Polestar 2026: Kahlschlag bei alten Verträgen – volle Kraft auf den Handel
Pünktlich zum 1. April 2026 zündet Polestar die nächste Stufe seiner Expansionsstrategie in Deutschland. Nach der Umstellung auf das „Non-Genuine-Agency-Modell“ im Vorjahr folgt nun die komplette Neuausrichtung der Händlerverträge. Das Ziel ist ambitioniert: Die Zahl der Standorte soll sich noch in diesem Jahr verdoppeln, bis 2027 sind insgesamt 30 „Polestar Spaces“ bundesweit geplant. Dabei setzt die schwedisch-chinesische Marke verstärkt auf die Synergien innerhalb des Geely-Konzerns und bindet sukzessive weitere Volvo-Partner in das Netzwerk ein.
Die Neuausrichtung markiert das Ende der exklusiven Vertriebsgebiete. Polestar öffnet den Markt, um ein „gesundes Wachstum in der Breite“ zu ermöglichen. Für die bestehenden Partner bedeutet das zwar mehr Wettbewerb untereinander, aber auch deutlich mehr unternehmerische Freiheit und eine angepasste Margenstruktur, die lokale Kompetenzen honoriert.
Fokus auf den Mittelstand und Gebrauchtwagen
Ein Kernaspekt der neuen Verträge ist die gezielte Ansprache kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU). Polestar erkennt, dass die regionale Verankerung der Händler der Schlüssel ist, um Geschäftskunden abseits der großen Flotten zu gewinnen. Zudem wird das Gebrauchtwagengeschäft unter dem Label „Polestar Pre-Owned“ erstmals fest in die Händlerverträge integriert. In den Polestar Spaces entstehen dafür bereits dedizierte Flächen, um der steigenden Nachfrage nach jungen Gebrauchten gerecht zu werden.
"Der Handel ist unser zentraler Erfolgsfaktor. Die Bereitschaft unserer Partner, in die neuen Verträge zu investieren, beweist das Vertrauen in unseren Kurs und ist entscheidend für ein nachhaltiges Wachstum."
Produktoffensive fordert Infrastruktur
Der Umbau des Vertriebsnetzes ist kein Selbstzweck, sondern eine Reaktion auf das rapide wachsende Portfolio. Mit dem Polestar 5, neuen Varianten des Polestar 4, einem Nachfolger für den Polestar 2 sowie dem brandneuen Polestar 7 wird die Modellpalette in den kommenden drei Jahren massiv breiter. Um diese Vielfalt angemessen präsentieren zu können, reicht das bisherige, eher puristische Retail-Konzept nicht mehr aus.
Die Zahlen geben dem Kurs recht: 2025 war mit einem globalen Plus von 34 Prozent das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte. In Deutschland lag das Wachstum sogar bei beeindruckenden 57 Prozent. Der Start in das Jahr 2026 setzt diesen Trend mit einem Plus von 66 Prozent in den ersten beiden Monaten nahtlos fort.
Die neue Polestar-Handelsstruktur im Überblick
| Feature | Details der Neuausrichtung (Stand 04/2026) |
|---|---|
| Zielsetzung Standorte | Verdopplung in 2026 / 30 Spaces bis 2027 |
| Vertriebsgebiete | Aufhebung der Exklusivität für schnelleres Wachstum |
| Margenmodell | Leistungsorientiert, Fokus auf regionale Kompetenz |
| Gebrauchtwagen | "Polestar Pre-Owned" fest im Vertrag verankert |
| Zielgruppe | Verstärkter Fokus auf KMU und lokale Geschäftskunden |
| Partner-Integration | Einbindung von Volvo-Händlern aus dem Geely-Netzwerk |
Fazit: Vom Online-Pionier zum Flächen-Player
Polestar vollzieht eine interessante Wandlung: Gestartet als reine Online-Brand mit schicken City-Showrooms, erkennt die Marke nun den Wert des klassischen Handelsnetzwerks. Durch die Lockerung der Gebietsvorgaben und die finanzielle Aufwertung der Partnerleistungen positioniert sich Polestar als ernsthafte Alternative zu den deutschen Premium-Herstellern. Wer 2026 einen Polestar kaufen möchte, wird künftig nicht mehr nur in Großstädten fündig, sondern profitiert von einer deutlich dichteren Service- und Verkaufspräsenz.



