E-Offensive in Navarra: Der günstigste Elektro-Škoda läuft vom Band
Die Volkswagen Brand Group Core macht im bezahlbaren Elektro-Segment ernst. Nur wenige Tage nach dem offiziellen Produktionsanlauf des VW ID.Polo und des Cupra Raval im Werk Martorell zieht die tschechische Konzernschwester nach: Im nordspanischen Volkswagen-Werk Navarra am Stadtrand von Pamplona hat die Serienproduktion des brandneuen Škoda Epiq begonnen. Damit wird zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte ein Modell der Marke Škoda auf der Iberischen Halbinsel gefertigt. Der strategische Schritt soll vor allem die tschechischen Stammwerke entlasten und dort dringend benötigte Kapazitäten für die weiterhin extrem stark nachgefragten Verbrenner- und Hybridmodelle wie den Octavia oder Kodiaq freischaufeln.
Der Epiq ist das erste Fahrzeug der tschechischen VW-Tochter, das auf der konsequent weiterentwickelten MEB+-Plattform (oft auch als MEB Entry bezeichnet) steht. Der kompakte Stromer misst in der Länge knackige 4,10 Meter und schrumpft damit im direkten Vergleich zum konventionellen Benziner-Bruder Škoda Kamiq um gut 14 Zentimeter. Trotz dieser extrem urbanen Abmessungen verspricht Škoda dank des rein elektrischen Layouts und des komplett flachen Fahrzeugbodens eine kompromisslose Raumausnutzung. Mit einem offiziellen Basispreis von 25.900 Euro markiert der Epiq den neuen, lang ersehnten Einstieg in das Elektro-Portfolio der Marke.
Zwei Batterie-Technologien für unterschiedliche Budgets
Bei der Konfiguration der Energiespeicher geht Škoda einen technisch hochinteressanten Weg und splittet das Angebot in zwei völlig unterschiedliche Zellchemien auf. Das extrem preisaggressive Basismodell (Epiq 40) setzt auf einen Akku mit einer Bruttokapazität von 38,5 kWh (ca. 37,5 kWh netto), der auf der günstigen und mechanisch extrem robusten Lithium-Eisenphosphat-Technologie (LFP) basiert. Diese Variante liefert eine Systemleistung von 85 kW (115 PS) oder optional 99 kW (135 PS) und ist mit einer WLTP-Reichweite von rund 310 bis 315 Kilometern perfekt auf urbane Pendler und Zweitwagen-Profile zugeschnitten.
Wer regelmäßig längere Strecken auf der Autobahn absolvieren möchte, greift zur größeren Akku-Option (Epiq 55). Hier verbauen die Tschechen ein 55 kWh starkes Paket mit klassischer Nickel-Mangan-Kobalt-Chemie (NMC). Diese besitzt eine deutlich höhere Energiedichte, erhöht das maximale Reichweitenfenster auf bis zu 440 Kilometer nach WLTP und treibt einen kräftigeren Elektromotor an der Vorderachse mit satten 155 kW (211 PS) an. Unabhängig vom gewählten Akku gelingt das DC-Schnellladen von 10 auf 80 Prozent an einer entsprechenden HPC-Säule dank optimierter Ladekurven in unter 25 Minuten.
| Technische Parameter & Specs | Škoda Epiq 40 (Basis-Modell) | Škoda Epiq 55 (Langstrecken-Variante) |
|---|---|---|
| Antriebskonzept | Frontantrieb (MEB+-Plattform) | Frontantrieb (MEB+-Plattform) |
| Motorleistung | 85 kW (115 PS) oder 99 kW (135 PS) | 155 kW (211 PS) |
| Batterie-Technologie | Lithium-Eisenphosphat (LFP) | Nickel-Mangan-Kobalt (NMC) |
| Akkukapazität (Brutto) | 38,5 kWh | 55,0 kWh |
| Reichweite (WLTP) | ca. 310 bis 315 km | Bis zu 440 km |
| Kofferraumvolumen / Frunk | 475 Liter (bis zu 1.345 Liter) / 25 Liter | 475 Liter (bis zu 1.345 Liter) / 25 Liter |
| Einstiegspreis (Deutschland) | Ab 25.900 Euro (Erwartet ab Herbst 2026) | Ab ca. 32.990 Euro (Configurator bereits offen) |
Der Real-World-Impact: "Modern Solid" und echtes Bidi-Laden
Im Alltag bringt der Škoda Epiq Features in die bezahlbare Kompaktklasse, die man bis dato nur aus deutlich teureren Fahrzeugsegmenten kannte. Optisch verkörpert das SUV als erstes Serienmodell das neue, extrem cleane Designthema "Modern Solid". Anstelle eines klassischen Kühlergrills dominiert die Front das sogenannte "Tech Deck" – eine glänzend schwarze Kunststoffmaske, hinter der die gesamte Radar- und Ultraschallsensorik für die Fahrassistenzsysteme unsichtbar verbaut ist. Ein echter Knaller für Camper und Outdoor-Fans: In den gehobenen Ausstattungslinien "Edition" und "First Edition" beherrscht der Epiq serienmäßig bidirektionales Laden (Vehicle-to-Load / V2L) und transformiert sich per Adapter an der Ladebuchse in eine rollende 230-Volt-Powerbank für externe Elektrogeräte.
"Mit dem Produktionsstart des Epiq beweist der Volkswagen-Konzern die enorme Flexibilität seines Produktionsnetzwerks. In Pamplona laufen hocheffiziente Verbrenner wie der T-Cross und der vollelektrische Epiq nahtlos über dasselbe Montageband – das sichert eine maximale Reaktionsfähigkeit auf Marktschwankungen."
Der Innenraum gibt sich betont minimalistisch und setzt konsequent auf nachhaltige, recycelte Textilmaterialien. Hinter dem unten abgeflachten Lenkrad blickt der Fahrer auf ein kleines digitales Kombiinstrument, während sämtliche Infotainment- und Fahrzeugfunktionen über einen großzügigen 13-Zoll-Zentral-Touchscreen gesteuert werden. Ein dickes Lob an die Ergonomie-Entwickler: Direkt unter dem Bildschirm befindet sich eine physische Tastenleiste für die wichtigsten Klimafunktionen. Und auch die markentypischen "Simply Clever"-Gadgets sind wieder an Bord – inklusive eines Regenschirm-Fachs in der Fahrertür, Taschenlampen-Funktion im Kofferraum und einem integrierten Trichter im Deckel des Scheibenwaschbehälters.
Enormes Ladevolumen deklassiert die Konkurrenz
Trotz der knappen Außenlänge von 4,10 Metern brennt der Epiq beim Thema Nutzwert ein wahres Feuerwerk ab und deklassiert seine direkten Konkurrenten. Das Kofferraumvolumen fasst stolze 475 Liter bis zur Laderaumabdeckung – das sind satte 55 Liter mehr als im brandneuen Renault 4 E-Tech. Werden die Rücksitze komplett umgeklappt, entsteht ein ebener Laderaum mit bis zu 1.345 Litern Stauvolumen. Ein zusätzlicher 25-Liter-Frunk unter der Fronthaube nimmt zudem die Ladekabel schmutzsicher auf. Das Werk in Pamplona, in dem fast 5.000 Mitarbeiter täglich rund 1.400 Fahrzeuge montieren, bereitet sich unterdessen schon auf den nächsten Schritt vor: Kurz nach dem Epiq soll mit dem VW ID.Cross das vierte und letzte Mitglied der spanischen Elektro-Urban-Familie dort anlaufen.



