55% der 18 bis 29-Jährigen wollen wieder Benziner und Diesel
Ausgerechnet die jüngsten Autofahrer in Deutschland zeigen laut einer aktuellen Befragung die stärkste Präferenz für Verbrenner. In der Umfrage gaben 55% der 18 bis 29-Jährigen an, beim nächsten Autokauf einen Benziner oder Diesel zu bevorzugen. 20% würden ein Elektroauto wählen, weitere 20% einen Hybrid.
Wichtig: Das Ergebnis klingt nach "Generation Z gegen E-Autos", sagt in der Praxis aber oft mehr über den Markt als über die Haltung junger Menschen. Zwischen grundsätzlicher Offenheit und einer wirklich finanzierbaren Kaufentscheidung liegen aktuell Welten.
Die Umfragewerte nach Altersgruppen im Überblick
Die Befragung vergleicht mehrere Altersgruppen. Auffällig ist, dass der Verbrenner-Anteil bei den 18 bis 29-Jährigen am höchsten ausfällt, während die größte E-Auto-Offenheit bei den 40 bis 49-Jährigen liegt.
| Altersgruppe | Präferenz Verbrenner | Präferenz Elektroauto | Präferenz Hybrid |
|---|---|---|---|
| 18 bis 29 Jahre | 55% | 20% | 20% |
| 40 bis 49 Jahre | nicht ausgewiesen | 24,7% | nicht ausgewiesen |
| 50 bis 65 Jahre | nicht ausgewiesen | 19,7% | nicht ausgewiesen |
Die Zahlen zeigen vor allem, welchen Antrieb sich junge Menschen unter den aktuellen Marktbedingungen leisten können, nicht zwingend, welchen sie grundsätzlich bevorzugen würden.
Der Hauptgrund ist banal: Geld und Gebrauchtwagenangebot
Der stärkste Treiber hinter der Verbrenner-Präferenz dürfte der Preis sein. Junge Menschen haben im Schnitt weniger finanziellen Spielraum, müssen häufiger auf den Gebrauchtwagenmarkt ausweichen und sind dort extrem preissensibel. Genau in diesem Umfeld spielt der Verbrenner seine Jahrzehnte alte Marktmacht aus.
Beim E-Auto ist der Gebrauchtmarkt zwar gewachsen, aber im günstigen Preisband weiterhin dünn. Modelle um 20.000 Euro sind stark nachgefragt und nicht immer in der passenden Kombination aus Akku, Zustand, Laufleistung und Ausstattung verfügbar. Bei Benzin und Diesel ist die Auswahl dagegen riesig, vom alten Kleinwagen bis zum jungen Leasingrückläufer.
Warum die Umfrage kein E-Auto-Bashing ist
Die Umfrage misst eine konkrete Kaufabsicht unter realen Bedingungen: heutige Preise, heutige Auswahl, heutige Unsicherheit bei Restwert und Ladealltag in Mietwohnungen. Das ist etwas völlig anderes als die Frage, ob man E-Mobilität grundsätzlich gut findet.
Andere Untersuchungen kommen regelmäßig zu einem differenzierteren Bild: Viele junge Menschen sind bereits elektrisch gefahren und bewerten Themen wie Batterietechnik oder laufende Kosten teils weniger kritisch als ältere Halter. Das passt zusammen, denn Begeisterung allein ersetzt keine passende Finanzierung.
Was das für E-Autos in der Praxis bedeutet
Wenn man die Zahlen als Signal liest, dann ist es ein Marktauftrag: E-Mobilität muss im unteren und mittleren Gebrauchtwagensegment noch breiter ankommen. Dazu gehören genügend Fahrzeuge, transparente Batteriezustandsberichte, verlässliche Garantien und natürlich ein Preisniveau, das mit klassischen Einstiegs-Verbrennern konkurrieren kann.
Im Neuwagenmarkt sieht man, wie stark Preise und Deals die Nachfrage verschieben können. Sobald gute Konditionen verfügbar sind, wird E-Mobilität auch für mehr Menschen realistisch. Das gilt im DACH-Raum genauso wie in anderen Märkten.
Einordnung aus Tesla-Sicht: Produkt attraktiv, Einstieg oft das Problem
Tesla zeigt seit Jahren, dass E-Autos im Alltag funktionieren und sich emotional wie rational verkaufen lassen. Viele junge Käufer scheitern jedoch nicht an der Technologie, sondern am Einstieg: Anschaffung, Versicherung, Wohnungssituation und der Griff zum bezahlbaren Gebrauchten. Genau deshalb sind attraktive Finanzierungen und ein stärkerer Second-Hand-Markt so entscheidend.
Wenn du dir einen Überblick verschaffen willst, welche E-Autos 2026 in Deutschland besonders relevant sind, hilft diese Marktübersicht: Elektroauto-Neuheiten 2026 mit Modellen und Preisen. Und wer eher im beliebten SUV-Segment sucht, findet hier eine praktische Einordnung: Kompakt-SUVs elektrisch 2026 mit Preisen, Reichweiten und Ladezeiten.
Wie stark Zufriedenheit und Antrieb zusammenhängen, zeigt außerdem eine aktuelle Auswertung: Studie zu Zufriedenheit von E-Auto-Fahrern vs. Verbrenner-Käufern.
Fazit: Keine Anti-E-Auto-Generation, sondern ein Angebotsproblem
Dass die 18 bis 29-Jährigen aktuell häufiger Verbrenner nennen, ist vor allem ein Spiegel der Preisrealität und des Gebrauchtwagenangebots. Es ist keine automatische Absage an Klimaschutz oder Elektromobilität. Sobald E-Autos in der passenden Preisklasse verfügbar sind und der Kauf sich sicher anfühlt, kann sich diese Präferenz schnell verschieben.



