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VW bringt Hands-free-Fahren in den ID Every1, Level 3 in China schon ab 2027 geplant

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

23. Juli 2026·4 Min. Lesezeit
VW bringt Hands-free-Fahren in den ID Every1, Level 3 in China schon ab 2027 geplantBild: Cariad / VW

VW will ab 2027 im ID Every1 ein Hands-free-Level-2-System bringen. In China plant das Joint Venture Carizon bereits den Sprung auf Level 3, also zeitweise Fahren ohne permanente Fahrer-Überwachung, dort aber unter anderen Regeln als in Europa.

VW setzt beim autonomen Fahren auf zwei Geschwindigkeiten, Europa bekommt Hands-free im ID Every1

Volkswagen bringt ab 2027 ein neues Assistenzpaket in ein Serienmodell für Europa. Konkret soll der kommende VW ID Every1 ein Level-2-System bekommen, das Hands-free-Fahren ermöglicht.

Heißt in der Praxis: Das Auto kann bestimmte Fahraufgaben übernehmen, du bleibst aber verantwortlich und musst je nach Umsetzung weiterhin aufmerksam sein. Es geht also nicht um "Auto fährt alleine", sondern um spürbar entspannteres Fahren auf passenden Strecken.

Was ist mit Bosch, und warum braucht VW neue Partner?

VW hat sich zuletzt von Bosch als Partner getrennt, dennoch soll ein bereits entwickeltes Level-2-System in Europa im ID Every1 genutzt werden. Für die Weiterentwicklung darüber hinaus sucht VW nach der Trennung allerdings neue Partner.

Das ist wichtig, weil fortgeschrittene Assistenzfunktionen nicht nur Software sind. Sensorik, Rechenplattform, Validierung und die rechtliche Absicherung müssen zusammenpassen und das kostet Zeit.

China: Carizon will von Level 2++ auf Level 3

In China fährt VW eine deutlich schnellere Linie. Dort arbeitet der Konzern über Carizon, einem gemeinsamen Unternehmen mit Horizon Robotics, unter dem Dach von Cariad an automatisiertem Fahren.

Der aktuelle Stand wird als Level 2++ beschrieben. Das System soll Fahraufgaben auf Autobahnen sowie im Stadtverkehr übernehmen können, erfordert aber weiterhin die ständige Aufmerksamkeit des Fahrers, ähnlich dem, was andere Hersteller als "supervised" vermarkten.

"Wir entwickeln bei Carizon künftig unsere KI-basierte Level-3-Technologie für automatisiertes Fahren selbst. Für unsere Kundinnen und Kunden in China bedeutet das: schneller verfügbare Innovationen, ein nahtlos integriertes Fahrerlebnis und hohe Kosteneffizienz".

Für 2027 ist in China dann bereits Level 3 geplant. Level 3 bedeutet, dass der Fahrer die Überwachung zeitweise an das Fahrzeug abgeben kann, allerdings nur innerhalb klar definierter Bedingungen.

Warum das China-System nicht einfach nach Europa kommt

VW rechnet nicht damit, die chinesischen Entwicklungen eins zu eins nach Europa zu übertragen. Als Gründe gelten Datenschutz sowie strengere regulatorische Vorgaben in Europa.

Unterm Strich kann China schneller ausrollen und schneller iterieren. Europa braucht längere Freigabeprozesse, und genau das spürst du später als Kunde.

Alltags-Impact: Was bringt dir Hands-free im ID Every1 wirklich?

Wenn VW das sauber umsetzt, kann Hands-free Level 2 im Alltag richtig angenehm sein, vor allem auf längeren Pendelstrecken. Du musst weniger permanent mikrokorrigieren, das Auto hält Spur und Abstand zuverlässiger, und der Stress sinkt.

Aber: Hands-free ist nicht "Augen zu". Je nach Auslegung bleibt die Pflicht, den Verkehr zu überwachen. Und auf Baustellen, bei schlechtem Wetter oder unklarer Markierung sind solche Systeme weiterhin schnell am Limit.

Einordnung: Level 2, Level 2++ und Level 3 kurz erklärt

Level 2 unterstützt Lenken und Beschleunigen oder Bremsen gleichzeitig, der Fahrer überwacht dauerhaft.

Level 2++ ist kein offizieller Standard, meist meint es ein breiteres Funktionspaket, aber weiterhin mit Fahrer-Überwachung.

Level 3 erlaubt unter Bedingungen die zeitweise Abgabe der Überwachung an das System, inklusive definierter Übergabe an den Fahrer.

Was wir jetzt beobachten, Hardware-Transfer und Europa-Tempo

Interessant ist: Während Software und Datenregeln zwischen China und Europa eine harte Grenze ziehen können, könnte Hardware eher den Weg nach Europa finden. VW deutet an, dass dazu zeitnah Entscheidungen fallen könnten.

Wer sich grundsätzlich für VWs nächste E-Generation interessiert, sollte auch den VW ID. Tiguan mit MEB+-Technik auf dem Zettel haben. Und wenn du wissen willst, wie weit andere Hersteller bei Automatisierung und Regeln in Europa sind, ist der RDW-Durchbruch für Teslas FSD Supervised in Europa eine gute Vergleichsbasis.

Technisch lohnt sich außerdem der Blick auf die Plattformfrage, denn Assistenzsysteme hängen massiv an Bordnetz und Lade und Compute-Architektur. Dazu passt unser Ratgeber 800V vs. 400V im Vergleich.

Technische Eckdaten aus der aktuellen Info-Lage

Bereich Europa China
Modellbezug ID Every1 (ab 2027) VW-Modelle in China (ab 2026 mit L2++)
System-Level Level 2 (Hands-free angekündigt) Level 2++ aktuell, Level 3 ab 2027 geplant
Fahrerpflicht Überwachung erforderlich (Level 2) L2++ mit ständiger Aufmerksamkeit, L3 mit zeitweiser Abgabe der Überwachung
Organisation Nach Bosch-Trennung neue Partner für nächste Schritte gesucht Carizon (VW und Horizon Robotics) unter Cariad

Elektroquatsch-Meinung: VW muss Hands-free liefern, nicht nur ankündigen

Der ID Every1 ist als Volumenmodell prädestiniert für Assistenz, die man im Alltag wirklich nutzt. Genau deshalb wird VW daran gemessen, ob Hands-free nicht nur auf dem Papier steht, sondern im echten Verkehr stabil funktioniert.

Dass China beim Tempo vorne ist, überrascht nicht. Entscheidend ist, ob VW die Lücke in Europa schließt, ohne dass es bei "Level-2-Features" bleibt, die sich 2027 schon wieder wie gestern anfühlen.

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