Pilot baut sein Schnellladenetz aus und steht jetzt bei 301 Standorten
Pilot, das größte Travel-Center-Netzwerk in Nordamerika, hat beim Ausbau seiner EV-Schnelllade-Standorte einen wichtigen Meilenstein erreicht. Laut Unternehmensangaben sind es jetzt 301 Locations von Küste zu Küste.
Das ist nicht nur Symbolik. Innerhalb von weniger als einem Jahr ist die Zahl der Standorte um über 50% gestiegen, im Herbst lagen sie noch bei etwas über 200.
Was steckt dahinter: 350 kW Ladeleistung an Pilot und Flying J
An den Pilot- und Flying-J-Standorten stehen EVgo-DC-Lader mit bis zu 350 kW. Jeder Ladeplatz hat zwei Ladekabel, die verfügbare Leistung wird verteilt, wenn zwei Fahrzeuge parallel laden.
Heißt im Alltag, wer alleine am Stall hängt, kann die maximale Leistung besser ausnutzen. Wer sich den Stall teilt, lädt langsamer, bleibt dafür aber überhaupt nicht hängen, weil es kein passender Stecker frei ist.
Warum das für E-Autofahrer auf Roadtrip zählt
Pilot-Travel-Center sitzen typischerweise direkt an großen Interstate-Korridoren. Genau da willst du auf Langstrecke laden, schnell rauf, kurz Pause, weiter.
Dazu kommen Dinge, die an klassischen Ladehubs oft fehlen, gut beleuchtete Ladebuchten, Restaurants, Snacks und Einkauf sowie kostenloses WLAN. Für Familien und Vielfahrer ist das nicht Luxus, sondern Reisezeit, die sich weniger wie Warten anfühlt.
Plug-and-Charge ist dabei, wenn das Auto es unterstützt
Pilot unterstützt Plug-and-Charge, sofern Fahrzeug und Backend das können und vorher ein Zahlungsmittel hinterlegt wurde. Dann läuft der Start der Ladesession ohne App-Gefummel, einstecken genügt.
"Pilot investiert gezielt in Bereiche, die für Gäste wichtig sind, um Orte zu schaffen, zu denen man zurückkehren will."
Tempo 2026: 50 neue Sites in 25 US-Bundesstaaten und Modernisierung bestehender Standorte
Allein in der ersten Hälfte 2026 kamen 50 neue Standorte in 25 Bundesstaaten hinzu. Zusätzlich wurden 18 bestehende Locations in 13 US-Bundesstaaten sowie kanadischen Provinzen modernisiert.
Spannend ist auch die Größenordnung pro Standort. Laut Daten der Ladeplattform Paren liegt die Zahl der einzelnen Ladepunkte bei knapp 1.300 Stalls.
Das große Ziel: 2.000 Schnelllader an bis zu 500 Standorten
Der Ausbau ist Teil eines Projekts, das bereits 2022 gestartet wurde. Damals wurde angekündigt, bis zu 2.000 DC-Schnelllader an bis zu 500 Pilot- und Flying-J-Standorten zu installieren, zusammen mit GM Energy und EVgo.
Die ersten Stationen gingen Ende 2023 online. Im März 2025 waren es bereits über 130 Stationen in mehr als 25 Bundesstaaten, jetzt ist die Marke von 300+ erreicht. Damit ist Pilot offiziell über der Halbzeit in Richtung Zielausbau.
Elektroquatsch-Impact: Mehr 350 kW ist gut, aber Standortqualität ist der eigentliche Gewinn
Für viele E-Autofahrer ist nicht nur die Ladeleistung entscheidend. Der echte Unterschied entsteht, wenn Laden planbar wird, weil Standorte dort stehen, wo man sowieso pausiert, und weil vor Ort Infrastruktur da ist.
Gerade in den USA, wo Distanzen brutal sein können, sind Travel-Center-Lader an Interstates ein Hebel, der Langstrecke für mehr Fahrer alltagstauglich macht.
Technische Eckdaten im Überblick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Standorte (Pilot EV Charging) | 301 Locations |
| Zuwachs | über 50% in weniger als einem Jahr |
| Neue Standorte 1. Halbjahr 2026 | 50 Sites in 25 US-Bundesstaaten |
| Ladeleistung pro Dispenser | bis zu 350 kW |
| Kabel pro Ladeplatz | 2, Leistung wird bei Doppelbelegung geteilt |
| Plug-and-Charge | unterstützt, wenn kompatibel und Zahlungsmittel hinterlegt |
| Geschätzte Anzahl Ladepunkte (Stalls) | knapp 1.300 |
| Modernisierte Standorte 2026 | 18 Locations in 13 US-Staaten sowie kanadischen Provinzen |
| Langfristiges Ausbauziel | bis zu 2.000 DC-Schnelllader an bis zu 500 Standorten |
Einordnung: Lade-Ausbau ist gerade ein Wettrennen
Pilot ist damit nicht allein. Auch andere große Handelsketten und Standortbetreiber drücken beim Laden aufs Gas. Wer tiefer in Tarife und Anbieterlogik einsteigen will, findet bei uns den Ladeanbieter-Vergleich 2026.
Und wer sich fragt, warum die maximalen kW nicht immer im Akku ankommen, sollte sich den Technik-Unterbau ansehen, 800V vs. 400V Architektur ist auf Langstrecke oft wichtiger als eine Zahl auf dem Ladeschild.



