeug-Plattform |
Einordnung: Mikro-E-Autos werden erwachsen
Während Tesla und andere Hersteller vor allem über große Reichweiten und Schnellladen im Fernverkehr sprechen, passiert im Hintergrund etwas ebenso Relevantes: urbane Elektromobilität wird differenzierter. Fahrzeuge wie der Multiplina können eine Lücke füllen – für alle, die ein echtes Auto-Layout (vier Sitze) wollen, aber keinen „normalen“ Kleinwagen brauchen oder abstellen können.
Wenn Fiat die angekündigten Eckpunkte sauber umsetzt, könnte der Multiplina vor allem in europäischen Städten und Speckgürteln interessant werden: klein genug fürs enge Parkhaus, aber schnell genug, um nicht nach 45 km/h zur rollenden Verkehrsberuhigung zu werden.



